Lernfeld 6 · Prüfung Teil 1
Inspektion und Wartungsplan
Inspektion und Wartungsplan an Werkzeugmaschinen: Grundmaßnahmen nach DIN 31051, Strategien, Intervalle, Messungen und Verfügbarkeit.
Darum geht es
Instandhaltung besteht nach DIN 31051 aus vier Grundmaßnahmen: Wartung verzögert den Abbau des Abnutzungsvorrats, Inspektion stellt den Istzustand fest und beurteilt ihn, Instandsetzung stellt die Funktion wieder her, und Verbesserung erhöht die Zuverlässigkeit, ohne die Funktion zu ändern. Jede Werkzeugmaschine hat einen Wartungsplan des Herstellers mit Arbeiten und Intervallen, gezählt in Betriebs- oder Spindelstunden, Tagen oder Wochen.
Man unterscheidet drei Strategien. Ausfallorientiert repariert man erst nach dem Schaden; das ist nur bei unkritischen Teilen sinnvoll. Zeitgesteuert vorbeugend tauscht man Teile nach festen Fristen, auch wenn sie noch gut sind. Zustandsorientiert misst man regelmäßig, etwa Schwingungen, Temperaturen oder die Umkehrspanne der Achsen, und greift ein, bevor die Abnutzungsgrenze erreicht ist. Für Zerspaner gehören dazu tägliche Sichtprüfungen vor Schichtbeginn und Messungen wie Rundlauf der Spindel mit Prüfdorn und Messuhr.
Wiederkehrende Prüfungen verlangt die Betriebssicherheitsverordnung; der Arbeitgeber legt sie in der Gefährdungsbeurteilung fest, durchgeführt werden sie von einer zur Prüfung befähigten Person. Alle Arbeiten werden dokumentiert. Aus der Dokumentation lassen sich Schwachstellen, Ersatzteilbedarf und Kennzahlen wie die mittlere Zeit zwischen Ausfällen (MTBF) und die technische Verfügbarkeit ablesen.
Das solltest du dir merken
- Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung sind die vier Grundmaßnahmen.
- Zustandsorientiert heißt messen und eingreifen, bevor die Abnutzungsgrenze erreicht ist.
- Die Umkehrspanne zeigt Spiel im Vorschubantrieb.
- Wiederkehrende Prüfungen führt eine befähigte Person durch.
- Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht gemacht.
Formeln
- Technische Verfügbarkeit
- mittlere Betriebszeit zwischen Ausfällen, mittlere Reparaturdauer, beide in h
- Wartungsintervall in Wochen
- Betriebs- oder Spindelstunden laut Plan, tatsächliche Stunden je Woche
Typische Fehler in der Prüfung
- Wartung und Inspektion verwechselt.
- Beim Intervall die Schichtzeit statt der tatsächlichen Spindelstunden angesetzt.
- Die Rundlaufmessung ohne Reinigung des Spindelkegels durchgeführt.
- Angenommen, jeder unterwiesene Bediener dürfe die wiederkehrende Prüfung durchführen.
Tipps aus der Werkstatt
- Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Verbesserung: Merk dir dazu je ein Werkstattbeispiel, etwa Schmieren, Umkehrspanne messen, Lager tauschen, besseren Abstreifer einbauen. In der Prüfung werden Wartung und Inspektion gern vertauscht. Inspektion heißt immer: Istzustand feststellen und beurteilen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
12 Aufgaben zu „Inspektion und Wartungsplan“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 6 (Warten und Inspizieren von Werkzeugmaschinen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.