Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Änderungsbedarf, Planung und Angebot
Bestehende Anlagen ändern: Bestandsaufnahme, neue Betriebsbedingungen prüfen, Einbindung im Stillstand planen, Fremdleistungen und Angebot.
Darum geht es
Eine Änderung beginnt mit der Frage, was sich ändern soll: mehr Durchsatz, ein anderes Medium, höhere Temperatur oder ein zusätzlicher Anschluss. Danach folgt die Bestandsaufnahme vor Ort. Alte Isometrien und Fließschemata stimmen selten genau, weil über die Jahre Abzweige, Halterungen und Armaturen geändert wurden. Das Aufmaß zeigt Maße, Werkstoffe, Zustand und den Platz für Montage, Hebezeug und Gerüst.
Neue Betriebsbedingungen prüft man gegen den Bestand: Hält die Rohrklasse den Druck bei der neuen Temperatur, reichen Nennweite und Pumpe für den größeren Volumenstrom, nehmen Lager und Bögen die größere Wärmedehnung auf, passt die Dämmung? Steigt der Volumenstrom in derselben Leitung, steigt die Strömungsgeschwindigkeit im gleichen Verhältnis und der Druckverlust überproportional. Die Einbindung in die laufende Anlage plant man für einen Stillstand oder als Anbohren unter Druck; vorgefertigte Rohrteile verkürzen die Arbeiten im Stillstand.
Aus Lösung und Bedarf entstehen Terminplan und Angebot. Gerüstbau, Dämmung, Elektro- und MSR-Arbeiten, zerstörungsfreie Prüfungen und die Prüfung durch die Überwachungsstelle sind meist Fremdleistungen; sie gehören mit Zuschlag in die Kalkulation und mit ihren Abhängigkeiten in den Terminplan. Das Angebot beschreibt Leistungen, Mengen, Preise, Termine, Bindefrist und Ausschlüsse. Zusätzliche Arbeiten, die sich erst beim Umbau zeigen, werden als Nachtrag vor der Ausführung mit dem Kunden abgestimmt.
Das solltest du dir merken
- Geplant wird nach dem Bestand vor Ort, nicht nach alten Plänen.
- Bei gleichem Querschnitt wächst die Strömungsgeschwindigkeit im gleichen Verhältnis wie der Volumenstrom.
- Mit steigender Temperatur sinkt der zulässige Druck von Flanschen und Rohren.
- Vorfertigung in der Werkstatt verkürzt den teuren Anlagenstillstand.
- Mehrleistungen erst nach freigegebenem Nachtrag ausführen.
Formeln
- Strömungsgeschwindigkeit
- in m/s, Volumenstrom in m³/s, Querschnitt in m², Innendurchmesser in m
- Angebotspreis aus Zuschlägen
- Material, Lohn mit Verrechnungssatz, Fremdleistung, , , Zuschlagssätze als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Volumenstrom in m³/h nicht in m³/s umgerechnet; die Geschwindigkeit ist dann 3600-mal zu groß.
- Mit dem Außendurchmesser statt dem Innendurchmesser gerechnet.
- Fremdleistungen im Angebot oder im Terminplan vergessen, obwohl sie auf dem kritischen Weg liegen.
- Den Wagnis- und Gewinnzuschlag nur auf das Material statt auf die Summe gerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Erst aufmessen, dann planen: alte Isometrien stimmen selten. Steigt der Volumenstrom in derselben Leitung um 50 %, steigt auch die Geschwindigkeit um 50 %. m³/h immer durch 3600 teilen und mit dem Innendurchmesser rechnen. Mehrarbeit erst nach freigegebenem Nachtrag.
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14 Aufgaben zu „Änderungsbedarf, Planung und Angebot“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 13 (Ändern und Anpassen von Systemen der Anlagentechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.