Lernfeld 8 · Prüfung Teil 2
Elektrische Schutzbereiche und Potentialausgleich im Bad
Elektrische Schutzbereiche 0, 1 und 2 im Bad, Schutzarten, RCD 30 mA und Potentialausgleich, was du als Anlagenmechaniker wissen musst.
Darum geht es
DIN VDE 0100-701 teilt Orte mit Badewanne oder Dusche in Bereiche ein. Bereich 0 ist das Innere der Wanne oder Duschwanne. Bereich 1 liegt darüber und reicht bis 225 cm über dem Fußboden. Bei einer Dusche ohne Wanne bildet der feste Wasseraustritt den Bezugspunkt, Bereich 1 reicht dann 120 cm um ihn herum. Bereich 2 schließt bei Wanne und Duschwanne 60 cm breit an Bereich 1 an.
Je näher am Wasser, desto strenger die Anforderungen. In Bereich 0 sind nur dafür vorgesehene Betriebsmittel mit Schutzkleinspannung bis 12 V Wechselspannung und Schutzart IPX7 erlaubt. In den Bereichen 1 und 2 brauchen Betriebsmittel mindestens IPX4, Steckdosen sind dort nicht zulässig. Alle Stromkreise im Bad werden zusätzlich über einen RCD mit höchstens 30 mA geschützt.
Du selbst schließt im Bad nichts elektrisch an, das macht die Elektrofachkraft. Trotzdem bestimmst du mit der Lage von Wanne, Dusche und Brausekopf, wo die Bereichsgrenzen liegen. Stimme dich deshalb vor dem Umbau ab, und melde, wenn Objekte versetzt werden. Metallene Rohrleitungen sind in den Schutzpotentialausgleich einbezogen; tauschst du Abschnitte gegen Kunststoff oder trennst du sie auf, muss die Elektrofachkraft den Potentialausgleich prüfen.
Das solltest du dir merken
- Bereich 0 Wanneninneres, Bereich 1 darüber bis 225 cm, Bereich 2 weitere 60 cm.
- Dusche ohne Wanne, Bereich 1 reicht 120 cm um den festen Wasseraustritt.
- In Bereich 1 und 2 mindestens IPX4, keine Steckdosen.
- Alle Stromkreise im Bad über RCD mit höchstens 30 mA.
- Elektrische Anschlüsse und Potentialausgleich macht die Elektrofachkraft.
Typische Fehler in der Prüfung
- Bereich 2 ab der Wand statt ab dem Wannenrand gemessen.
- RCD mit 300 mA für ausreichend gehalten; der dient nur dem Brandschutz, nicht dem Personenschutz.
- Metallene Rohrleitung durch Kunststoff ersetzt, ohne an den Potentialausgleich zu denken.
Tipps aus der Werkstatt
- Schutzbereiche im Bad: 0 = in der Wanne (SELV 12 V, IPX7), 1 = über der Wanne bis 225 cm (IPX4), 2 = 60 cm daneben (IPX4). Steckdosen erst außerhalb von Bereich 2, alle Stromkreise mit RCD 30 mA, seit 2025 ohne Ausnahme. Ohne Wanne gilt der Brausekopf als Mitte: Bereich 1 reicht 120 cm darum, kein Bereich 2, aber Bereich 0 bis 10 cm über dem Boden.
- Mindestabstand einer Steckdose rechnest du als Summe: Wannenlänge + 60 cm (bei bodengleicher Dusche: 120 cm vom Brausekopf, ohne Bereich 2). Wer die Wanne versetzt oder eine Dusche einbaut, verschiebt die Bereiche und muss das vor Beginn mit der Elektrofachkraft abstimmen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
17 Aufgaben zu „Elektrische Schutzbereiche und Potentialausgleich im Bad“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 8; DIN VDE 0100-701 (Räume und Orte mit Badewanne oder Dusche). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.