Lernfeld 7 · Prüfung Teil 2
Mikrocontroller, Steuerung und Sicherheit
Steuern und Regeln mit SPS und Mikrocontroller: Regelkreis, Zweipunkt- und P-Regler, SPS-Zyklus, Logik, PWM, Vorwiderstand, Not-Halt und IoT-Sicherheit.
Darum geht es
Eine Steuerung wirkt ohne Rückmeldung auf den Prozess (offener Wirkungsablauf). Eine Regelung misst die Regelgröße , vergleicht sie mit dem Sollwert und verändert die Stellgröße , bis die Regelabweichung klein ist (geschlossener Kreis). Störgrößen wie Sonneneinstrahlung wirken von außen auf die Regelstrecke. Ein Zweipunktregler kennt nur Ein und Aus, darum schwankt die Regelgröße um den Sollwert. Ein P-Regler stellt proportional zur Abweichung, lässt aber eine bleibende Regelabweichung; ein I-Anteil beseitigt sie.
Eine SPS arbeitet zyklisch: Eingänge lesen, Programm bearbeiten, Ausgänge schreiben. Die Reaktionszeit hängt von der Zykluszeit und den Verzögerungen der Ein- und Ausgänge ab und kann im ungünstigen Fall bis zu zwei Zyklen betragen. Programmiert wird nach IEC 61131-3 zum Beispiel in Kontaktplan, Funktionsbausteinsprache, Strukturiertem Text oder Ablaufsprache. Grundverknüpfungen sind UND, ODER und NICHT.
Ein Mikrocontroller wie der ESP32 führt ein Programm direkt ohne Betriebssystem aus, ein Einplatinencomputer wie der Raspberry Pi hat ein volles Betriebssystem. GPIO-Pins liefern nur wenige Milliampere; ein Relais schaltest du über einen Transistor mit Freilaufdiode. Vor eine LED gehört ein Vorwiderstand. Mit PWM steuerst du Helligkeit oder Drehzahl, der Mittelwert der Spannung folgt dem Tastgrad. Not-Halt-Taster sind rot auf gelbem Grund, rasten ein und wirken über zwangsöffnende Kontakte oder eine Sicherheitssteuerung, nie nur über normale Software. Vernetzte Geräte schützt du mit eigenen Passwörtern statt Standardzugängen, Updates, verschlüsselter Kommunikation und einem eigenen Netzsegment, wie es IEC 62443 mit Zonen und Conduits beschreibt.
Das solltest du dir merken
- Regelung hat eine Rückführung, Steuerung nicht.
- Regelabweichung ist Sollwert minus Istwert.
- Ein P-Regler allein hinterlässt eine bleibende Regelabweichung.
- SPS-Zyklus Eingänge lesen, Programm bearbeiten, Ausgänge schreiben.
- Not-Halt darf nicht allein von normaler Software abhängen.
Formeln
- Regelabweichung
- Regelabweichung, Sollwert (Führungsgröße), Istwert (Regelgröße)
- P-Regler
- Stellgröße, Proportionalbeiwert, Regelabweichung
- Tastgrad bei PWM
- Einschaltdauer, Periodendauer (), beide in s
- Mittlere Spannung bei PWM
- arithmetischer Mittelwert, Spannung im eingeschalteten Zustand in V
- Vorwiderstand einer LED
- Versorgungsspannung, Flussspannung der LED in V, LED-Strom in A
Typische Fehler in der Prüfung
- Regelabweichung mit vertauschtem Vorzeichen als Istwert minus Sollwert gerechnet.
- Steuerung und Regelung verwechselt.
- Ein Relais direkt an einen GPIO-Pin gehängt.
- Beim Vorwiderstand die Flussspannung der LED nicht abgezogen.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein Mikrocontroller-Pin liefert nur wenige Milliampere bei 3,3 oder 5 V. Lasten wie Relais brauchen einen Transistor oder Treiber plus Freilaufdiode, 230 V immer galvanisch getrennt. PWM steuert über das Tastverhältnis, nicht über die Spannungshöhe.
- IoT-Sicherheit in vier Schritten: Standardpasswörter ändern, Firmware aktuell halten, Geräte in ein eigenes VLAN, nur nötige Dienste offen. Mikrocontroller sind für Echtzeit und wenig Strom gebaut, Einplatinencomputer für ein volles Betriebssystem.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Mikrocontroller, Steuerung und Sicherheit“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Systemelektroniker/-in (KMK 2019), Lernfeld 7; DIN IEC 60050-351 (Regelungstechnik); IEC 61131-3; DIN EN ISO 13850 (Not-Halt); IEC 62443. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.