Lernfeld 7 · Prüfung Teil 2
Mikrocontroller und Signalprozessoren
Mikrocontroller und Signalprozessoren: GPIO, Register, Timer, PWM, Interrupt und Watchdog für die Konfiguration von Baugruppen erklärt.
Darum geht es
Ein Mikrocontroller vereint Rechenkern, Flash für das Programm, RAM für Variablen und Peripherie wie GPIO, Timer, AD-Umsetzer und serielle Schnittstellen auf einem Chip. Die Peripherie konfigurierst du über Register: Im Datenrichtungsregister legst du fest, ob ein Pin Eingang oder Ausgang ist, im Ausgangsregister setzt du den Pegel. Einzelne Bits änderst du mit Masken, also mit ODER zum Setzen und UND mit der invertierten Maske zum Löschen, damit die übrigen Bits bleiben, wie sie sind. Offene Eingänge brauchen einen Pull-up oder Pull-down, sonst floaten sie.
Timer zählen den durch einen Vorteiler geteilten Systemtakt. Daraus entstehen feste Zeitintervalle für Interrupts und PWM-Signale. Die PWM-Frequenz ergibt sich aus dem Timertakt geteilt durch die Zahl der Zählschritte, der Tastgrad aus dem Vergleichswert. Ein Interrupt unterbricht das Hauptprogramm bei einem Ereignis; die Service-Routine bleibt kurz, setzt ein Flag und überlässt die Arbeit dem Hauptprogramm. Gemeinsame Variablen deklarierst du als volatile.
Der Watchdog setzt den Controller zurück, wenn das Programm hängt und ihn nicht mehr rechtzeitig nachtriggert. Für rechenintensive Aufgaben wie digitale Filter nimmt man Signalprozessoren: Sie multiplizieren und addieren in einem Takt (MAC). Pins liefern nur wenige Milliampere, Relais und Motoren schaltest du immer über eine Treiberstufe.
Das solltest du dir merken
- Bits setzen mit ODER, löschen mit UND und invertierter Maske, nie das ganze Register überschreiben.
- Ein offener CMOS-Eingang hat keinen definierten Pegel, er braucht einen Pull-up oder Pull-down.
- Eine PWM-Periode hat Endwert plus eins Zählschritte.
- Interrupt-Routinen kurz halten, gemeinsame Variablen als volatile deklarieren.
- Der Watchdog bringt ein hängendes Programm durch einen Reset in einen definierten Zustand.
Formeln
- Timertakt und Takte je Intervall
- Systemtakt, Vorteiler, Timertakt, Zeitintervall, Zahl der Timertakte
- PWM-Frequenz
- Timertakt in Hz, Endwert des Zählers
- Tastgrad
- Tastgrad, Impulsdauer, Periodendauer
Typische Fehler in der Prüfung
- Durch den Endwert statt durch Endwert plus eins geteilt.
- MHz und ms beim Rechnen nicht in Hz und s umgerechnet.
- Relais direkt an den Pin gehängt, ohne Treiberstufe und Freilaufdiode.
- Das ganze Register zugewiesen und damit andere Pins mit verändert.
Tipps aus der Werkstatt
- Rechne Timer immer in Grundeinheiten: Systemtakt durch Vorteiler ergibt den Timertakt, mal Zeit ergibt die Takte. Eine PWM-Periode hat Endwert plus eins Schritte. Einzelne Bits setzt du mit ODER und löschst sie mit UND und invertierter Maske, sonst veränderst du die Nachbarpins.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Mikrocontroller und Signalprozessoren“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Geräte und Systeme (2003 i. d. F. 2018), Lernfeld 7 (Baugruppen hard- und softwareseitig konfigurieren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.