Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Qualitätssicherung, Normen und Dokumentation
Qualitätssicherung in der Elektrotechnik: Qualitätsmanagement, FMEA mit Risikoprioritätszahl, Qualitätswerkzeuge, Abnahme und Normen.
Darum geht es
Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 sorgt dafür, dass Abläufe geplant, beschrieben und ständig verbessert werden. Das Grundprinzip ist der PDCA-Kreis aus Planen, Ausführen, Prüfen und Verbessern. Für Schaltgerätekombinationen verlangt DIN EN 61439 einen Bauartnachweis vom Hersteller des Systems und einen Stücknachweis für jeden gebauten Schaltschrank.
Die FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) sucht mögliche Fehler, bevor sie auftreten. Jeder Fehler wird nach Bedeutung, Auftretenswahrscheinlichkeit und Entdeckungswahrscheinlichkeit mit je 1 bis 10 bewertet. Das Produkt ist die Risikoprioritätszahl. Fehler mit hoher Zahl werden zuerst mit Maßnahmen bearbeitet. Bei der Entdeckung gilt: je schlechter ein Fehler zu entdecken ist, desto höher die Zahl.
Weitere Werkzeuge helfen bei der Ursachensuche. Das Ishikawa-Diagramm ordnet mögliche Ursachen nach Bereichen wie Mensch, Maschine, Material und Methode. Das Pareto-Diagramm zeigt, welche wenigen Ursachen die meisten Fehler verursachen. Bei Reklamationen strukturiert ein 8D-Report die Arbeit von der Sofortmaßnahme bis zur dauerhaften Abstellung.
Mit der Abnahme bestätigt der Kunde, dass die Leistung im Wesentlichen vertragsgemäß ist. Dann geht die Gefahr auf ihn über, die Vergütung wird fällig, die Verjährungsfrist für Mängelansprüche beginnt, und die Beweislast für Mängel wechselt zum Kunden. Mängel wie falsche Beschriftungen musst du nachbessern.
Das solltest du dir merken
- Risikoprioritätszahl ist Bedeutung mal Auftreten mal Entdeckung.
- Schwer zu entdeckende Fehler bekommen eine hohe Entdeckungszahl.
- Mit der Abnahme beginnt die Verjährung der Mängelansprüche.
- Jeder Schaltschrank nach DIN EN 61439 braucht einen Stücknachweis.
Formeln
- Risikoprioritätszahl
- Bedeutung, Auftretenswahrscheinlichkeit, Entdeckungswahrscheinlichkeit, je 1 bis 10; RPZ zwischen 1 und 1000
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Entdeckungszahl umgekehrt bewertet, also gut entdeckbare Fehler hoch eingestuft.
- Die drei Bewertungen addiert statt multipliziert.
- Ishikawa- und Pareto-Diagramm in ihrem Zweck verwechselt.
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ZufallszahlenIm Projekt ist für eine Drehstrom-Zuleitung () von Länge der Spannungsfall nachzuweisen. Der Betriebsstrom beträgt bei ; laut Planungsvorgabe darf der Spannungsfall höchstens betragen. Welchen Kupferquerschnitt () muss die Leitung rechnerisch mindestens haben? Runden Sie auf zwei Nachkommastellen.
Tipps aus der Werkstatt
- PDCA ist ein Kreis, kein Strich: Plan (planen), Do (umsetzen), Check (prüfen), Act (verbessern und Standard festlegen), dann wieder von vorn. Prüfungsfrage dazu ist meist, welcher Schritt zu einer Tätigkeit gehört, also ordne jedem Buchstaben ein Beispiel aus dem Betrieb zu.
- Zur Übergabe gehören Pläne im Ist-Zustand, Prüfprotokolle nach Erstprüfung, Betriebsanleitungen und Konformitäts- nachweise. Bei Schaltgerätekombinationen verlangt die Norm Bauartnachweis und Stücknachweis. Das Abnahmeprotokoll hält Datum, Teilnehmer, Prüfergebnisse, Restmängel mit Frist und Unterschriften fest.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Qualitätssicherung, Normen und Dokumentation“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Betriebstechnik (KMK), Lernfeld 12; DIN EN ISO 9001, DIN EN IEC 60812 (FMEA), DIN EN 61439, BGB § 640 und VOB/B. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.