Lernfeld 6 · Prüfung Teil 1
Qualitätsmanagement
Qualitätsmanagement für Mechatroniker: Qualitätsbegriff, Prüfplan, Prüfmittelüberwachung, Maschinenfähigkeit cm und cmk, Ishikawa und 8D.
Darum geht es
Qualität bedeutet nach DIN EN ISO 9000, in welchem Grad ein Produkt die Anforderungen erfüllt. Qualitätsmanagement sorgt dafür, dass Fehler gar nicht erst entstehen und erkannte Fehler dauerhaft abgestellt werden, etwa nach dem PDCA-Kreis aus Planen, Ausführen, Prüfen und Verbessern.
Ein Prüfplan legt fest, welches Merkmal mit welchem Prüfmittel, wie oft, von wem und mit welcher Dokumentation geprüft wird. Eine Stichprobe reicht meist aus; sicherheitsrelevante Merkmale prüfst du zu 100 %. Liegt ein Messwert außerhalb der Grenzmaße, ist das Teil Ausschuss oder Nacharbeit, auch wenn die Abweichung klein ist. Messmittel werden regelmäßig kalibriert: Man stellt die Abweichung gegenüber einem genaueren Normal fest und dokumentiert sie. Justieren heißt, die Abweichung am Gerät zu beseitigen.
Mit einer Maschinenfähigkeitsuntersuchung prüfst du, ob eine Maschine eine Toleranz sicher einhält. Der Kennwert vergleicht die Toleranz mit der Streuung, berücksichtigt zusätzlich die Lage des Mittelwerts zur näheren Toleranzgrenze. Häufig gefordert sind Werte von mindestens 1,67. Ist gut, aber deutlich kleiner, liegt der Prozess nicht mittig und muss zentriert werden.
Ursachen sucht man mit dem Ishikawa-Diagramm nach den Einflussgrößen Mensch, Maschine, Material, Methode und Mitwelt (5M). Reklamationen bearbeitet die 8D-Methode in festen Schritten vom Team über Sofortmaßnahmen und Ursachenanalyse bis zur Abstellmaßnahme und Vorbeugung.
Das solltest du dir merken
- Qualität ist der Grad, in dem Anforderungen erfüllt werden.
- Kalibrieren stellt die Abweichung fest, Justieren beseitigt sie.
- c_m bewertet die Streuung, c_mk zusätzlich die Lage des Mittelwerts.
- Ishikawa ordnet Ursachen nach Mensch, Maschine, Material, Methode und Mitwelt.
- Sicherheitsrelevante Merkmale zu 100 % prüfen.
Formeln
- Maschinenfähigkeit
- Toleranz (OGW minus UGW), Standardabweichung, beide in derselben Einheit
- Kritischer Maschinenfähigkeitsindex
- und obere und untere Grenze, Mittelwert der Stichprobe, Standardabweichung
Typische Fehler in der Prüfung
- Bei den Abstand zur weiter entfernten statt zur näheren Toleranzgrenze genommen.
- Bei durch statt durch geteilt.
- Kalibrieren und Justieren gleichgesetzt.
- Ein knapp außerhalb der Toleranz gemessenes Teil als gut bewertet.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein Maß außerhalb der Toleranz bleibt außerhalb, auch wenn es nur um Tausendstel geht. Zulässig sind nur Werte zwischen Mindest- und Höchstmaß. Entscheide dann: Nacharbeit möglich (zu viel Material) oder Ausschuss (zu wenig).
- Qualität heißt: Anforderungen erfüllt, nicht „besonders gut“. Die QM-Werkzeuge merkst du dir über ihren Zweck: Ishikawa sucht Ursachen, Pareto zeigt die wichtigsten Fehler, Regelkarte überwacht den Prozess, PDCA verbessert im Kreislauf.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
20 Aufgaben zu „Qualitätsmanagement“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in (1998, Fassung 2018), Lernfeld 6; DIN EN ISO 9000 und 9001; ISO 22514. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.