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Berufsporträt

Metallbauer/-in, Fachrichtung Konstruktionstechnik

Als Metallbauer oder Metallbauerin der Fachrichtung Konstruktionstechnik baust du, was an und in Gebäuden aus Stahl, Aluminium und Edelstahl besteht: Treppen, Geländer, Tore, Türen, Fenster, Fassaden, Vordächer und kleine Stahlbauten. Du nimmst beim Kunden Maß, fertigst in der Werkstatt und montierst auf der Baustelle; dazu gehören auch Torantriebe mit ihrer Steuerung und die Instandhaltung.

Ausbildung
3,5 Jahre, dual
Zuständig
Handwerkskammer
Vergütung
965 € bis 1.200 €
im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr

Was du im Beruf machst

  1. 01Beraten und aufmessenDu sprichst mit Kundinnen und Kunden über Wünsche, Nutzung und Vorschriften, nimmst vor Ort Maß und hältst alles in Skizzen und Fotos fest, damit Zeichnung und Angebot stimmen.
  2. 02Planen und kalkulierenDu liest und erstellst Zeichnungen und Stücklisten, wählst Profile, Bleche und Verbindungen aus und hilfst bei der Kalkulation von Material, Arbeitszeit und Fremdleistungen wie dem Verzinken.
  3. 03Fertigen in der WerkstattDu sägst, schneidest, kantest, walzt und biegst Halbzeuge, schweißt und schraubst sie zu Baugruppen und sorgst mit Feuerverzinken oder Beschichten für dauerhaften Korrosionsschutz.
  4. 04Montieren beim KundenDu setzt Anker in Beton und Mauerwerk, richtest Treppen, Geländer, Tore und Fenster ein, dichtest Anschlüsse ab und arbeitest dabei sicher auf Gerüsten und an Absturzkanten.
  5. 05Steuerungen in Betrieb nehmenDu montierst Antriebe für Tore und Türen mit Endlagen, Lichtschranken und Schließkantensicherungen, nimmst sie in Betrieb, misst die Schließkräfte und weist den Kunden ein.
  6. 06Prüfen und instand haltenDu prüfst Tore, Feuer- und Rauchschutztüren und Konstruktionen regelmäßig, findest Fehler, setzt sie instand und dokumentierst alles für Kunden und Prüfbuch.

Wo du arbeitest

  • Treppen und Geländer für Wohn- und Gewerbebauten
  • Tore, Torantriebe und Zaunanlagen
  • Fenster, Türen, Fassaden und Wintergärten aus Aluminium und Stahl
  • Stahlbau, Vordächer, Balkone und Bühnen
  • Brandschutz-, Rauchschutz- und Sicherheitstüren
  • Handwerksbetriebe des Metall- und Stahlbaus, Werkstatt und Baustelle

Was du mitbringen solltest

  • Mathematik, z. B. um Treppen, Längen, Massen und Kosten zu berechnen
  • Physik, z. B. für Kräfte, Wärmedehnung und einfache Elektrotechnik an Torantrieben
  • Räumliches Vorstellungsvermögen beim Aufmaß und beim Lesen von Zeichnungen
  • Handwerkliches Geschick und Sorgfalt beim Schweißen und Ausrichten
  • Freude am Kontakt mit Kundinnen und Kunden
  • Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit für die Montage

Ausbildung und Prüfung

3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2.

Ablauf
Duale Ausbildung im Handwerksbetrieb und in der Berufsschule, Dauer 3,5 Jahre, meist mit überbetrieblichen Lehrgängen, etwa zum Schweißen. Die Gesellenprüfung ist gestreckt: Teil 1 vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres ist ein praktischer Arbeitsauftrag und zählt 30 %, Teil 2 am Ende mit Kundenauftrag und schriftlichen Bereichen zählt 70 %. Die ersten vier Lernfelder teilt der Beruf mit den industriellen Metallberufen.
Zugang
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe erwarten meist einen Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss und gute Noten in Mathematik und Werken.
Verkürzen
Mit Abitur, Fachhochschulreife oder einer passenden Vorbildung kann die Ausbildung auf gemeinsamen Antrag von dir und deinem Betrieb bei der Handwerkskammer verkürzt werden; bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Gesellenprüfung möglich.
Einsatzgebiete laut Verordnung
Fachrichtung Konstruktionstechnik (Treppen, Geländer, Tore, Fenster, Fassaden, Stahlbau) · Fachrichtung Metallgestaltung (Kunstschmiede- und Gestaltungsarbeiten, Restaurierung) · Fachrichtung Nutzfahrzeugbau (Aufbauten und Anhänger für Nutzfahrzeuge)

