Zum Inhalt springen
myLernwerk

Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2

Verflüssiger

Verflüssiger auswählen und betreiben: Wärmebilanz, luft- und wassergekühlte Bauarten, Zonen im Verflüssiger, Winterbetrieb, Verschmutzung und Aufstellung.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Der Verflüssiger gibt die Wärme ab, die das Kältemittel im Verdampfer aufgenommen hat, und dazu die Energie, die der Verdichter zugeführt hat. Vereinfacht gilt: Verflüssigerleistung gleich Kälteleistung plus Antriebsleistung. Im Verflüssiger wird das heiße Druckgas zuerst enthitzt, dann kondensiert es, und am Ende wird die Flüssigkeit einige Kelvin unterkühlt. Luftgekühlte Lamellenverflüssiger sind am weitesten verbreitet; die Verflüssigungstemperatur liegt meist 10 bis 15 K über der Ansaugluft. Wassergekühlte Platten-, Koaxial- oder Rohrbündelverflüssiger sind kompakt, brauchen aber sauberes Kühlwasser.

Jedes Kelvin Verflüssigungstemperatur kostet Effizienz. Verschmutzte Lamellen, ein ausgefallener Ventilator oder ein Luftkurzschluss, bei dem die warme Abluft wieder angesaugt wird, lassen den Hochdruck steigen, bis im Extremfall der Hochdruckbegrenzer abschaltet. Bei der Aufstellung zählen darum freie Luftwege, Abstände nach Herstellerangabe, Schatten und Schallschutz zur Nachbarschaft. Luft oder Stickstoff im Kreislauf sammeln sich oben im Verflüssiger und erhöhen den Druck über den Sättigungsdruck hinaus.

Im Winter kann der Hochdruck zu stark fallen. Dann fehlt dem Expansionsventil die nötige Druckdifferenz, und der Verdampfer wird unterversorgt. Abhilfe schaffen eine Drehzahlregelung oder Stufenschaltung der Ventilatoren über den Hochdruck oder ein Verflüssigungsdruckregler, der Flüssigkeit im Verflüssiger aufstaut. Verdunstungsverflüssiger erreichen sehr niedrige Verflüssigungstemperaturen, unterliegen aber in Deutschland der 42. BImSchV mit Pflichten zur Hygiene und Legionellenkontrolle.

Das solltest du dir merken

  • Verflüssigerleistung ist Kälteleistung plus Antriebsleistung.
  • Im Verflüssiger wird enthitzt, kondensiert und unterkühlt.
  • Schmutz und Luftkurzschluss treiben den Hochdruck nach oben.
  • Im Winter wird der Hochdruck nach unten begrenzt, damit das Expansionsventil arbeitet.
  • Druck über dem Sättigungsdruck im Stillstand deutet auf Fremdgas hin.

Formeln

Wärmebilanz des Verflüssigers
Kälteleistung, Antriebsleistung des Verdichters, Wärmeverluste vernachlässigt
Kühlwasser-Massenstrom
kJ/(kg K) für Wasser, Erwärmung des Kühlwassers in K

Typische Fehler in der Prüfung

  • Die Antriebsleistung von der Kälteleistung abgezogen statt addiert.
  • Den Massenstrom in kg/s nicht in m³/h umgerechnet.
  • Den Verflüssiger so aufgestellt, dass er seine eigene Abluft wieder ansaugt.
  • Zu niedrigen Hochdruck im Winter für unbedenklich gehalten.

Tipps aus der Werkstatt

  • Der Verflüssiger muss Kälteleistung plus Verdichterleistung loswerden, also immer addieren. Steigt der Hochdruck im Sommer, zuerst Lamellen, Ventilator und Luftkurzschluss prüfen, bevor du an der Füllmenge drehst. Liegt der Druck im Stillstand über dem Sättigungsdruck zur gemessenen Temperatur, ist Luft oder Stickstoff im Kreislauf.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Verflüssiger“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in für Kältetechnik, Lernfeld 11 (Wärmeübertrager, Drosselorgane und Bauteile auswählen und montieren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.