Prüfungsbereich LF 12c · Prüfung Teil 2
Statistische Verfahren und Vorhersagemodelle
Statistik für Datenanalysten: Mittelwert, Median, Streuung, Ausreißer, Korrelation, lineare Regression, Glättung und Prognosefehler verständlich erklärt.
Darum geht es
Die beschreibende Statistik fasst Daten in wenigen Kennzahlen zusammen. Lagemaße sind das arithmetische Mittel, der Median (der mittlere Wert der sortierten Reihe) und der Modus. Der Median ist robust gegen Ausreißer, das Mittel nicht. Streuungsmaße sind Spannweite, Varianz und Standardabweichung; für eine Stichprobe teilt man bei der Varianz durch . Quartile und der Interquartilsabstand bilden den Boxplot; als Ausreißer gelten oft Werte, die mehr als das 1,5-Fache des Interquartilsabstands außerhalb der Quartile liegen.
Zusammenhänge zweier Merkmale beschreibt der Korrelationskoeffizient nach Pearson zwischen und . Korrelation ist aber keine Kausalität: Eine Drittvariable oder Selbstauswahl kann beide Größen erklären; die Wirkung einer Maßnahme prüft man mit einem Experiment wie einem A/B-Test. Die lineare Regression legt mit der Methode der kleinsten Quadrate eine Gerade durch die Punkte; Achsenabschnitt und Steigung erlauben Vorhersagen im Bereich der Daten, das Bestimmtheitsmaß zeigt den erklärten Anteil der Streuung.
Für Zeitreihen gibt es einfache Prognoseverfahren wie den gleitenden Durchschnitt und die exponentielle Glättung, bei der der Glättungsfaktor bestimmt, wie stark der letzte Istwert zählt. Bewertet wird eine Prognose an Daten, die das Modell nicht kannte; bei Zeitreihen trennt man dazu zeitlich statt zufällig. Fehlermaße wie der mittlere absolute Fehler zeigen die Güte in der Einheit der Daten und werden mit einem einfachen Vergleichsmodell verglichen.
Das solltest du dir merken
- Bei Ausreißern den Median berichten, nicht nur das Mittel.
- Stichprobe teilt durch n − 1, Grundgesamtheit durch n.
- Ein hohes r zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.
- Regression nur im Bereich der Daten zuverlässig, Extrapolation ist unsicher.
- Zeitreihen zeitlich in Training und Test teilen, nie zufällig mischen.
Formeln
- Arithmetisches Mittel
- Einzelwerte, Anzahl der Werte, in der Einheit der Werte.
- Standardabweichung der Stichprobe
- Einzelwerte, Mittelwert, Anzahl, in der Einheit der Werte.
- Lineare Regression
- Achsenabschnitt, Steigung, Einflussgröße, vorhergesagter Wert.
- Exponentielle Glättung
- Glättungsfaktor zwischen 0 und 1, letzter Istwert, letzte Prognose.
- Mittlerer absoluter Fehler
- Istwerte, Prognosewerte, Anzahl, in der Einheit der Daten.
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Median bei gerader Anzahl nicht aus den beiden mittleren Werten gebildet.
- Aus einer Korrelation eine Ursache abgeleitet.
- Prognosefehler ohne Betrag gemittelt, sodass sich Fehler aufheben.
- Zeitreihendaten zufällig gemischt und dadurch zu gute Testergebnisse erhalten.
Tipps aus der Werkstatt
- Erst sortieren, dann den Median suchen; bei gerader Anzahl die beiden mittleren Werte mitteln. Und beim Prognosefehler immer Beträge nehmen, sonst heben sich Über- und Unterschätzungen auf und das Modell sieht besser aus, als es ist.
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16 Aufgaben zu „Statistische Verfahren und Vorhersagemodelle“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker/-in (2019), Lernfeld 12c (Kundenspezifische Prozess- und Datenanalyse durchführen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.