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Berufsporträt

Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in, Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik

Als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker oder Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikerin der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik machst du Fahrzeuge nach einem Unfall wieder sicher und schön. Du beurteilst Schäden, vermisst und richtest Karosserien, ersetzt Bleche und Bauteile nach Herstellervorgabe, bereitest Oberflächen vor, nimmst Elektrik und Fahrerassistenz wieder in Betrieb und baust Zubehör an.

Ausbildung
3,5 Jahre, dual
Zuständig
Handwerkskammer
Vergütung
998 € bis 1.448 €
im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr

Was du im Beruf machst

  1. 01Schäden aufnehmen und kalkulierenDu nimmst Unfall-, Hagel- und Korrosionsschäden auf, arbeitest mit Gutachten von Sachverständigen und kalkulierst den Reparaturweg mit Arbeitswerten, Teilen und Material.
  2. 02Vermessen und richtenDu vermisst die Karosserie mit einem 3D-Messsystem, spannst sie auf die Richtbank und bringst verformte Träger und Säulen nach Herstellervorgabe zurück in die Toleranz.
  3. 03Trennen und fügenDu trennst beschädigte Bauteile an den vorgeschriebenen Stellen heraus und fügst Neuteile durch Widerstandspunktschweißen, MIG-Löten, Nieten und Kleben, auch an Aluminium.
  4. 04Oberflächen und KorrosionsschutzDu beulst Dellen aus, auch ohne Lackieren, spachtelst und schleifst, schützt Reparaturstellen gegen Korrosion und bereitest alles für die Lackierung vor.
  5. 05Elektrik, Hochvolt und AssistenzDu klemmst Systeme fachgerecht ab und an, liest Fehlerspeicher, kalibrierst Kameras und Radarsensoren und arbeitest an Elektrofahrzeugen nach den Hochvolt-Sicherheitsregeln.
  6. 06Scheiben, Kunststoff und ZubehörDu tauschst und reparierst Scheiben, setzt Kunststoff- und Faserverbundteile instand und baust Zubehör wie Anhängevorrichtungen, Einparkhilfen und Folierungen an.

Wo du arbeitest

  • Karosserie- und Unfallinstandsetzungsbetriebe des Handwerks
  • Lackier- und Karosseriefachbetriebe
  • Autohäuser und Werkstätten mit Karosserieabteilung
  • Betriebe für Smart-Repair, Ausbeulen ohne Lackieren und Hagelschäden
  • Scheibendienste und Betriebe für Fahrzeugfolierung
  • Werkstätten von Flotten, Autovermietungen und Leasinggesellschaften

Was du mitbringen solltest

  • Interesse an Fahrzeugen, Metallbearbeitung und Elektrik
  • Mathematik, etwa für Zuschnitte, Kräfte beim Richten und Kalkulationen
  • Handwerkliches Geschick, Augenmaß und Gefühl für Formen und Flächen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen beim Vermessen und Lesen von Reparaturleitfäden
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, weil es um Crashsicherheit und Airbags geht
  • Freundlicher Umgang mit Kundinnen, Kunden und Versicherungen

Ausbildung und Prüfung

3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2.

Ablauf
Duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, dazu überbetriebliche Lehrgänge im Handwerk. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Die Gesellenprüfung ist gestreckt: Teil 1 im vierten Ausbildungshalbjahr zählt 30 %, Teil 2 am Ende mit Kundenauftrag, schriftlicher Prüfung und Wirtschafts- und Sozialkunde zählt 70 %. Im ersten Ausbildungsjahr kann die Berufsschule gemeinsam mit angehenden Kfz-Mechatronikern unterrichten.
Zugang
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe erwarten meist einen ersten oder mittleren Schulabschluss und gute Noten in Mathematik und Physik; was der eigene Betrieb verlangt, steht in der Stellenausschreibung.
Verkürzen
Mit Abitur, Fachhochschulreife oder Vorkenntnissen kann die Ausbildung auf Antrag bei der Handwerkskammer verkürzt werden (§ 8 BBiG, § 27c HwO). Bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Prüfung möglich.
Einsatzgebiete laut Verordnung
Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik (bei myLernwerk abgebildet) · Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik (Aufbauten, Anhänger und Sonderfahrzeuge bauen) · Fachrichtung Caravan- und Reisemobiltechnik (Wohnwagen und Reisemobile ausbauen und instand halten)

So zählt die Prüfung

Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote

Gesellenprüfung Teil 130 %

  • Arbeitsauftrag20 %
  • Auftragsplanung10 %

Gesellenprüfung Teil 270 %

  • Kundenauftrag40 %
  • Karosserieinstandhaltungstechnik20 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Prüfung realistisch übenPrüfungsbereiche, Zeiten und Bewertung wie in der echten Prüfung.

Was du verdienst

Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

  • 1. Jahr998 bis 1.218 €
  • 2. Jahr1.038 bis 1.282 €
  • 3. Jahr1.131 bis 1.388 €
  • 4. Jahr1.188 bis 1.448 €

Beispielhafte Vergütung brutto im Monat im Handwerk laut BERUFENET, Stand 03.08.2026. In der Industrie nennt BERUFENET 1.243 bis 1.373 € im ersten und 1.461 bis 1.563 € im vierten Jahr. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland.

Deine Chancen nach der Ausbildung

Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.

  1. Ausbildung abgeschlossen: Gesellenbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
  2. Spezialisierung

    Hochvolt, Fahrerassistenz und Smart-Repair

    Mit Lehrgängen erweiterst du deine Qualifikation, etwa für Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen nach DGUV Information 209-093, für das Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen oder für Ausbeulen ohne Lackieren.

  3. MeisterDQR 6, wie Bachelor

    Karosserie- und Fahrzeugbauermeister/-in

    Mit der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer darfst du einen Betrieb führen und selbst ausbilden. Zusätzlich darfst du die Bezeichnung Bachelor Professional führen.

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  4. Aufstieg

    Kfz-Sachverständige/-r über Weiterbildung

    Mit Berufserfahrung und einer Weiterbildung kannst du Schäden begutachten, Gutachten schreiben und Versicherungen beraten, zum Beispiel als Schadengutachter in einem Sachverständigenbüro.

  5. Techniker

    Staatlich geprüfte/r Techniker/-in Fahrzeugtechnik

    Fachschulweiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend. Danach arbeitest du zum Beispiel in Entwicklung, Erprobung, Schadenservice oder Qualitätssicherung bei Herstellern, Zulieferern und Versicherungen.

  6. Aufstieg

    Betriebswirt/-in im Handwerk

    Die Fortbildung vertieft Unternehmensführung, Personal und Marketing, etwa für die Leitung oder Übernahme eines Karosseriebetriebs, meist nach der Meisterprüfung.

  7. Studium

    Studium Fahrzeugtechnik

    An Hochschulen kannst du Fahrzeugtechnik oder Fahrzeugbau studieren, auch dual. Mit Meisterbrief darfst du in allen Bundesländern ohne Abitur studieren.

  8. Selbstständig

    Eigener Karosseriebetrieb

    Das Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerk ist zulassungspflichtig. Für einen eigenen Betrieb brauchst du in der Regel den Meisterbrief und die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer.

  9. Aufstieg

    Aufstiegs-BAföG

    Lehrgangs- und Prüfungskosten für Meister- und Technikerweiterbildungen werden vom Staat gefördert, teils als Zuschuss und teils als Darlehen.

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Handwerkskammer und weitere Infos