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Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2

Steuerstrecke, Regelkreis und Blockschaltbild

Steuern und Regeln in Anlagen: Steuerkette, geschlossener Regelkreis, Blockschaltbild, Regelabweichung, P- und PI-Regler, Totzeit und Inbetriebnahme.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Bei einer Steuerung wirkt eine Eingangsgröße über die Steuerstrecke auf die Ausgangsgröße, ohne dass das Ergebnis gemessen wird; der Wirkungsablauf ist offen. Eine Regelung misst die Regelgröße fortlaufend, vergleicht sie mit der Führungsgröße (dem Sollwert) und verstellt über das Stellglied die Stellgröße, bis die Regelabweichung verschwindet oder klein wird; der Wirkungsablauf ist geschlossen. Nur die Regelung gleicht Störgrößen aus, etwa wechselnde Entnahme, schwankende Eintrittstemperatur oder Leckagen.

Im Blockschaltbild stehen die Glieder als Kästen und die Größen als Pfeile: Messglied, Vergleichsstelle, Regler, Stellglied und Regelstrecke bilden einen Kreis. In verfahrenstechnischen Anlagen sind Regelgrößen meist Druck, Temperatur, Füllstand und Durchfluss, Stellglieder meist Stellventile oder drehzahlgeregelte Pumpen. Der P-Regler verstellt proportional zur Regelabweichung und lässt bei dauernder Störung eine bleibende Abweichung; ein I-Anteil beseitigt sie. Zu große Verstärkung oder zu kurze Nachstellzeit bringen den Kreis zum Schwingen. Zweipunktregler schalten nur ein und aus; die Schaltdifferenz bestimmt Schwankung und Schalthäufigkeit.

Totzeiten entstehen, wenn das Medium vom Stellort bis zum Messort eine Strecke zurücklegen muss. Sie machen Regelkreise träge und schwingfreudig, deshalb sitzen Fühler möglichst nahe am Stellort, aber nach ausreichender Durchmischung. Bei der Inbetriebnahme prüft man zuerst Messkreis und Stellglied einzeln, legt die Wirkungsrichtung fest, schaltet mit vorsichtigen Parametern auf Automatik und beobachtet das Einschwingen nach einem Sollwertsprung.

Das solltest du dir merken

  • Steuerung offen, Regelung geschlossen; nur die Regelung bemerkt Störungen.
  • Regelabweichung ist Sollwert minus Istwert.
  • Ein reiner P-Regler lässt bei dauernder Störung eine bleibende Regelabweichung.
  • Schwingt der Kreis, Verstärkung verringern oder Nachstellzeit verlängern.
  • Totzeit ist Leitungslänge geteilt durch Strömungsgeschwindigkeit.

Formeln

Regelabweichung
Regelabweichung, Führungsgröße (Sollwert), Regelgröße (Istwert)
Stellgröße eines P-Reglers
Stellgröße in %, Stellgröße im Arbeitspunkt, Proportionalbeiwert, Regelabweichung
Totzeit einer Rohrstrecke
Totzeit in s, Länge in m, Strömungsgeschwindigkeit in m/s, Querschnitt in m², Volumenstrom in m³/s

Typische Fehler in der Prüfung

  • Regelabweichung mit vertauschtem Vorzeichen als Istwert minus Sollwert gerechnet.
  • Das Sicherheitsventil als Teil des Regelkreises angesehen; es wirkt unabhängig davon.
  • Regler sofort auf Automatik geschaltet, ohne Messkreis und Stellventil vorher einzeln zu prüfen.
  • Volumenstrom in m³/h nicht in m³/s umgerechnet; die Totzeit wird um den Faktor 3600 falsch.

Tipps aus der Werkstatt

  • Regelabweichung ist Sollwert minus Istwert, das Vorzeichen entscheidet, ob das Ventil auf- oder zufährt. Bei der Totzeit m³/h erst durch 3600 teilen. Schwingt der Kreis, Verstärkung zurücknehmen. Das Sicherheitsventil gehört nie zum Regelkreis.

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14 Aufgaben zu „Steuerstrecke, Regelkreis und Blockschaltbild“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 10 (Einbinden von Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.