Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1
Angebot, Kosten und Beschaffung
Angebote vergleichen und Hardware beschaffen: Kaufvertrag, Lastenheft, Nutzwertanalyse, Rabatt und Skonto, Gewährleistung und Entsorgung.
Darum geht es
Am Anfang einer Beschaffung steht der Bedarf. Im Lastenheft beschreibt der Auftraggeber, was er braucht; im Pflichtenheft beschreibt der Auftragnehmer, wie er es umsetzt. Danach holst du Angebote ein. Eine Anfrage ist unverbindlich, ein Angebot bindet den Anbieter. Der Kaufvertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande, Antrag und Annahme, also etwa Angebot und Bestellung.
Angebote vergleichst du quantitativ über den Bezugspreis: Vom Listenpreis ziehst du den Rabatt ab, vom Ergebnis das Skonto und rechnest Bezugskosten wie Versand hinzu. Qualitative Merkmale wie Garantie, Service oder Lieferzeit bewertest du mit der Nutzwertanalyse: Jedes Kriterium erhält eine Gewichtung, jedes Angebot Punkte, und die Summe der gewichteten Punkte entscheidet. Skonto lohnt sich fast immer, weil der Zinsvorteil für wenige Tage hoch ist.
Nach der Lieferung prüfst du die Ware. Beim zweiseitigen Handelskauf muss ein Mangel unverzüglich gerügt werden. Die gesetzliche Gewährleistung gibt dem Käufer zuerst das Recht auf Nacherfüllung, also Reparatur oder Ersatz; erst wenn das scheitert, kommen Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz in Frage. Die Garantie ist eine freiwillige Zusage, meist des Herstellers. Altgeräte gibst du nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz zurück; Datenträger löschst du vorher sicher.
Das solltest du dir merken
- Erst Rabatt vom Listenpreis, dann Skonto vom Zieleinkaufspreis abziehen.
- Lastenheft schreibt der Auftraggeber, Pflichtenheft der Auftragnehmer.
- Gewährleistung ist gesetzlich, Garantie ist freiwillig.
- Bei Mängeln zuerst Nacherfüllung verlangen, erst danach Rücktritt oder Minderung.
- In der Nutzwertanalyse zählen die gewichteten Punkte, nicht die Rohpunkte.
Formeln
- Zieleinkaufspreis
- Preise netto in €, Rabatt in Prozent
- Bareinkaufspreis
- Skonto in Prozent; danach Bezugskosten addieren ergibt den Bezugspreis
- Nutzwert eines Angebots
- Gewichtung des Kriteriums (Summe 100 % bzw. 1), vergebene Punkte
Typische Fehler in der Prüfung
- Rabatt und Skonto addiert und gemeinsam vom Listenpreis abgezogen.
- Bei der Nutzwertanalyse die Gewichtung vergessen.
- Die Umsatzsteuer in einen Vergleich von Nettopreisen gemischt.
- Bei einem Mangel sofort Rücktritt verlangt, ohne Nacherfüllung zu ermöglichen.
Tipps aus der Werkstatt
- Rabatt und Skonto rechnest du nacheinander, nie addiert: erst den Rabatt vom Listenpreis, dann den Skonto vom Rest. Skonto gibt es nur bei Zahlung innerhalb der kurzen Frist, „30 Tage netto“ heißt ohne Abzug.
- Nutzwertanalyse: Jede Punktzahl mal ihr Gewicht, dann alles addieren. Prüfe vorher, ob die Gewichte zusammen 100 % ergeben. Das Lastenheft schreibt der Auftraggeber (was und wofür), das Pflichtenheft der Auftragnehmer (wie).
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
15 Aufgaben zu „Angebot, Kosten und Beschaffung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Berufe (KMK 2019), Lernfeld 2; BGB Kaufrecht, HGB § 377, ElektroG. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.