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Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1

Bremsanlage: Mechanik prüfen und instand setzen

Bremsanlage mechanisch prüfen und instand setzen: Scheibendicke, Seitenschlag, Beläge, Sattelführungen, Pedalübersetzung und Einbremsen.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Bremsscheiben und Beläge sind Verschleißteile. Die Scheibendicke wird mit der Bügelmessschraube an mehreren Stellen der Reibfläche gemessen und mit der eingeprägten Mindestdicke („MIN TH“) verglichen. Der Seitenschlag wird mit Messuhr und Magnetstativ an der festgeschraubten Scheibe gemessen; schon Rost oder Schmutz auf der Radnabe erzeugen Schlag. Seitenschlag führt mit der Zeit zu Dickenschwankung, die der Fahrer als Pulsieren im Pedal oder Flattern im Lenkrad spürt. Scheiben und Beläge werden immer achsweise erneuert.

Beim Schwimmsattel drückt der Kolben den inneren Belag an, der Sattel verschiebt sich auf seinen Führungen und zieht den äußeren nach. Sind die Führungsbolzen schwergängig, verschleißen die Beläge ungleich oder keilförmig. Zum Belagwechsel gehören darum Reinigen und Schmieren der Führungen, Entrosten der Auflageflächen und das Anziehen der Sattelschrauben nach Reparaturleitfaden. Beim Zurückdrücken der Kolben steigt der Stand im Ausgleichsbehälter. Vor der ersten Fahrt wird das Pedal mehrmals betätigt, neue Beläge und Scheiben werden eingebremst.

Schadensbilder führen zur Ursache: Riefen deuten auf abgefahrene Beläge oder Fremdkörper, blaue Anlauffarben und Hitzerisse auf Überhitzung, ein rostiger Reibring auf lange Standzeiten. Für Berechnungen nutzt man das Hebelgesetz am Pedal und den Druck im Hauptbremszylinder . Aus dem bisherigen Belagverschleiß lässt sich die Restlaufleistung für die Kundenberatung abschätzen.

Das solltest du dir merken

  • Scheiben und Beläge immer achsweise erneuern.
  • Seitenschlag nur an der festgeschraubten Scheibe auf sauberer Nabe messen.
  • Ungleicher Belagverschleiß zeigt schwergängige Sattelführungen.
  • Nach dem Belagwechsel Pedal betätigen, Ausgleichsbehälter prüfen und einbremsen.
  • 10 N/cm² entsprechen 1 bar.

Formeln

Kraft an der Druckstange
Pedalkraft in N, Pedalübersetzung
Druck im Hauptbremszylinder
Kolbendurchmesser, in N/cm² (10 N/cm² = 1 bar)
Restlaufleistung der Beläge
Reibbelagdicken in mm, Laufleistungen in km

Typische Fehler in der Prüfung

  • Scheibendicke am Rostrand statt auf der Reibfläche gemessen.
  • Bei ungleichem Verschleiß nur die Beläge getauscht, die Führung nicht geprüft.
  • Bei der Kolbenfläche mit dem Durchmesser gerechnet, ohne durch vier zu teilen.
  • Neue Beläge ohne Pedalbetätigung und Einbremsen übergeben.

Tipps aus der Werkstatt

  • Scheiben und Beläge immer achsweise tauschen. Seitenschlag nur an der festgeschraubten Scheibe auf sauberer Nabe messen. Ungleicher Belagverschleiß innen und außen deutet meist auf schwergängige Sattelführungen. Beim Druck im Hauptbremszylinder gilt: 10 N/cm² sind 1 bar.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

14 Aufgaben zu „Bremsanlage: Mechanik prüfen und instand setzen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 2 (Einfache Baugruppen und Systeme prüfen, demontieren, austauschen und montieren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.