Berufsporträt
Mechatroniker/-in
Als Mechatroniker oder Mechatronikerin verbindest du Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnik. Du baust Bauteile zu mechatronischen Systemen wie Industrierobotern oder automatisierten Produktionsanlagen zusammen, nimmst sie in Betrieb, programmierst sie und hältst sie instand. Mit der Änderung der Ausbildungsordnung 2018 gehören Digitalisierung, Datenschutz und IT-Sicherheit fest zur Ausbildung.
- Ausbildung
- 3,5 Jahre, dual
- Zuständig
- Industrie- und Handelskammer
- Vergütung
- 1.243 € bis 1.563 €
- im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr
Was du im Beruf machst
- 01Bauteile fertigen und Baugruppen montierenDu bearbeitest Teile aus Metall und Kunststoff, fügst sie und baust Baugruppen nach Konstruktionszeichnungen zu Maschinen und Systemen zusammen.
- 02Elektrische Baugruppen installierenDu verdrahtest elektrische Komponenten nach Schaltplänen, misst und prüfst elektrische Größen und hältst die Regeln für sicheres Arbeiten an elektrischen Anlagen ein.
- 03Steuerungen aufbauen und programmierenDu baust Steuerungen auf, installierst Hard- und Software und programmierst mechatronische Systeme.
- 04Anlagen in Betrieb nehmen und übergebenDu prüfst und stellst Funktionen ein, nimmst Anlagen in Betrieb, übergibst sie an die Kundschaft und weist die Bedienenden ein.
- 05Instandhalten und Fehler suchenDu wartest mechatronische Systeme, suchst systematisch nach Fehlern und behebst Störungen, auch im Service beim Kunden.
- 06Planen und dokumentierenDu planst Arbeitsabläufe, nutzt technische Unterlagen auch auf Englisch und dokumentierst deine Ergebnisse für das Qualitätsmanagement.
Wo du arbeitest
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automatisierungstechnik
- Fahrzeugbau
- Luft- und Raumfahrzeugbau
- Medizintechnik
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Kundendienst und Service im Außeneinsatz
- Werkstätten sowie Werk- und Produktionshallen
Was du mitbringen solltest
- Mathematik, z. B. um Messwerte auszuwerten
- Physik, z. B. um Schalt- und Installationspläne zu lesen
- Informatik, z. B. um Software zu installieren
- Werken/Technik, z. B. um Bauteile aus Metall und Kunststoff anzufertigen
- Geschicklichkeit, etwa beim Montieren von Relais und beim Tauschen von Verschleißteilen
- Technisches Verständnis für Anlagen aus mechanischen und elektronischen Teilen
- Umsicht und Sorgfalt, etwa beim Beheben von Fehlfunktionen an stromführenden Anlagen
Ausbildung und Prüfung
3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2.
- Ablauf
- Duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, Dauer 3,5 Jahre. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Ausgebildet wird vor allem in der Industrie, der Beruf ist aber auch im Handwerk möglich.
- Zugang
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Unter den Neuabschlüssen 2024 hatten laut BIBB rund 61 Prozent einen Realschulabschluss, rund 32 Prozent die Hochschul- oder Fachhochschulreife und rund 5 Prozent einen Hauptschulabschluss.
- Verkürzen
- Mit Abitur, Fachhochschulreife oder einer passenden Vorbildung kann die Ausbildung auf gemeinsamen Antrag von dir und deinem Betrieb verkürzt werden (§ 8 BBiG); bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung möglich.
So zählt die Prüfung
Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote
Abschlussprüfung Teil 140 %
- Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem (Arbeitsaufgabe)20 %
- Schriftliche Aufgabenstellungen20 %
Abschlussprüfung Teil 260 %
- Arbeitsauftrag30 %
- Arbeitsplanung12 %
- Funktionsanalyse12 %
- Wirtschafts- und Sozialkunde6 %
Was du verdienst
Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
- 1. Jahr1.243 bis 1.373 €
- 2. Jahr1.298 bis 1.408 €
- 3. Jahr1.379 bis 1.489 €
- 4. Jahr1.461 bis 1.563 €
Beispielhafte tarifliche Vergütung brutto im Monat (Industrie) laut BERUFENET, Stand 03.08.2026. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland, Branche und Tarifvertrag.
