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Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2

Feinbearbeitung: Schleifen, Läppen, Honen und Polieren

Feinbearbeitung im Werkzeugbau: Flach-, Profil- und Koordinatenschleifen gehärteter Teile sowie Hochglanzpolieren von Kavitäten in Stufen.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Schneidplatten, Stempel und Formeinsätze werden gehärtet und danach fertigbearbeitet. Flachschleifen bringt Platten auf Dicke und Parallelität; dünne, verzogene Platten unterfüttert man, schleift beide Seiten abwechselnd und arbeitet mit kleinen Zustellungen, damit sie nicht zurückfedern. Nach dem Schleifen auf der Magnetspannplatte wird entmagnetisiert. Das Profilschleifen erzeugt Stempelkonturen mit abgerichteter Profilscheibe, das Koordinatenschleifen bringt Bohrungen und Durchbrüche nach dem Härten auf Maß und Lage.

Kavitäten für Sicht- und Optikteile werden poliert. Man arbeitet in Stufen von Schleifsteinen über Diamantpasten bis 1 µm und wechselt bei jeder Stufe die Richtung, damit alte Riefen sichtbar bleiben, bis sie weg sind. Jede Körnung hat eigene Werkzeuge, zwischen den Stufen wird gereinigt. Die letzte Stufe läuft in Entformungsrichtung. Zu viel Druck oder zu langes Polieren führt zur Orangenhaut.

Ob eine Fläche Hochglanz erreicht, entscheidet auch der Stahl. Umgeschmolzene Stähle in ESU-Qualität enthalten wenige Einschlüsse und ergeben keine Pinholes oder Kometenschweife. Hochglanz entspricht Ra von wenigen hundertstel Mikrometern, feingeschliffene Flächen liegen etwa eine Zehnerpotenz darüber.

Das solltest du dir merken

  • Stufe um Stufe polieren und keine Körnung überspringen.
  • Bei jedem Stufenwechsel Richtung ändern und gründlich reinigen.
  • Letzte Polierstufe in Entformungsrichtung führen.
  • Verzogene Platten unterfüttern, nicht vom Magneten flachziehen lassen.
  • Hochglanzflächen brauchen polierfähigen Stahl in ESU-Qualität.

Formeln

Drehzahl der Schleifscheibe
in min⁻¹, Umfangsgeschwindigkeit in m/s, Scheibendurchmesser in m
Schleifzeit beim Pendelschleifen
Aufmaß in mm, Zustellung je Hub in mm, Ausfeuerhübe, Tischweg je Hub, Tischgeschwindigkeit

Typische Fehler in der Prüfung

  • Mit hohem Druck poliert, um schneller zu sein; es entsteht Orangenhaut.
  • Von grober Körnung direkt auf feinste Paste gewechselt; tiefe Riefen bleiben.
  • Eine verzogene Platte flach aufgespannt geschliffen; nach dem Lösen ist sie wieder krumm.
  • Nach dem Abrichten die Drehzahl nicht angepasst; die Umfangsgeschwindigkeit sinkt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Polieren ist Stufenarbeit: keine Körnung überspringen, bei jedem Wechsel die Richtung ändern und reinigen, zuletzt in Entformungsrichtung. Wenig Druck, sonst entsteht Orangenhaut. Verzogene Platten unterfüttern und beidseitig abwechselnd schleifen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Feinbearbeitung: Schleifen, Läppen, Honen und Polieren“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Werkzeugmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 9 (Herstellen von formgebenden Werkzeugoberflächen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.