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Berufsporträt

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in

Als Kraftfahrzeugmechatroniker oder Kraftfahrzeugmechatronikerin hältst du Autos sicher und fahrbereit. Du wartest Fahrzeuge, suchst Fehler mit Diagnosegerät und Oszilloskop und reparierst Mechanik, Elektrik und Elektronik, vom Verbrennungsmotor bis zum Hochvoltantrieb. Laut BIBB ist es seit Jahren der Ausbildungsberuf mit den meisten neuen Verträgen: 2025 waren es 24.531.

Ausbildung
3,5 Jahre, dual
Zuständig
Handwerkskammer
Vergütung
1.088 € bis 1.343 €
im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr

Was du im Beruf machst

  1. 01Warten und inspizierenDu führst Inspektionen nach Herstellervorgaben durch, wechselst Öl, Filter und Flüssigkeiten, prüfst Bremsen, Reifen und Beleuchtung und setzt das Serviceintervall zurück.
  2. 02Fehler diagnostizierenDu liest Fehlerspeicher aus, misst Signale mit Multimeter und Oszilloskop und findest Fehler in vernetzten Systemen mit Bussystemen und vielen Steuergeräten.
  3. 03Instand setzenDu reparierst Motor, Kupplung, Getriebe, Fahrwerk und Bremsen, tauschst Verschleißteile und stellst Fahrwerk und Scheinwerfer ein.
  4. 04Hochvolt und ElektromobilitätAn Hybrid- und Elektrofahrzeugen arbeitest du nach den Hochvolt-Sicherheitsregeln, prüfst Ladetechnik und Hochvoltkomponenten und wirst dafür eigens qualifiziert.
  5. 05Assistenz und KomfortDu kalibrierst Kameras und Radarsensoren von Fahrerassistenzsystemen, wartest Klimaanlagen und rüstest Systeme wie Anhängevorrichtungen oder Elektronik nach.
  6. 06Kunden beratenDu nimmst Aufträge an, erklärst Befunde und Reparaturen verständlich und bereitest Fahrzeuge auf die Hauptuntersuchung vor.

Wo du arbeitest

  • Kfz-Werkstätten und Autohäuser von Marken und freien Betrieben
  • Werkstätten von Werkstattketten und Reifen- und Schnelldiensten
  • Werkstätten von Fuhrparks, Autovermietungen und Verkehrsbetrieben
  • Fahrzeughersteller und Zulieferer, etwa in Erprobung und Qualitätssicherung
  • Pannen- und Abschleppdienste
  • Prüforganisationen und Sachverständigenbüros als Fachkraft

Was du mitbringen solltest

  • Interesse an Technik, Autos und Elektronik
  • Mathematik und Physik, etwa für Elektrik, Kräfte und Übersetzungen
  • Handwerkliches Geschick und gutes Vorstellungsvermögen für Bauteile und Abläufe
  • Systematisches Denken bei der Fehlersuche
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, weil es um Bremsen, Lenkung und Hochvolt geht
  • Freundlicher Umgang mit Kundinnen und Kunden

Ausbildung und Prüfung

3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2.

Ablauf
Duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, im Handwerk ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und wird im Handwerk und in der Industrie angeboten. Die Gesellenprüfung ist gestreckt: Teil 1 vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres, Teil 2 am Ende der Ausbildung.
Zugang
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe erwarten meist einen mittleren Schulabschluss oder einen guten ersten Schulabschluss; was der eigene Betrieb verlangt, steht in der Stellenausschreibung.
Verkürzen
Mit Abitur, Fachhochschulreife oder Vorkenntnissen kann die Ausbildung auf Antrag bei der Kammer verkürzt werden (§ 8 BBiG, § 27c HwO). Bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Prüfung möglich.
Einsatzgebiete laut Verordnung
Personenkraftwagentechnik (bei myLernwerk abgebildet) · Nutzfahrzeugtechnik · Motorradtechnik · System- und Hochvolttechnik · Karosserietechnik

So zählt die Prüfung

Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote

Gesellenprüfung Teil 135 %

  • Serviceauftrag, Arbeitsaufgabe mit situativem Fachgespräch17.5 %
  • Serviceauftrag, schriftliche Aufgaben17.5 %

Gesellenprüfung Teil 265 %

  • Kundenauftrag35 %
  • Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik10 %
  • Diagnosetechnik10 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Prüfung realistisch übenPrüfungsbereiche, Zeiten und Bewertung wie in der echten Prüfung.

Was du verdienst

Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

  • 1. Jahr1.088 bis 1.105 €
  • 2. Jahr1.126 bis 1.178 €
  • 3. Jahr1.178 bis 1.302 €
  • 4. Jahr1.224 bis 1.343 €

Tarifliche Vergütung im Kfz-Handwerk ab 1. August 2026, brutto im Monat, für Betriebe mit Tarifbindung. Die Spanne reicht vom Tarif im Bezirk der HWK Gera bis zum Tarif im Bezirk der HWK Hannover; andere Regionen weichen ab, ohne Tarifbindung gilt mindestens die gesetzliche Mindestvergütung.

Deine Chancen nach der Ausbildung

Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.

  1. Ausbildung abgeschlossen: Gesellenbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
  2. Spezialisierung

    Hochvolt, Klima und Diagnose

    Mit Lehrgängen erweiterst du deine Qualifikation, etwa für Arbeiten an Hochvoltsystemen nach DGUV Information 209-093, für Fahrzeugklimaanlagen oder für Herstellerschulungen in Diagnose und Fahrerassistenz.

  3. Aufstieg

    Geprüfte/r Kfz-Servicetechniker/-in

    Die Fortbildung der Handwerkskammer vertieft Diagnose und Service an komplexen Systemen. Damit übernimmst du schwierige Fehlersuchen und unterstützt Kolleginnen und Kollegen in der Werkstatt.

  4. MeisterDQR 6, wie Bachelor

    Kraftfahrzeugtechnikermeister/-in

    Mit der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer darfst du einen Betrieb leiten und selbst ausbilden. Zusätzlich darfst du die Bezeichnung Bachelor Professional führen.

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  5. Techniker

    Staatlich geprüfte/r Techniker/-in Fahrzeugtechnik

    Fachschulweiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend. Danach arbeitest du zum Beispiel in Entwicklung, Erprobung, Technik-Service oder Qualitätssicherung bei Herstellern und Zulieferern.

  6. Studium

    Studium Fahrzeugtechnik oder Elektromobilität

    An Hochschulen kannst du Fahrzeugtechnik, Fahrzeugelektronik oder Elektromobilität studieren, auch dual. Mit Meisterbrief darfst du in allen Bundesländern ohne Abitur studieren.

  7. Selbstständig

    Eigener Kfz-Betrieb

    Das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig. Für einen eigenen Betrieb brauchst du in der Regel den Meisterbrief und die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer.

  8. Aufstieg

    Aufstiegs-BAföG

    Lehrgangs- und Prüfungskosten für Meister- und Technikerweiterbildungen werden vom Staat gefördert, teils als Zuschuss und teils als Darlehen.

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Handwerkskammer und weitere Infos