Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Industrielle Kommunikation und Bussysteme
Industrielle Kommunikation verständlich: Automatisierungspyramide, PROFINET RT und IRT, Adressen, Netzwerkkomponenten und Security.
Darum geht es
Die Automatisierungspyramide ordnet die Kommunikation in Ebenen. Unten liegt die Feldebene mit Sensoren, Aktoren und dezentraler Peripherie, darüber die Steuerungsebene mit SPS, dann Prozessleit-, Betriebsleit- und Unternehmensebene. Nach unten werden die Datenmengen kleiner und die Anforderungen an die Reaktionszeit strenger.
Industrial Ethernet wie PROFINET nutzt Ethernet-Technik für Echtzeitaufgaben. PROFINET RT reicht für die meisten Ein- und Ausgaben. Für taktsynchrone Servoachsen gibt es IRT; dabei ist ein Teil jedes Zyklus fest für Echtzeitdaten reserviert, damit große IT-Telegramme den Takt nicht stören.
Jede Netzwerkschnittstelle hat eine fest vergebene MAC-Adresse. Im Netz bekommt sie eine IP-Adresse, die Subnetzmaske legt fest, welche Geräte im selben Netz liegen. Ein Switch verbindet Geräte innerhalb eines Netzes, ein Router verbindet verschiedene Netze, eine Firewall filtert den Verkehr dazwischen. Ältere Feldbusse wie PROFIBUS DP bindest du über Koppler oder Proxys an PROFINET an, so kann eine Anlage schrittweise erweitert werden.
Ein Produktionsnetz darf nicht offen mit dem Firmennetz oder dem Internet verbunden sein. Nach IEC 62443 teilst du die Anlage in Zonen, trennst sie mit Firewalls, lässt nur nötige Verbindungen zu, nutzt für Fernwartung VPN und hältst Firmware aktuell. Ungenutzte Ports werden abgeschaltet.
Das solltest du dir merken
- Feldebene unten mit Sensoren und Aktoren, Unternehmensebene oben.
- IRT reserviert Zeit im Zyklus für taktsynchrone Antriebe.
- Switch innerhalb eines Netzes, Router zwischen Netzen, Firewall filtert.
- Produktionsnetze in Zonen aufteilen und nur über Firewall und VPN anbinden.
Formeln
- Übertragungsdauer eines Telegramms
- Dauer in s, Telegrammlänge in bit, Übertragungsrate in bit/s
Typische Fehler in der Prüfung
- MAC-Adresse und IP-Adresse verwechselt.
- Switch und Router in ihrer Aufgabe gleichgesetzt.
- Fernwartung über eine direkte Portfreigabe ins Internet geplant.
Tipps aus der Werkstatt
- Die Automatisierungspyramide liest du von unten nach oben: Feldebene (Sensoren, Aktoren, dezentrale E/A), Steuerungsebene (SPS), Leitebene (Visualisierung, SCADA), Betriebsleitebene (MES), Unternehmensebene (ERP). Je weiter unten, desto schneller und zyklischer muss die Kommunikation sein.
- Bei RS-485-Bussen wie PROFIBUS sitzen Abschlusswiderstände nur an den beiden Enden des Segments, und sie brauchen Versorgungsspannung. Wer ein Gerät am Ende anhängt, verschiebt das Ende und muss den Abschluss mitnehmen. Bei PROFINET gilt: Gerätename projektiert, IP-Adresse kommt vom Controller.
- Host-Adressen in einem Subnetz rechnest du aus der Präfixlänge: 32 minus Präfix ergibt die Hostbits, 2 hoch Hostbits minus 2 ergibt die nutzbaren Adressen, weil Netz- und Broadcast-Adresse wegfallen. Ein /24 hat 254, jedes Bit weniger halbiert die Zahl.
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16 Aufgaben zu „Industrielle Kommunikation und Bussysteme“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Betriebstechnik (KMK), Lernfeld 11; IEC 61158/61784, IEC 62443, DIN EN 62264. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.