Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
IT-Sicherheit vernetzter Antriebe
IT-Sicherheit vernetzter Antriebe: Safety und Security, Zonen und Conduits nach IEC 62443, sichere Fernwartung, Passwörter, Updates und Backups.
Darum geht es
Sobald Antriebe mit Steuerung, Leitsystem oder sogar dem Internet verbunden sind, können sie angegriffen werden. Man unterscheidet Safety, den Schutz von Menschen vor Gefährdungen durch die Maschine, und Security, den Schutz von Maschine, Programmen und Daten vor Manipulation und Angriffen. Beides hängt zusammen: Wer Parameter eines Umrichters unbemerkt verändern kann, verändert auch Drehzahlgrenzen oder Bremsrampen. Typische Einfallstore sind mitgebrachte USB-Sticks, Phishing-Mails, unveränderte Standardpasswörter und schlecht gesicherte Fernwartungszugänge.
Die Normenreihe IEC 62443 beschreibt, wie industrielle Anlagen geschützt werden. Die Anlage wird in Zonen mit gleichem Schutzbedarf eingeteilt, die nur über kontrollierte Verbindungen, die Conduits, miteinander sprechen. Ein Security-Level von 1 bis 4 beschreibt, gegen welche Angreifer eine Zone geschützt sein muss. Grundgedanke ist Defense in Depth: Mehrere Schutzschichten liegen hintereinander, vom abgeschlossenen Schaltschrank über Firewalls und Netzsegmentierung bis zu Benutzerkonten mit passenden Rechten und einer Überwachung der Zugriffe.
Für die Werkstatt heißt das ganz praktisch: Standardpasswörter bei der Inbetriebnahme ändern, nicht benötigte Dienste wie Webserver abschalten, Firmware nur aus der Quelle des Herstellers einspielen und Fernwartung nur über einen freigegebenen, protokollierten VPN-Zugang zulassen. Parametersätze und Programme werden nach jeder Änderung gesichert, damit sich ein Antrieb nach einem Defekt oder Angriff schnell wiederherstellen lässt und Veränderungen durch einen Vergleich auffallen.
Das solltest du dir merken
- Safety schützt Menschen vor der Maschine, Security schützt die Maschine vor Angriffen.
- Zonen mit gleichem Schutzbedarf sprechen nur über kontrollierte Conduits miteinander.
- Standardpasswörter werden bei der Inbetriebnahme immer geändert.
- Fernwartung nur auf Freigabe, verschlüsselt und protokolliert.
- Nach jeder Änderung den Parametersatz mit Datum und Versionsstand sichern.
Formeln
- Anzahl möglicher Passwörter
- Anzahl möglicher Zeichen je Stelle, Länge des Passworts
Typische Fehler in der Prüfung
- Safety und Security gleichgesetzt, obwohl sie verschiedene Schutzziele haben.
- Einen Umrichter direkt ins Büronetz gehängt, um Updates bequemer einzuspielen.
- Ein VLAN für eine vollwertige Firewall gehalten.
- Bei Verdacht auf Schadsoftware den Rechner ausgeschaltet und so die Spuren für die Analyse vernichtet.
Tipps aus der Werkstatt
- Drei Handgriffe bei jeder Inbetriebnahme: Standardpasswort ändern, nicht benötigte Dienste wie Webserver abschalten, Parametersatz mit Datum sichern. Fernwartung nur über einen freigegebenen, protokollierten Zugang. Merke dir den Unterschied: Safety schützt Menschen vor der Maschine, Security schützt die Maschine vor Angriffen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
12 Aufgaben zu „IT-Sicherheit vernetzter Antriebe“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik, Lernfeld 12 (Intelligente Systeme in bestehende Antriebssysteme integrieren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.