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Lernfeld 6 · Prüfung Teil 1

Dichtheitsprüfung und Geruchverschluss

Dichtheitsprüfung von Grundleitungen mit Wasser oder Luft, Prüfdruck und Prüfzeit, Geruchverschluss und Sperrwasserhöhe erklärt.

19 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Neu verlegte Grundleitungen prüfst du auf Dichtheit, bevor sie verfüllt werden, damit du undichte Verbindungen noch erreichst. Die Prüfung mit Wasser nach DIN EN 1610 läuft über ein Prüfstandrohr: Du füllst die Leitung, lässt sie eine Vorbereitungszeit stehen und prüfst dann 30 Minuten. Der Prüfdruck ergibt sich aus der Wassersäule über dem Rohrscheitel. Nachgefülltes Wasser misst du und vergleichst es mit der zulässigen Menge je Quadratmeter benetzter Innenfläche.

Die Prüfung mit Luft geht schneller und braucht kein Wasser, reagiert aber empfindlich auf Temperatur und kleine Undichtheiten an den Absperrblasen. Besteht eine Leitung die Luftprüfung nicht, darfst du mit Wasser nachprüfen; das Ergebnis der Wasserprüfung entscheidet. Jede Prüfung hältst du in einem Protokoll mit Leitung, Verfahren, Druck, Zeit, Ergebnis und Unterschrift fest.

Der Geruchverschluss hält mit seinem Sperrwasser Kanalgase aus dem Raum, die Sperrwasserhöhe beträgt mindestens 50 mm. Sperrwasser geht verloren durch Verdunstung bei selten genutzten Abläufen, durch Absaugen bei Unterdruck, durch Herausdrücken bei Überdruck und durch Fäden oder Haare, die es kapillar herausziehen. Reinigungsöffnungen sitzen unter anderem am Übergang von der Fall- zur Grundleitung.

Das solltest du dir merken

  • Grundleitungen vor dem Verfüllen prüfen.
  • Wasserprüfung nach DIN EN 1610 mit 30 Minuten Prüfzeit.
  • Bei nicht bestandener Luftprüfung entscheidet die Wasserprüfung.
  • Sperrwasserhöhe mindestens 50 mm.
  • Selten genutzte Bodenabläufe trocknen aus und riechen dann nach Kanal.

Formeln

Prüfdruck aus der Wassersäule
in Pa, Höhe des Wasserspiegels über dem Rohrscheitel in m; 1 m Wassersäule sind etwa 0,1 bar
Benetzte Innenfläche
in m², Innendurchmesser in m, Länge in m; Grundlage der zulässigen Wasserzugabe
Füllvolumen der Leitung
in m³, in m, in m; 1 m³ = 1000 l

Typische Fehler in der Prüfung

  • Für die zulässige Wasserzugabe das Volumen statt der benetzten Innenfläche verwendet.
  • Prüfdruck ab der Rohrsohle statt ab dem Rohrscheitel gemessen.
  • Nach misslungener Luftprüfung sofort aufgegraben, ohne mit Wasser nachzuprüfen.

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Zufallszahlen

Bei der Wasserdruckprüfung einer Grundleitung steht der Wasserspiegel im Prüfstandrohr über dem Rohrscheitel am tiefsten Punkt. Welcher Prüfdruck wirkt dort? Rechnen Sie mit und und geben Sie das Ergebnis in kPa an (eine Nachkommastelle).

Behälter h = 4 m p = ?ρ = 1000 kg/m³
kPa

Tipps aus der Werkstatt

  • Sperrwasserhöhe mindestens 50 mm. Riecht es aus einem Ablauf, ist das Sperrwasser meist verdunstet (selten genutzt) oder von einem Spülschwall abgesaugt worden (Unterdruck in der Fallleitung). Abhilfe: nachfüllen, Einmündung versetzen, Lüftung oder Belüftungsventil.
  • Dichtheitsprüfung vor dem Verfüllen, vollständig entlüften, Prüfdruck am Rohrscheitel. Nicht bestandene Luftprüfung → mit Wasser wiederholen, das Wasserergebnis ist maßgebend. Nie Prüfdruck oder Prüfzeit anpassen. Protokoll mit Verfahren, Druck, Dauer, Ergebnis und Unterschrift.
  • Druck aus Wassersäule: p = ρ · g · h, Faustregel 1 m Wassersäule ≈ 10 kPa ≈ 0,1 bar. Füllmenge einer Leitung: in Dezimetern rechnen, dann kommt direkt Liter heraus (1 dm³ = 1 l). 100 mm Rohr: A ≈ 0,785 dm², je Meter 7,85 l.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

19 Aufgaben zu „Dichtheitsprüfung und Geruchverschluss“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 6; DIN EN 1610 (Prüfung von Abwasserleitungen); DIN EN 12056 und DIN 1986-100. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.