Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Haushaltsgeräte und Inbetriebnahme
Haushaltsgeräte anschließen und in Betrieb nehmen: Herdanschluss, Durchlauferhitzer, IP-Schutzarten, Energielabel und Prüfung vor der Übergabe.
Darum geht es
Große Haushaltsgeräte bekommen nach DIN 18015-2 eigene Stromkreise, etwa Elektroherd, Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner. Der Elektroherd wird als Drehstromverbraucher über eine Geräteanschlussdose angeschlossen und die Last auf die drei Außenleiter verteilt. Für Durchlauferhitzer und Backöfen rechnest du den Strom aus der Leistung, bei ohmschen Verbrauchern mit .
Bei der Auswahl beachtest du die IP-Schutzart. Die erste Kennziffer gibt den Schutz gegen Fremdkörper und Berühren an, die zweite den Schutz gegen Wasser; IP44 heißt zum Beispiel Schutz gegen Fremdkörper ab 1 mm und gegen Spritzwasser. Das EU-Energielabel bewertet Geräte von A bis G; seit der Neuskalierung erreichen nur sehr sparsame Geräte die oberen Klassen.
Vor der Übergabe steht die Prüfung: Sichtprüfung, Schutzleiterverbindung, Isolationswiderstand und Abschaltbedingung, ein Funktionstest und die Einweisung des Kunden. Der Bereitschaftsbetrieb vieler Geräte verbraucht übers Jahr spürbar Energie; das rechnest du mit Leistung mal Zeit aus.
Besonderheiten erkennst du am Gerät: Eine Dunstabzugshaube mit Abluft neben einer raumluftabhängigen Feuerstätte braucht eine Sicherheitseinrichtung, etwa einen Fensterkontakt- oder Unterdruckwächter, damit keine Abgase in den Raum gesaugt werden.
Das solltest du dir merken
- Herd, Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner erhalten eigene Stromkreise.
- Erste IP-Ziffer steht für Fremdkörper und Berühren, zweite für Wasser.
- Ohmsche Heizgeräte rechnest du mit cos φ gleich 1.
- Erwärmungsdauer ergibt sich aus benötigter Wärme durch Heizleistung.
Formeln
- Strom bei Wechselstrom
- Leistung in W, Spannung in V, Leistungsfaktor
- Strom bei Drehstrom
- Außenleiterspannung in V, sonst wie oben
- Aufheizzeit
- Masse in kg, spezifische Wärmekapazität in J/(kg·K), Temperaturdifferenz in K, Heizleistung in W, Wirkungsgrad, in s
Typische Fehler in der Prüfung
- Beim Durchlauferhitzer mit 230 V statt mit 400 V und gerechnet.
- Sekunden nicht in Minuten oder Stunden umgerechnet.
- Die beiden Ziffern der IP-Schutzart vertauscht.
- Prüfung und Einweisung vor der Übergabe nicht dokumentiert.
Probier eine Aufgabe aus
Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
Probier es aus
ZufallszahlenEin elektronischer Durchlauferhitzer mit (, Drehstrom) liefert bei voller Leistung Warmwasser. Um wie viel Kelvin erwärmt er das Wasser? Spezifische Wärmekapazität , Wasser entspricht ; Verluste werden vernachlässigt. Runden Sie auf eine Nachkommastelle.
Tipps aus der Werkstatt
- Für dreiphasige Geräte gilt I = P / (√3 · U · cos φ). Bei Durchlauferhitzern und Herden ist cos φ praktisch 1, bei Wärmepumpen rechnest du ihn mit ein. 400 V, nicht 230 V, bei Drehstromanschluss.
- Reihenfolge bei der Inbetriebnahme: erst Sichtprüfung und Messungen, dann einschalten, dann Funktion und Einstellungen, zuletzt Einweisung und Übergabeprotokoll. Wer den Kunden vor der Messung einweist, hat die Reihe falsch herum.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
15 Aufgaben zu „Haushaltsgeräte und Inbetriebnahme“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 10 EGT; DIN 18015-2; DIN EN 60529 (IP-Code); DIN VDE 0100-600. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.