Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Kalkulation und Wirtschaftlichkeit
Kalkulation im Elektrohandwerk und in der Industrie: Zuschlagskalkulation, Rabatt, Skonto, Fixkosten, Gewinnschwelle und Rechnung.
Darum geht es
Ein Angebot entsteht über die Zuschlagskalkulation. Auf die Materialeinzelkosten kommen Materialgemeinkosten, auf die Lohneinzelkosten Lohngemeinkosten für Werkstatt, Fahrzeuge und Verwaltung. Die Summe sind die Selbstkosten. Dazu kommt ein Zuschlag für Wagnis und Gewinn, das ergibt den Nettoangebotspreis. Für Privatkunden wird die Umsatzsteuer aufgeschlagen.
Beim Einkauf zählt der Bezugspreis. Vom Listenpreis ziehst du zuerst den Rabatt ab, vom Zieleinkaufspreis dann bei schneller Zahlung das Skonto. Skonto lohnt sich fast immer, weil es auf das Jahr gerechnet einem hohen Zins entspricht.
Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an, etwa Miete, Fahrzeugleasing oder Gehälter. Variable Kosten steigen mit jeder erbrachten Leistung, zum Beispiel Material. Der Deckungsbeitrag ist der Erlös je Stück minus die variablen Kosten je Stück. An der Gewinnschwelle decken die Deckungsbeiträge genau die Fixkosten; ab dann bringt jede weitere Leistung Gewinn.
Eine Rechnung muss Pflichtangaben enthalten, unter anderem Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Rechnungsnummer, Datum, Leistung und Leistungszeitraum, Entgelt, Steuersatz und Steuerbetrag. Wünscht der Kunde während der Arbeit zusätzliche Leistungen, vereinbarst du sie schriftlich als Nachtrag mit Preis, bevor du sie ausführst.
Das solltest du dir merken
- Erst Rabatt vom Listenpreis, dann Skonto vom Zieleinkaufspreis.
- Selbstkosten plus Wagnis und Gewinn ergeben den Nettopreis.
- Fixkosten sind mengenunabhängig, variable Kosten mengenabhängig.
- Zusatzleistungen vor der Ausführung schriftlich als Nachtrag vereinbaren.
Formeln
- Selbstkosten (vereinfachte Zuschlagskalkulation)
- Materialeinzelkosten, Lohneinzelkosten, und Gemeinkostenzuschläge als Dezimalzahl
- Nettoangebotspreis
- Zuschlag für Wagnis und Gewinn als Dezimalzahl
- Bezugspreis mit Rabatt und Skonto
- Listenpreis, Rabatt, Skonto, beide als Dezimalzahl; Bezugskosten kommen hinzu
- Gewinnschwelle
- Fixkosten, Erlös je Stück, variable Kosten je Stück
Typische Fehler in der Prüfung
- Rabatt und Skonto addiert und gemeinsam vom Listenpreis abgezogen.
- Den Gewinnzuschlag auf die Materialeinzelkosten statt auf die Selbstkosten gerechnet.
- Fixe und variable Kosten falsch zugeordnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Kalkuliere in Schichten: Materialeinzelkosten plus Materialgemeinkosten, Lohnstunden mal Stundenverrechnungssatz, Summe gleich Selbstkosten, darauf den Gewinnzuschlag, zuletzt die Umsatzsteuer. Rechne jede Stufe einzeln auf, dann findest du Fehler schnell.
- Statische Amortisation: Investition geteilt durch jährliche Ersparnis ergibt die Jahre. Die Ersparnis ist oft noch nicht gegeben, sondern kWh mal Preis. Bei Lebenszykluskosten zählen Anschaffung, Energie, Wartung und Entsorgung zusammen, bei Motoren ist Energie der mit Abstand größte Posten.
- Der Stundenverrechnungssatz muss alles decken, was der Betrieb pro produktiver Stunde ausgibt: Lohn, Lohnneben- kosten, unproduktive Zeiten wie Urlaub und Krankheit, Gemeinkosten für Fahrzeuge, Werkzeug, Büro und einen Gewinnanteil. Deshalb liegt er oft beim Drei- bis Vierfachen des Bruttostundenlohns.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Kalkulation und Wirtschaftlichkeit“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Betriebstechnik (KMK), Lernfeld 12; Umsatzsteuergesetz § 14 (Rechnungsangaben). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.