Deine Chancen nach der Ausbildung
Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.
- Ausbildung abgeschlossen: Facharbeiterbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
- Spezialisierung
Zusatzqualifikationen der Ausbildungsordnung
Schon während der Ausbildung kannst du optionale Zusatzqualifikationen ablegen: Digitale Vernetzung, Programmierung, IT-Sicherheit oder Additive Fertigungsverfahren. Sie werden gesondert geprüft und bescheinigt.
Mehr dazu - MeisterDQR 6, wie Bachelor
Geprüfte/r Industriemeister/-in Fachrichtung Mechatronik (IHK)
Du führst Teams, planst Abläufe, Kosten und Instandhaltung und bildest selbst aus. Zugelassen wirst du mit bestandener Abschlussprüfung als Mechatroniker/-in; der Abschluss ist bundesweit geregelt.
Mehr dazu - MeisterDQR 6, wie Bachelor
Geprüfte/r Industriemeister/-in Fachrichtung Elektrotechnik oder Metall (IHK)
Je nachdem, ob dein Schwerpunkt eher in der Elektrotechnik oder in der Metalltechnik liegt, ist auch eine dieser Meisterfortbildungen ein Weg in die Führungsverantwortung.
- TechnikerDQR 6, wie Bachelor
Staatlich geprüfte/r Techniker/-in, z. B. Mechatronik oder Elektrotechnik
An einer Fachschule lernst du mindestens zwei Jahre in Vollzeit oder länger in Teilzeit, um Anlagen zu planen, zu konstruieren und Projekte zu leiten. Voraussetzung sind die Ausbildung und Berufspraxis.
- Aufstieg
Geprüfte/r Prozessmanager/-in Elektrotechnik
Eine Fortbildung der IHK für Fachkräfte, die betriebliche Prozesse in der Elektrotechnik planen, steuern und verbessern wollen. Laut BIBB steht sie Mechatronikern und Mechatronikerinnen offen.
- Studium
Studium Mechatronik, Maschinenbau oder Elektrotechnik
Mit Fachhochschulreife oder Abitur kannst du studieren, auch dual neben dem Beruf. Mit einem Meister- oder Technikerabschluss erhältst du in der Regel einen allgemeinen Hochschulzugang, auch ohne Abitur.
- Aufstieg
Aufstiegs-BAföG
Für anerkannte Fortbildungsabschlüsse wie Meister oder Techniker kannst du staatliche Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG beantragen, inzwischen bundesweit auch digital.
Mehr dazu
IHK und weitere Infos
Zuständig ist in der Regel die Industrie- und Handelskammer (IHK), bei Ausbildung im Handwerk die Handwerkskammer. Die Kammer trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät dich und deinen Betrieb über Ausbildungsberater, richtet die Prüfungsausschüsse ein und stellt das Zeugnis aus. Die Aufgaben der schriftlichen IHK-Prüfung kommen bundesweit einheitlich von der PAL. Deine zuständige Kammer findest du über deinen Ausbildungsort.
- BASteckbrief im BERUFENET Tätigkeiten, Ausbildung, Vergütung und Weiterbildung, von der Bundesagentur für Arbeit.
- BIBBMechatroniker/-in in der BIBB-Berufesuche Ausbildungsordnung, Änderungen von 2018, Zusatzqualifikationen und Materialien.
- BundAusbildungsverordnung (MechatronikerAusbV) Der verbindliche Rahmen für deine Ausbildung im Wortlaut.
- KMKKMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in Die Lernfelder der Berufsschule, Fassung vom 23.02.2018.
- IHKIHK-Finder Finde über Ort oder Postleitzahl die IHK, die für deinen Ausbildungsbetrieb zuständig ist.
- StatistikAusbildungsdaten Mechatroniker/-in (BIBB-Datenblatt) Neuabschlüsse und Vorbildung der Auszubildenden aus der Berufsbildungsstatistik.
- BundAufstiegs-BAföG Förderung für Meister- und Technikerfortbildungen.