Berufsporträt
Fachinformatiker/-in für digitale Vernetzung
Als Fachinformatikerin oder Fachinformatiker für digitale Vernetzung verbindest du die IT mit Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen. Du bindest Sensoren, Steuerungen und Geräte an Netzwerke an, sorgst dafür, dass ihre Daten sicher und zuverlässig fließen, und findest den Fehler, wenn in einem vernetzten System etwas hakt. Gebraucht wirst du überall, wo Produktion, Logistik und Technik digital zusammenwachsen.
- Ausbildung
- 3 Jahre, dual
- Zuständig
- Industrie- und Handelskammer
- Vergütung
- 1.243 € bis 1.489 €
- im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr
Was du im Beruf machst
- 01Vernetzte Systeme planenDu analysierst, wie Maschinen, Anlagen und IT-Systeme zusammenarbeiten, und planst Netzwerke, Schnittstellen und Übertragungswege passend zu den Anforderungen des Kunden.
- 02Schnittstellen und Komponenten einbindenDu bindest Sensoren, Steuerungen, Gateways und Software in bestehende Infrastrukturen ein und richtest Protokolle wie OPC UA oder MQTT ein.
- 03Cyber-physische Systeme entwickelnDu stimmst Komponenten, Vernetzung, Programmierung und Bedienung aufeinander ab, entwickelst Testkonzepte und nimmst das System in Betrieb.
- 04Störungen diagnostizieren und behebenDu wertest Diagnose- und Prozessdaten aus, grenzst Störungen über alle Ebenen vom Sensor bis zur Auswertung ein und leitest Lösungen ein.
- 05Betrieb und Sicherheit gewährleistenDu überwachst Systemressourcen und Kennzahlen, schützt vernetzte Anlagen gegen Angriffe und hältst Systeme mit Erweiterungen und Optimierungen auf Stand.
- 06Dokumentieren, beraten und schulenDu dokumentierst Systeme und Datenflüsse, berätst Kundinnen und Kunden und schulst die Menschen, die mit dem System arbeiten.
Wo du arbeitest
- Industrieunternehmen mit vernetzter Produktion
- Anlagen- und Maschinenbau
- Logistik, Lager und Transport
- Energie- und Versorgungsunternehmen
- IT-Dienstleister und Systemhäuser mit Schwerpunkt Industrie
- IT-Abteilungen von Unternehmen und öffentlicher Verwaltung
- Werkhalle, Leitstand und Büro, oft beim Kunden vor Ort
Was du mitbringen solltest
- Informatik, z. B. um Netzwerke, Protokolle und Software zu verstehen
- Mathematik, z. B. um Datenmengen, Kennzahlen und Kosten zu berechnen
- Physik bzw. Technik, z. B. um Sensoren, Signale und Maschinen zu verstehen
- Englisch, z. B. für Datenblätter und Herstellerdokumentation
- Systematisches Denken und Ausdauer bei der Fehlersuche über mehrere Systeme
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, weil Fehler Anlagen stillsetzen können
- Kommunikationsfähigkeit im Austausch mit Technik, IT und Kundschaft
Ausbildung und Prüfung
3 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2.
- Ablauf
- Duale Ausbildung über drei Jahre im Betrieb und in der Berufsschule. In der Berufsschule lernst du nach dem KMK-Rahmenlehrplan der IT-Berufe in zwölf Lernfeldern; die ersten neun hast du mit den anderen Fachrichtungen und den IT-System-Elektronikern gemeinsam, im dritten Jahr folgen cyber-physische Systeme, Betrieb und Sicherheit vernetzter Systeme und die Optimierung eines kundenspezifischen cyber-physischen Systems.
- Zugang
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welchen Abschluss ein Betrieb erwartet, legt er selbst fest.
- Verkürzen
- Auf gemeinsamen Antrag von dir und deinem Betrieb kann die IHK die Ausbildungszeit verkürzen, wenn du das Ziel in kürzerer Zeit erreichen kannst, zum Beispiel mit Abitur oder Fachhochschulreife (§ 8 BBiG).
