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Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2

Regelungstechnik

Regelungstechnik an Anlagen: Reglertypen, Kaskadenregelung, Lageregelung mit Kv-Faktor und Einstellung nach Ziegler und Nichols erklärt.

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Darum geht es

Eine Regelung misst die Regelgröße, vergleicht sie mit dem Sollwert und verstellt die Stellgröße, bis die Abweichung klein ist. Eine Steuerung arbeitet dagegen ohne Rückmeldung. In automatisierten Anlagen regelst du zum Beispiel Druck, Temperatur, Drehzahl oder Position.

Die Reglertypen unterscheiden sich im Verhalten. Der P-Regler reagiert sofort, lässt aber eine bleibende Abweichung. Der I-Anteil beseitigt sie, reagiert aber langsamer. Der PI-Regler verbindet beides, der PID-Regler reagiert zusätzlich auf schnelle Änderungen. Der Zweipunktregler schaltet nur Ein und Aus.

Antriebe arbeiten oft mit einer Kaskadenregelung. Bei einem Servoantrieb liegt innen der Stromregler, darum der Drehzahlregler und außen der Lageregler. Der innere Kreis muss am schnellsten sein, damit der äußere ihn wie ein einfaches Stellglied behandeln kann. Der Lageregler ist meist ein P-Regler; aus seinem Geschwindigkeitsverstärkungsfaktor und der Geschwindigkeit ergibt sich der Schleppabstand.

Zur Einstellung kannst du den Schwingversuch nach Ziegler und Nichols nutzen. Du betreibst den Regler als reinen P-Regler und erhöhst die Verstärkung, bis die Regelgröße gleichmäßig schwingt. Aus der kritischen Verstärkung und der Schwingungsdauer berechnest du die Reglerwerte. Danach optimierst du von Hand.

Das solltest du dir merken

  • Innerer Regelkreis einer Kaskade ist der schnellste.
  • Servoachse mit Strom-, Drehzahl- und Lageregler von innen nach außen.
  • Großes bedeutet kleinen Schleppabstand.
  • Ziegler-Nichols braucht kritische Verstärkung und Periodendauer der Dauerschwingung.

Formeln

Schleppabstand
Schleppabstand in mm, Geschwindigkeit in mm/s, in 1/s
Ziegler-Nichols, P-Regler
Verstärkung, bei der die Regelgröße gleichmäßig schwingt
Ziegler-Nichols, PI-Regler
Nachstellzeit in s, Periodendauer der Dauerschwingung in s
Ziegler-Nichols, PID-Regler
Vorhaltzeit in s

Typische Fehler in der Prüfung

  • Reihenfolge der Kaskade umgedreht und den Lageregler als innersten Kreis genannt.
  • in m/min pro mm angegeben und dann ohne Umrechnung in 1/s weitergerechnet.
  • Die Faktoren von PI- und PID-Einstellung vertauscht.

Tipps aus der Werkstatt

  • Ein digitaler Regler sieht die Regelgröße nur bei jeder Abtastung. Ist die Abtastzeit zu groß, reagiert er zu spät und der Kreis beginnt zu schwingen oder wird instabil. Faustregel: Abtastzeit deutlich kleiner als die Zeitkonstante der Strecke, im Zweifel ein Zehntel.
  • Bleibt ein Regler dauerhaft neben dem Sollwert, fehlt der I-Anteil. Ein reiner P-Regler braucht die Abweichung, um überhaupt eine Stellgröße zu erzeugen. Beim Benennen der Größen hilft der Satz: Der Sollwert führt, der Istwert wird geregelt, die Stellgröße greift ein, die Störgröße kommt von außen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Regelungstechnik“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Betriebstechnik (KMK), Lernfeld 11; DIN IEC 60050-351. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.