Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1
Spanende Fertigung mit handgeführten Werkzeugen und Maschinen
Spanende Fertigung für Mechatroniker: Bohren, Senken, Gewindeschneiden, Sägen, Feilen und Drehen mit Schnittdaten, Kernloch und Hauptzeit.
Darum geht es
Beim Spanen trennt eine Werkzeugschneide Werkstoff als Span ab. Für Maschinen wählst du die Schnittgeschwindigkeit nach Werkstoff und Werkzeug aus einer Tabelle und rechnest daraus die Drehzahl. Je größer der Durchmesser, desto kleiner die Drehzahl bei gleicher Schnittgeschwindigkeit. Beim Drehen bestimmt der Vorschub je Umdrehung zusammen mit der Drehzahl, wie lange ein Durchgang dauert.
Bohrungen werden angerissen, gekörnt und bei großen Durchmessern vorgebohrt. Das Werkstück wird fest gespannt, nie mit der Hand gehalten; an der Ständerbohrmaschine trägst du keine Handschuhe und eng anliegende Kleidung, lange Haare werden zusammengebunden. Passbohrungen wie werden etwas kleiner vorgebohrt und dann gerieben. Für Senkschrauben senkst du nach dem Bohren mit einem Kegelsenker.
Für Innengewinde bohrst du das Kernloch vor; bei metrischem Regelgewinde gilt näherungsweise Nenndurchmesser minus Steigung. Danach wird angesenkt und mit Gewindebohrer und Schneidöl geschnitten. Beim Sägen müssen immer mindestens drei Zähne im Eingriff sein, dünne Wände brauchen deshalb eine feine Zahnteilung. Zum Schlichten mit hoher Oberflächengüte nimmst du eine feine Feile (Schlichtfeile).
Weiche Werkstoffe wie Aluminium neigen zum Zusetzen; dann helfen passende Bohrer mit großem Spiralwinkel und Kühlschmierung.
Das solltest du dir merken
- Schnittgeschwindigkeit aus der Tabelle, Drehzahl daraus berechnen.
- Kernloch für Regelgewinde gleich Nenndurchmesser minus Steigung.
- Werkstück immer spannen, an der Bohrmaschine keine Handschuhe.
- Beim Sägen mindestens drei Zähne im Eingriff.
- Passbohrungen vorbohren und reiben.
Formeln
- Drehzahl aus Schnittgeschwindigkeit
- in , in m/min, in m (bei in mm mit 1000 multiplizieren)
- Hauptnutzungszeit beim Drehen
- Vorschubweg in mm, Zahl der Schnitte, Vorschub in mm je Umdrehung, in , in min
- Kernlochdurchmesser
- Nenndurchmesser und Steigung des metrischen Regelgewindes in mm
Typische Fehler in der Prüfung
- Durchmesser in mm eingesetzt, aber den Faktor 1000 vergessen; die Drehzahl ist dann 1000-fach zu klein.
- Drehzahl der Maschine über statt unter dem errechneten Wert gewählt.
- Kernloch mit dem Nenndurchmesser gebohrt.
- Grobes Sägeblatt für dünnwandiges Rohr gewählt.
Tipps aus der Werkstatt
- Drehzahl beim Bohren und Drehen: n = (vc · 1000) / (π · d). Die 1000 bringt die Schnittgeschwindigkeit von m/min auf mm/min. Vergisst du sie, ist dein Ergebnis um den Faktor 1000 zu klein und fällt beim Überschlag auf.
- Kernloch für metrische Regelgewinde: Nenndurchmesser minus Steigung ist eine brauchbare Faustformel. Danach immer ansenken, erst dann den Gewindebohrer mit Schneidöl rechtwinklig ansetzen und regelmäßig zurückdrehen, damit der Span bricht.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
18 Aufgaben zu „Spanende Fertigung mit handgeführten Werkzeugen und Maschinen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in (1998, Fassung 2018), Lernfeld 2; DIN 8589 (Fertigungsverfahren Spanen); DIN 13-1. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.