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Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2

Elektrosicherheit, Netzformen und Schutzmaßnahmen

Elektrosicherheit im Serverraum: Netzformen TN-S und TT, Schutzklassen, RCD 30 mA, Abschaltbedingung, fünf Sicherheitsregeln und Überspannungsschutz.

15 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Die Netzform beschreibt, wie Stromquelle und Körper der Betriebsmittel geerdet sind. Im TN-System ist der Sternpunkt geerdet und die Körper sind über den Schutzleiter damit verbunden. Im TN-S-System laufen Neutralleiter und Schutzleiter getrennt; das ist für IT-Räume wichtig, weil sonst Betriebsströme über Schirme und Datenleitungen fließen und Störungen verursachen. Im TT-System haben die Körper eine eigene Erdung, im IT-System ist die Stromquelle nicht oder nur hochohmig geerdet.

Der Schutz bei Fehlern nach DIN VDE 0100-410 beruht meist auf automatischer Abschaltung. Im TN-System mit 230 V muss ein Endstromkreis bis 32 A innerhalb von 0,4 s abschalten, im TT-System innerhalb von 0,2 s. Dafür darf die Schleifenimpedanz nicht zu groß sein. Ein Leitungsschutzschalter mit Charakteristik B löst sicher beim Fünffachen seines Bemessungsstroms aus, mit Charakteristik C beim Zehnfachen. Steckdosen bis 32 A für Laien erhalten zusätzlich eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit 30 mA, die bei direktem Berühren schützt.

Geräte der Schutzklasse I haben einen Schutzleiteranschluss, Schutzklasse II ist schutzisoliert, Schutzklasse III arbeitet mit Schutzkleinspannung. Vor Arbeiten an Anlagen gelten die fünf Sicherheitsregeln. Elektrische Anlagen darf nach DGUV Vorschrift 3 nur eine Elektrofachkraft errichten und ändern. Überspannungsschutz ist gestaffelt: Typ 1 (Blitzstrom) am Gebäudeeintritt, Typ 2 in der Verteilung, Typ 3 nahe am Gerät, dazu ein Potenzialausgleich. Die IP-Schutzart nennt mit der ersten Ziffer den Schutz gegen Fremdkörper, mit der zweiten gegen Wasser.

Das solltest du dir merken

  • TN-S trennt Neutral- und Schutzleiter im ganzen Netz und hält Schirme frei von Betriebsströmen.
  • Endstromkreise bis 32 A im TN-System mit 230 V schalten innerhalb von 0,4 s ab.
  • RCD mit 30 mA ist zusätzlicher Schutz, er ersetzt nicht den Schutzleiter.
  • Fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken.
  • Schutzklasse I braucht den Schutzleiter, Schutzklasse II nicht.

Formeln

Abschaltbedingung im TN-System
Schleifenimpedanz in Ω, Spannung gegen Erde (230 V), Abschaltstrom in A
Abschaltstrom eines Leitungsschutzschalters
Bemessungsstrom, bei Charakteristik B, bei Charakteristik C
Erdungswiderstand im TT-System mit RCD
Erdungswiderstand der Körper in Ω, Bemessungsdifferenzstrom des RCD in A

Typische Fehler in der Prüfung

  • Den Abschaltstrom mit dem Bemessungsstrom gleichgesetzt und den Faktor 5 oder 10 vergessen.
  • Die fünf Sicherheitsregeln in falscher Reihenfolge angewendet, etwa erden vor dem Feststellen der Spannungsfreiheit.
  • Für einen Serverraum ein TN-C-System für geeignet gehalten.
  • Milliampere des RCD nicht in Ampere umgerechnet.

Tipps aus der Werkstatt

  • Fünf Sicherheitsregeln in fester Reihenfolge: Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen, benachbarte Teile abdecken. Elektrische Arbeiten machen nur Elektrofachkräfte oder unterwiesene Personen unter deren Aufsicht.
  • Netzformen am Namen lesen: erster Buchstabe Erdung der Quelle, zweiter Erdung der Körper. TN-S führt N und PE getrennt, TN-C kombiniert sie im PEN. Ströme auf Kabelschirmen im Serverraum deuten auf TN-C-Reste und Potentialunterschiede.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Elektrosicherheit, Netzformen und Schutzmaßnahmen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: Rahmenlehrplan IT-Systemelektroniker/-in (KMK 2019), Lernfeld 10; DIN VDE 0100-410, DIN VDE 0100-444, DIN VDE 0105-100, DGUV Vorschrift 3, DIN EN 60529. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.