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Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2

Instandsetzung, Ersatzteile und Materialdisposition

Instandsetzung an Anlagen planen: sicher trennen, Teile tauschen, Ersatzteile über Teilekataloge beschaffen, Meldebestand und Dokumentation.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Eine Instandsetzung an Rohrleitungen und Behältern beginnt mit dem sicheren Zustand: Anlagenteil abfahren, beidseitig absperren und sichern, entspannen, entleeren und spülen. Bei gefährlichen Stoffen genügt ein geschlossenes Ventil nicht; Steckscheiben oder ausgebaute Passstücke trennen zuverlässig. Gearbeitet wird nach Erlaubnisschein. Geöffnete Flanschverbindungen erhalten immer neue Dichtungen, die Schrauben werden in mehreren Durchgängen über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel angezogen. Vor der Wiederinbetriebnahme folgen Dichtheitsprüfung und gegebenenfalls eine Prüfung nach BetrSichV.

Ersatzteile findet man über Explosionszeichnung und Ersatzteilliste im Teilekatalog: Die Positionsnummer führt zur Bestellnummer. Für drucktragende Teile muss der Ersatz gleichwertig sein, nachgewiesen durch das Prüfzeugnis nach DIN EN 10204. Schweißarbeiten an Druckteilen brauchen eine Schweißanweisung und einen geprüften Schweißer. Kehrt ein Schaden immer wieder, ist eine Verbesserung sinnvoller als gleicher Ersatz, etwa ein Bogen mit größerem Radius oder ein beständigerer Werkstoff.

Die Materialdisposition sorgt dafür, dass vor Beginn alles bereitliegt. Häufig gebrauchte Teile werden über den Meldebestand nachbestellt; kritische Verschleißteile ohne Reserve hält man vorrätig. Teile werden für den Auftrag reserviert und über den Entnahmeschein gebucht. Zum Abschluss dokumentiert man Befund, Arbeiten, eingebaute Teile, Zeit und Prüfergebnis; die Unterlagen gehen in die Anlagenhistorie und die Kundenkartei.

Das solltest du dir merken

  • Erst sicher trennen, entspannen und entleeren, dann öffnen.
  • Jede geöffnete Flanschverbindung bekommt eine neue Dichtung.
  • Ersatz für Druckteile nur gleichwertig und mit Werkstoffnachweis.
  • Meldebestand ist Tagesverbrauch mal Wiederbeschaffungszeit plus Sicherheitsbestand.
  • Wiederkehrende Schäden durch Verbesserung beseitigen, nicht nur durch Ersatz.

Formeln

Meldebestand
Meldebestand in Stück, Verbrauch je Tag, Wiederbeschaffungszeit in Tagen, Sicherheitsbestand

Typische Fehler in der Prüfung

  • Den Sicherheitsbestand beim Meldebestand vergessen.
  • Eine gebrauchte Dichtung wieder eingesetzt, weil sie noch gut aussah.
  • Flanschschrauben reihum statt über Kreuz angezogen; der Flansch verkantet.
  • Einen Ersatzbogen ohne Prüfung von Werkstoff und Wanddicke eingebaut.

Tipps aus der Werkstatt

  • Meldebestand = Tagesverbrauch mal Wiederbeschaffungszeit plus Sicherheitsbestand; den Sicherheitsbestand vergessen viele. Geöffneter Flansch heißt neue Dichtung und Schrauben über Kreuz. Bei Stückzahlen mit Reserve immer aufrunden.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Instandsetzung, Ersatzteile und Materialdisposition“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 9 (Instandhalten von Anlagensystemen); DIN EN 10204. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.