So zählt die Prüfung

Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote

Gesellenprüfung Teil 130 %

  • Arbeitsauftrag mit situativem Fachgespräch30 %

Gesellenprüfung Teil 270 %

  • Kundenauftrag35 %
  • Konstruktionstechnik12.5 %
  • Funktionsanalyse12.5 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Prüfung realistisch übenPrüfungsbereiche, Zeiten und Bewertung wie in der echten Prüfung.

Was du verdienst

Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

  • 1. Jahr965 bis 1.000 €
  • 2. Jahr1.030 bis 1.040 €
  • 3. Jahr1.100 bis 1.120 €
  • 4. Jahr1.160 bis 1.200 €

Vorläufig: Tarif im Metallhandwerk ab August 2026, brutto im Monat, Spanne von Rheinland-Rheinhessen bis Hamburg laut Tarifmeldungen der IG Metall, noch nicht am Original geprüft. Andere Regionen weichen ab; ohne Tarifbindung gilt mindestens die gesetzliche Mindestvergütung.

Deine Chancen nach der Ausbildung

Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.

  1. Ausbildung abgeschlossen: Gesellenbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
  2. Spezialisierung

    Schweißfachmann/Schweißfachfrau

    Mit der Weiterbildung zur Schweißfachkraft übernimmst du die Schweißaufsicht im Betrieb, etwa für die Zertifizierung nach DIN EN 1090: Schweißanweisungen, Prüfung von Schweißern und Nähten, Dokumentation.

  3. Spezialisierung

    Sachkunde für Tore, Feststellanlagen und Brandschutztüren

    Herstellerschulungen und Lehrgänge machen dich zur sachkundigen Person für Prüfung und Wartung kraftbetätigter Tore, Feststellanlagen und Feuerschutzabschlüsse, ein wachsendes Arbeitsfeld.

  4. MeisterDQR 6, wie Bachelor

    Metallbauermeister/-in

    Mit dem Meisterbrief darfst du einen Metallbaubetrieb führen, Lehrlinge ausbilden und große Aufträge leiten. Die Meisterprüfung legst du vor der Handwerkskammer ab.

  5. TechnikerDQR 6, wie Bachelor

    Staatlich geprüfte/r Techniker/-in, z. B. Metallbautechnik

    An einer Fachschule lernst du zwei Jahre in Vollzeit oder länger in Teilzeit, Konstruktionen zu planen, zu berechnen und Projekte zu leiten. Voraussetzung sind die Ausbildung und Berufspraxis.

  6. Aufstieg

    Betriebswirt/-in im Handwerk

    Die Fortbildung vertieft Unternehmensführung, Personal und Marketing, etwa für die Leitung oder Übernahme eines Handwerksbetriebs, meist nach der Meisterprüfung.

  7. Studium

    Studium Bauingenieurwesen, Metallbau oder Maschinenbau

    Mit Fachhochschulreife oder Abitur kannst du studieren, auch dual. Mit dem Meisterbrief erhältst du in der Regel einen allgemeinen Hochschulzugang, auch ohne Abitur.

  8. Selbstständig

    Eigener Metallbaubetrieb

    Metallbauer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk. Für einen eigenen Betrieb brauchst du in der Regel den Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation und die Eintragung in die Handwerksrolle.

  9. Aufstieg

    Aufstiegs-BAföG

    Für anerkannte Fortbildungsabschlüsse wie Meister oder Techniker kannst du staatliche Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG beantragen.

    Mehr dazu

Handwerkskammer und weitere Infos