Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Blitz- und Überspannungsschutz
Blitz- und Überspannungsschutz nach DIN EN 62305 und DIN VDE 0100-443/-534: äußerer Blitzschutz, Erdung, SPD Typ 1 bis 3 und Potentialausgleich.
Darum geht es
Der äußere Blitzschutz besteht aus drei Teilen: Die Fangeinrichtung nimmt den Einschlag auf, die Ableitungen führen den Blitzstrom am Gebäude nach unten und die Erdungsanlage verteilt ihn im Erdreich. Die Fangeinrichtung wird nach der Blitzschutzklasse geplant, etwa mit dem Blitzkugelverfahren; die Radien sind 20 m (Klasse I), 30 m (II), 45 m (III) und 60 m (IV). Auch der typische Abstand der Ableitungen hängt von der Klasse ab, für Klasse III sind es 15 m.
Bei Neubauten wird ein Fundamenterder als geschlossener Ring nach DIN 18014 verlegt. Liegt die Bodenplatte gedämmt oder ist sie wasserundurchlässig, kommt ein Ringerder außerhalb des Fundaments hinzu, der wegen der Korrosion aus nichtrostendem Stahl (V4A) bestehen muss. Über die Haupterdungsschiene werden Schutzleiter, Erder, metallene Rohrleitungen und Blitzschutz in den Schutzpotentialausgleich einbezogen.
Der innere Blitzschutz schützt die Anlage vor Überspannungen. Überspannungsschutzgeräte (SPD) werden gestaffelt eingebaut: Typ 1 leitet Blitzteilströme ab und sitzt am Gebäudeeintritt, bei vorhandenem äußeren Blitzschutz im Hauptverteiler. Typ 2 begrenzt Schaltüberspannungen und Folgen entfernter Einschläge im Unterverteiler. Typ 3 schützt empfindliche Endgeräte in deren Nähe; das ist nötig, wenn die Leitung vom Typ-2-Gerät zum Gerät länger als etwa 10 m ist. In neuen Wohngebäuden ist ein Überspannungsschutz nach DIN VDE 0100-443 in der Regel vorzusehen.
Die Blitzschutzzonen (LPZ) beschreiben, wie stark ein Bereich gefährdet ist. LPZ 0A ist direkten Einschlägen ausgesetzt, LPZ 0B liegt im Schutzbereich der Fangeinrichtung, ist aber dem vollen Blitzfeld ausgesetzt.
Das solltest du dir merken
- Äußerer Blitzschutz gleich Fangeinrichtung, Ableitung und Erdungsanlage.
- SPD Typ 1 am Gebäudeeintritt, Typ 2 im Unterverteiler, Typ 3 nahe am Endgerät.
- Ringerder im Erdreich bestehen aus nichtrostendem Stahl (V4A).
- Je höher die Schutzklasse, desto kleiner Blitzkugelradius und Maschenweite.
- Alle leitfähigen Systeme gehören über die Haupterdungsschiene in den Schutzpotentialausgleich.
Formeln
- Anzahl der Ableitungen
- Umfang des Gebäudes in m, typischer Ableitungsabstand der Blitzschutzklasse in m; immer aufrunden
Typische Fehler in der Prüfung
- Typ-1- und Typ-2-Ableiter vertauscht oder Typ 3 ohne vorgeschalteten Typ 2 eingeplant.
- Bei der Zahl der Ableitungen abgerundet.
- Verzinkten Stahl für einen Ringerder außerhalb des Fundaments gewählt.
- LPZ 0B als vor dem Blitzfeld geschützt angesehen.
Tipps aus der Werkstatt
- Äußerer Blitzschutz von oben nach unten: Fangeinrichtung, Ableitung, Erdungsanlage. Innerer Blitzschutz heißt Potentialausgleich plus Überspannungsschutz in der Anlage.
- Überspannungsschutzgeräte staffeln sich von grob nach fein: Typ 1 am Hausanschluss, Typ 2 in der Verteilung, Typ 3 nahe am Gerät. In Neubauten ist Überspannungsschutz heute die Regel, nicht die Ausnahme.
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15 Aufgaben zu „Blitz- und Überspannungsschutz“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 10 EGT; DIN EN 62305; DIN VDE 0100-443 und -534; DIN 18014. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.