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Berufsporträt

Werkzeugmechaniker/-in

Als Werkzeugmechaniker oder Werkzeugmechanikerin baust du die Werkzeuge, mit denen andere Firmen ihre Produkte fertigen: Stanz- und Biegewerkzeuge für Blechteile, Spritzgießformen für Kunststoffteile, Vorrichtungen und Lehren, aber auch Instrumente etwa für die Medizintechnik. Du fertigst sehr genaue Einzelteile an CNC-Maschinen, durch Erodieren und Schleifen, montierst sie, probierst das Werkzeug aus und hältst es instand.

Ausbildung
3,5 Jahre, dual
Zuständig
Industrie- und Handelskammer
Vergütung
1.243 € bis 1.563 €
im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr

Was du im Beruf machst

  1. 01Werkzeugteile fertigenDu stellst Stempel, Schneidplatten, Formeinsätze und Führungsteile nach Zeichnung oder CAD-Modell her, durch Fräsen, Drehen, Schleifen und Erodieren, oft auf den Mikrometer genau.
  2. 02Programmieren und digital fertigenDu programmierst CNC-Maschinen direkt oder über CAM-Systeme, bereitest 3D-Daten auf und prüfst Teile mit Messprogrammen auf dem Koordinatenmessgerät.
  3. 03Werkzeuge montieren und erprobenDu baust Einzelteile und Normalien zu Werkzeugen und Vorrichtungen zusammen, stellst sie ein und erprobst sie auf Pressen oder Spritzgießmaschinen bis zum ersten guten Teil.
  4. 04Wärmebehandeln und prüfenDu wählst Werkzeugstähle aus, veranlasst Härten, Anlassen und Beschichten und prüfst Härte, Maße und Oberflächen.
  5. 05Instand halten und ändernDu wartest Werkzeuge, schleifst Schneiden nach, suchst die Ursache von Fehlern am Werkstück und änderst Werkzeuge, wenn sich das Produkt ändert.

Wo du arbeitest

  • Werkzeug- und Formenbau
  • Stanz- und Umformbetriebe, etwa für die Fahrzeugindustrie
  • Kunststoffverarbeitung mit eigenem Formenbau
  • Vorrichtungs- und Sondermaschinenbau
  • Medizintechnik und Instrumentenbau
  • Werkzeugbau in großen Industriebetrieben

Was du mitbringen solltest

  • Mathematik, z. B. um Maße, Toleranzen, Schnittwerte und Kräfte zu berechnen
  • Physik und Technik, z. B. um Werkstoffe, Wärmebehandlung und Steuerungen zu verstehen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen, etwa beim Lesen von Zeichnungen und 3D-Modellen
  • Sorgfalt und Geduld, denn Werkzeugteile sind oft Einzelstücke mit sehr engen Toleranzen
  • Handwerkliches Geschick, etwa beim Montieren, Einpassen und Polieren

Ausbildung und Prüfung

3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2.

Ablauf
Duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, Dauer 3,5 Jahre. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Werkzeugmechaniker/-in gehört zu den industriellen Metallberufen mit gemeinsamer Verordnung; die ersten Lernfelder der Berufsschule teilen sich die Berufe.
Zugang
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe legen eigene Anforderungen fest; der Rahmenlehrplan der Berufsschule geht vom Hauptschulabschluss als Ausgangspunkt aus.
Verkürzen
Mit Abitur, Fachhochschulreife oder einer passenden Vorbildung kann die Ausbildung auf gemeinsamen Antrag von dir und deinem Betrieb verkürzt werden (§ 8 BBiG); bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung möglich.
Einsatzgebiete laut Verordnung
Formentechnik · Instrumententechnik · Stanztechnik · Vorrichtungstechnik

So zählt die Prüfung

Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote

Abschlussprüfung Teil 140 %

  • Komplexe Arbeitsaufgabe20 %
  • Schriftliche Aufgabenstellungen20 %

Abschlussprüfung Teil 260 %

  • Arbeitsauftrag30 %
  • Auftrags- und Funktionsanalyse12 %
  • Fertigungstechnik12 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde6 %
Prüfung realistisch übenPrüfungsbereiche, Zeiten und Bewertung wie in der echten Prüfung.

Was du verdienst

Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

  • 1. Jahr1.243 bis 1.373 €
  • 2. Jahr1.298 bis 1.408 €
  • 3. Jahr1.379 bis 1.489 €
  • 4. Jahr1.461 bis 1.563 €

Beispielhafte Vergütung brutto im Monat laut BERUFENET, Stand 03.08.2026. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland, Branche und Tarifvertrag; ohne Tarifbindung liegen sie oft niedriger.

Deine Chancen nach der Ausbildung

Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.

  1. Ausbildung abgeschlossen: Facharbeiterbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
  2. Spezialisierung

    Zusatzqualifikationen der Ausbildungsordnung

    Schon während der Ausbildung kannst du optionale Zusatzqualifikationen ablegen: Systemintegration, Prozessintegration, IT-gestützte Anlagenänderung oder Additive Fertigungsverfahren. Geprüft wird jeweils in einem fallbezogenen Fachgespräch.

  3. MeisterDQR 6, wie Bachelor

    Geprüfte/r Industriemeister/-in Fachrichtung Metall (IHK)

    Du führst Teams im Werkzeugbau, planst Abläufe, Kosten und Termine und bildest selbst aus. Der Abschluss ist bundesweit geregelt und baut auf der Ausbildung und Berufspraxis auf.

  4. TechnikerDQR 6, wie Bachelor

    Staatlich geprüfte/r Techniker/-in, z. B. Maschinentechnik

    An einer Fachschule lernst du mindestens zwei Jahre in Vollzeit oder länger in Teilzeit, Werkzeuge und Anlagen zu konstruieren und Projekte zu leiten; manche Fachschulen bieten einen Schwerpunkt Werkzeug- und Formenbau.

  5. Studium

    Studium Maschinenbau, Produktionstechnik oder Kunststofftechnik

    Mit Fachhochschulreife oder Abitur kannst du studieren, auch dual neben dem Beruf. Mit einem Meister- oder Technikerabschluss erhältst du in der Regel einen allgemeinen Hochschulzugang, auch ohne Abitur.

  6. Aufstieg

    Aufstiegs-BAföG

    Für anerkannte Fortbildungsabschlüsse wie Meister oder Techniker kannst du staatliche Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG beantragen.

    Mehr dazu

IHK und weitere Infos

IHK

Zuständig ist die Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät dich und deinen Betrieb über Ausbildungsberater, richtet die Prüfungsausschüsse ein und stellt das Zeugnis aus. Die Aufgaben der schriftlichen IHK-Prüfung kommen bundesweit einheitlich von der PAL. Deine zuständige Kammer findest du über deinen Ausbildungsort.