Lernfeld 15 · Prüfung Teil 2
Raumlufttechnische Anlagen
Raumlufttechnische Anlagen: Luftarten, Lüftungs-, Teilklima- und Klimaanlage, Zentralgerät, Wärmerückgewinnung und Luftvolumenstrom.
Darum geht es
Raumlufttechnische Anlagen tauschen die Luft in Gebäuden aus und behandeln sie. Nach DIN EN 16798-3 heißen die Luftarten Außenluft (ODA), Zuluft (SUP), Abluft (ETA), Fortluft (EHA) und Umluft (RCA). Nach den Luftbehandlungsfunktionen Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten unterscheidet man die Lüftungsanlage mit keiner oder einer Funktion, die Teilklimaanlage mit zwei oder drei und die Klimaanlage mit allen vier. Personen brauchen Außenluft, weil sie CO2, Feuchte und Gerüche abgeben; Umluft allein verbessert die Luftqualität nicht.
Im Zentralgerät folgen in Strömungsrichtung Außenluftklappe, Filter, Wärmerückgewinnung, Lufterhitzer, Luftkühler mit Tropfenabscheider, Befeuchter, Ventilator und Schalldämpfer, je nach Anlage etwas anders angeordnet. Wärmerückgewinnung gibt es als Plattenwärmeübertrager mit getrennten Luftströmen, als Rotationswärmeübertrager, der auch Feuchte überträgt, und als Kreislaufverbundsystem mit Wasser-Glykol für getrennte Geräte. Ihre Güte beschreibt die Rückwärmzahl: Sie gibt an, welchen Anteil der Temperaturdifferenz zwischen Abluft und Außenluft die Zuluft zurückgewinnt.
Der Zuluftvolumenstrom ergibt sich aus der Kühllast und der Untertemperatur der Zuluft. Mit dem Faustwert 0,34 Wh je Kubikmeter und Kelvin für Dichte mal Wärmekapazität lässt er sich schnell abschätzen. Die Untertemperatur wird begrenzt, damit keine Zugluft entsteht. Die Luftwechselrate setzt den Volumenstrom ins Verhältnis zum Raumvolumen. Energie sparen bedarfsgeführte Regelung über CO2-Fühler, EC-Ventilatoren, saubere Filter und eine gute Wärmerückgewinnung.
Das solltest du dir merken
- Abluft kommt aus dem Raum, Fortluft geht ins Freie.
- Klimaanlage heißt heizen, kühlen, befeuchten und entfeuchten.
- Filter sitzt vor der Wärmerückgewinnung, der Tropfenabscheider direkt hinter dem Kühler.
- Doppelte Untertemperatur halbiert den nötigen Volumenstrom.
- Mindestaußenluft je Person ist auch beim Energiesparen Pflicht.
Formeln
- Zuluftvolumenstrom aus der Kühllast
- Kühllast in W, , Untertemperatur in K, in m³/h
- Luftwechselrate
- Volumenstrom in m³/h, Raumvolumen in m³, in h⁻¹
- Rückwärmzahl
- Temperaturen von Zuluft hinter der Wärmerückgewinnung, Außenluft und Abluft in °C
Typische Fehler in der Prüfung
- Abluft und Fortluft verwechselt.
- Bei der Rückwärmzahl das Minuszeichen der Außentemperatur übersehen.
- Die Kühllast in kW statt in W in die Volumenstromformel eingesetzt.
- Eine Anlage mit Heizen und Kühlen ohne Feuchtebehandlung als Klimaanlage bezeichnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Faustformel für den Zuluftvolumenstrom: Kühllast in Watt geteilt durch 0,34 und durch die Untertemperatur in Kelvin ergibt m³/h. Und nicht verwechseln: Abluft kommt aus dem Raum, Fortluft geht nach draußen. Bei der Rückwärmzahl im Winter auf das Minus der Außentemperatur achten.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
15 Aufgaben zu „Raumlufttechnische Anlagen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in für Kältetechnik, Lernfeld 15 (Klimatechnische Anlagen und Systeme bauen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.