Lernfeld 3 · Prüfung Teil 1
Kleben, Löten und Schweißen
Kleben, Weich- und Hartlöten sowie MAG- und WIG-Schweißen im Industriebetrieb, mit Schutzgasen, Nahtdicke und Arbeitsschutz erklärt.
Darum geht es
Stoffschlüssige Verbindungen halten durch Adhäsion und Kohäsion wie beim Kleben oder durch Verschmelzen wie beim Löten und Schweißen. Beim Kleben entscheidet die Vorbereitung: Flächen entfetten, aufrauen, die vorgeschriebene Aushärtezeit und Temperatur einhalten. Klebverbindungen sind auf Scherung gut belastbar, auf Schälen und Spalten schlecht; deshalb gestaltest du sie als Überlappung mit großer Fläche.
Beim Löten schmilzt nur das Lot, die Grundwerkstoffe bleiben fest. Bis zu einer Liquidustemperatur des Lots von 450 °C spricht man von Weichlöten, darüber von Hartlöten. Hartlöten mit Silberlot ergibt deutlich festere Verbindungen. Wichtig sind ein enger, gleichmäßiger Lötspalt, damit das Lot durch Kapillarwirkung hineingezogen wird, metallisch blanke Flächen und ein passendes Flussmittel, das Oxide löst und neue Oxidation verhindert. Nach dem Löten entfernst du Flussmittelreste, weil sie korrodieren lassen können.
Beim Schweißen werden die Grundwerkstoffe an der Fügestelle geschmolzen und meist mit Zusatzwerkstoff verbunden. Die Prozessnummer nach DIN EN ISO 4063 benennt das Verfahren, etwa 135 für MAG-Schweißen mit aktivem Gas wie CO2-Mischgas für unlegierten Stahl, 131 für MIG mit inertem Gas und 141 für WIG mit nicht abschmelzender Wolframelektrode und Argon, gut für nichtrostenden Stahl und dünne Bleche. In der Zeichnung gibt das Maß a bei Kehlnähten die Nahtdicke an, also die Höhe des eingeschriebenen gleichschenkligen Dreiecks. Lichtbogenschweißen erzeugt UV-Strahlung, Rauch, Hitze und Spritzer; Schutzschild mit passender Schutzstufe, Schutzkleidung, Absaugung und abgetrennte Arbeitsplätze sind Pflicht.
Das solltest du dir merken
- Kleben auf Scherung belasten, Schälen vermeiden, Flächen gründlich vorbereiten.
- Weichlöten bis 450 °C Liquidustemperatur des Lots, darüber Hartlöten.
- Beim Löten schmilzt nur das Lot, beim Schweißen auch der Grundwerkstoff.
- MAG 135 für unlegierten Stahl, WIG 141 mit Argon für nichtrostenden Stahl.
- Das Maß a an der Kehlnaht ist die Nahtdicke, nicht die Schenkellänge.
Formeln
- Tragfähigkeit einer Klebverbindung
- Kraft in N, zulässige Scherspannung in N/mm², Breite und Überlappungslänge in mm
- Spannung in Kehlnähten
- in N/mm², Kraft in N, Nahtdicke und wirksame Nahtlänge je Naht in mm, summiert über alle Nähte
Typische Fehler in der Prüfung
- Bei mehreren Kehlnähten nur eine Naht in die Fläche eingerechnet.
- Das Maß a für die Schenkellänge der Kehlnaht gehalten.
- Löten und Schweißen verwechselt, weil beide Wärme brauchen; entscheidend ist, ob der Grundwerkstoff schmilzt.
- Für WIG-Schweißen von nichtrostendem Stahl ein CO2-haltiges Mischgas genannt.
Tipps aus der Werkstatt
- Stoffschlüssige Verbindungen lassen sich nur durch Zerstören lösen. Weichlöten liegt unter 450 °C, Hartlöten darüber. Beim Kleben entscheidet die Vorbereitung: entfetten, aufrauen und auf große Fläche bei Schubbelastung achten, Schälkräfte vermeiden.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
11 Aufgaben zu „Kleben, Löten und Schweißen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 3 (Herstellen von einfachen Baugruppen); DIN EN ISO 4063, DIN EN ISO 2553. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.