Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Projektierung und Systemauswahl
Gebäudeautomation projektieren: Ebenen, Systemwahl zwischen KNX, DALI, BACnet und Funk, Datenpunktliste, Topologie, Busstrom und Grenzwerte.
Darum geht es
Die Gebäudeautomation wird in drei Ebenen gegliedert. Auf der Feldebene sitzen Sensoren und Aktoren wie Fühler, Taster, Präsenzmelder und Ventilantriebe. Die Automationsebene mit Raumcontrollern und DDC-Stationen regelt, steuert und verknüpft. Die Managementebene enthält Gebäudeleittechnik, Visualisierung, Alarmierung und Auswertung. Bei der Systemwahl zählen die geforderten Funktionen, offene und genormte Standards, die Anbindung an die Leittechnik, Erweiterbarkeit, IT-Sicherheit, Kosten und verfügbare Fachkräfte. Häufig wird kombiniert: KNX für die Raumautomation, DALI für die Beleuchtung, BACnet für Primäranlagen und Leittechnik, M-Bus für Zähler und Funk wie EnOcean dort, wo keine Leitungen gezogen werden können.
Grundlage der Planung sind die Datenpunktliste mit allen Ein- und Ausgängen, die Funktionsliste der Gebäudeautomation und das Mengengerüst mit Geräten und Leitungen. Daraus folgt die Topologie. Ein KNX-TP-Liniensegment hat höchstens 64 Teilnehmer, 1000 m Busleitung, 350 m zwischen Spannungsversorgung und Teilnehmer und 700 m zwischen zwei Teilnehmern. Die Summe der Stromaufnahmen aus den Datenblättern bestimmt die Spannungsversorgung, etwa 320 oder 640 mA. Eine DALI-Linie versorgt höchstens 64 Betriebsgeräte mit 16 Gruppen und 16 Szenen.
Gute Projektierung plant Reserven ein, damit spätere Erweiterungen ohne Umbau möglich sind. Die Reihenfolge ist zwingend: erst Funktionen je Raumtyp, dann Geräte und Mengengerüst, dann Topologie und Spannungsversorgungen, dann Leitungswege und Verteiler und zuletzt das Projekt in der ETS oder im Engineering-Werkzeug. Funksysteme brauchen eine Funkplanung mit Messung vor Ort, weil Stahlbeton und Brandschutztüren stark dämpfen.
Das solltest du dir merken
- Feldebene misst und stellt, Automationsebene regelt, Managementebene bedient und wertet aus.
- Ein KNX-Liniensegment hat höchstens 64 Teilnehmer, eine DALI-Linie höchstens 64 Betriebsgeräte.
- KNX TP je Segment höchstens 1000 m, 350 m zur Spannungsversorgung, 700 m zwischen zwei Teilnehmern.
- Den Busstrom aus den Datenblättern addieren und die Spannungsversorgung mit Reserve wählen.
- Reserve für spätere Erweiterungen von Anfang an einplanen.
Formeln
- Anzahl Liniensegmente
- geplante Teilnehmer, Reserve als Dezimalzahl, Ergebnis immer aufrunden
- Busstrom eines Segments
- Anzahl Geräte einer Art, Stromaufnahme je Gerät in mA laut Datenblatt
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Zahl der Liniensegmente abgerundet statt aufgerundet.
- Geglaubt, mehr DALI-Gruppen erhöhten die Zahl der Betriebsgeräte je Linie.
- Die Reserve bei Teilnehmerzahl und Busstrom vergessen.
- Funkkomponenten ohne Funkmessung vor Ort geplant.
Tipps aus der Werkstatt
- Bei KNX-Segmenten immer aufrunden und Reserve einplanen: 64 Teilnehmer, 1000 m, 350 m zur Spannungsversorgung, 700 m zwischen zwei Teilnehmern. Bei DALI gilt: 64 Betriebsgeräte je Linie, egal wie viele der 16 Gruppen du nutzt. Den Busstrom addierst du aus den Datenblättern, nicht mit Pauschalwerten.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Projektierung und Systemauswahl“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Gebäudesystemintegration, Lernfeld 11 (Gebäudetechnische Systeme gewerkeübergreifend projektieren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.