- Einsatzgebiete laut Verordnung
- Produktionstechnische Systeme · Prozesstechnische Systeme · Autonome Assistenz- und Transportsysteme · Logistiksysteme
So zählt die Prüfung
Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote
Abschlussprüfung Teil 120 %
- Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes20 %
Abschlussprüfung Teil 280 %
- Planen und Umsetzen eines Projektes der digitalen Vernetzung (betriebliche Projektarbeit)50 %
- Diagnose und Störungsbeseitigung in vernetzten Systemen10 %
- Betrieb und Erweiterung von vernetzten Systemen10 %
- Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Was du verdienst
Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
- 1. Jahr1.243 bis 1.373 €
- 2. Jahr1.298 bis 1.408 €
- 3. Jahr1.379 bis 1.489 €
Werte aus dem BERUFENET-Steckbrief Fachrichtung Systemintegration (gleicher Tarifbereich Industrie, brutto im Monat, Stand 2026); vor der Freigabe gegen den eigenen Steckbrief Digitale Vernetzung prüfen. Im Handwerk niedriger, je nach Bundesland und Tarif verschieden.
Deine Chancen nach der Ausbildung
Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.
- Ausbildung abgeschlossen: Facharbeiterbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
- Spezialisierung
Schwerpunkte in der digitalen Vernetzung
Du kannst dich etwa auf Industrienetze, industrielle IT-Sicherheit, Funktechnik und IoT oder Datenauswertung spezialisieren, oft mit Herstellerzertifikaten oder Lehrgängen neben dem Beruf.
- Aufstieg
Geprüfte/r Berufsspezialist/-in für Systemintegration und Vernetzung (IHK)
Erste Stufe der IT-Fortbildung nach BBiG, geregelt seit 2024. Daneben gibt es Profile für Softwareentwicklung, IT-Beratung, Datenanalyse und Informationssicherheit.
Mehr dazu - Bachelor ProfessionalDQR 6, wie Bachelor
Bachelor Professional in IT (IHK)
Zweite Stufe der IT-Fortbildung mit Schwerpunkten in IT-Domänen, Projektmanagement und Mitarbeiterführung. Zugelassen wirst du direkt mit einer bestandenen Abschlussprüfung in einem IT-Ausbildungsberuf.
Mehr dazu - Techniker
Staatlich geprüfte/r Techniker/-in Informationstechnik oder Automatisierungstechnik
Fachschule in Vollzeit oder Teilzeit mit mindestens 2400 Unterrichtsstunden; Voraussetzung ist eine passende Berufsausbildung. Der Abschluss trägt den Zusatz Bachelor Professional in Technik.
Mehr dazu - Studium
Studium Informatik, Automatisierungstechnik oder Industrie 4.0
Mit Meister, Techniker oder einer gleichgestellten Fortbildung hast du nach dem KMK-Beschluss von 2009 einen allgemeinen Hochschulzugang, auch ohne Abitur. Daneben gibt es duale Studiengänge.
Mehr dazu - Selbstständig
Selbstständig als IT-Dienstleister für Industrie und Technik
Mit Berufserfahrung kannst du dich mit Vernetzungs- und IT-Service für Betriebe selbstständig machen. Ein Meistertitel ist dafür nicht vorgeschrieben, Haftung, Verträge und Datenschutz musst du aber selbst regeln.
- Aufstieg
Förderung mit dem Aufstiegs-BAföG
Lehrgänge und Prüfungen für anerkannte Fortbildungsabschlüsse wie Techniker oder Bachelor Professional kann der Staat mit dem Aufstiegs-BAföG fördern, teils als Zuschuss.
Mehr dazu
IHK und weitere Infos
Zuständig ist die Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät dich und deinen Betrieb über Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater und richtet mit ihren Prüfungsausschüssen die Abschlussprüfung aus, einschließlich der Genehmigung deiner Projektbeschreibung für die betriebliche Projektarbeit. Die schriftlichen Aufgaben erstellt die AkA in Nürnberg für die IHKs. Deine zuständige IHK findest du über den IHK-Finder.
- BASteckbrief im BERUFENET Tätigkeiten, Ausbildung, Vergütung und Weiterbildung, von der Bundesagentur für Arbeit.
- BundFachinformatikerausbildungsverordnung FIAusbV Verordnungstext mit Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsregeln für alle Fachrichtungen.
- BIBBBIBB-Berufesuche Fachrichtung Digitale Vernetzung Steckbrief des Bundesinstituts für Berufsbildung mit Verordnung, Zeugniserläuterung und Materialien.
- KMKKMK-Rahmenlehrplan IT-Berufe (PDF) Lernfelder der Berufsschule für Fachinformatiker und IT-System-Elektroniker, Beschluss vom 13.12.2019.
- BIBBNeuordnung des IT-Weiterbildungssystems Berufsspezialist/-in und Bachelor Professional in IT seit November 2024.
- IHKAkA, Aufgabenstelle der IHKs Prüfungskataloge und frühere Prüfungsaufgaben zum Üben.
- IHKIHK-Finder Ort oder Postleitzahl eingeben und deine zuständige IHK finden.