Lernfeld 6 · Prüfung Teil 2
Schaltungsanalyse und Schaltungsentwurf
Schaltungsanalyse und Schaltungsentwurf: Operationsverstärker, Transistorgrundschaltungen, RC-Filter, digitale Eingänge und Simulation.
Darum geht es
Elektronische Baugruppen setzt du aus bewährten Standardschaltungen zusammen. Beim Operationsverstärker mit Gegenkopplung rechnest du mit zwei Annahmen: Die Spannung zwischen den Eingängen ist praktisch null, und in die Eingänge fließt kein Strom. Daraus folgt die Verstärkung des invertierenden Verstärkers als Verhältnis der beiden Widerstände mit Minuszeichen und die des nichtinvertierenden Verstärkers als 1 plus dieses Verhältnis. Die Ausgangsspannung kann nie größer werden als die Versorgung erlaubt; GBW und Slew Rate aus dem Datenblatt begrenzen Frequenz und Flankensteilheit.
Ein RC-Tiefpass dämpft hohe Frequenzen, etwa Störungen vor einem AD-Umsetzer. Bei der Grenzfrequenz ist die Ausgangsspannung auf etwa 70,7 % gesunken, das sind −3 dB, und die Phase eilt um 45° nach. Transistorstufen unterscheidest du nach Emitter-, Kollektor- und Basisschaltung; die Kollektorschaltung dient als Impedanzwandler. Digitale Eingänge brauchen definierte Pegel, deshalb gehören Pull-up- oder Pull-down-Widerstände und eine Entprellung zu jedem Taster.
Der Entwurf läuft vom Lastenheft über Blockschaltbild, Schaltplan und Dimensionierung zur Simulation, etwa mit SPICE. Die Simulation spart Labormuster und zeigt Toleranzeinflüsse, ersetzt aber nicht die Messung am aufgebauten Muster, denn Layout und Störungen fehlen im Modell.
Das solltest du dir merken
- Nichtinvertierend gilt eins plus R2 durch R1, invertierend minus R2 durch R1.
- Am idealen OPV mit Gegenkopplung ist die Differenzspannung null.
- Bei der Grenzfrequenz liegen 70,7 % der Eingangsspannung am Ausgang, Phase −45°.
- Ein offener CMOS-Eingang ist verboten, er braucht einen Pull-up oder Pull-down.
- Simulation ersetzt nicht die Messung am Labormuster.
Formeln
- Verstärkung des nichtinvertierenden Verstärkers
- Spannungsverstärkung, Rückkopplungswiderstand, Widerstand vom invertierenden Eingang nach Masse
- Verstärkung des invertierenden Verstärkers
- Spannungsverstärkung, Rückkopplungswiderstand, Eingangswiderstand
- Grenzfrequenz des RC-Tiefpasses
- Grenzfrequenz in Hz, Widerstand in , Kapazität in F
Typische Fehler in der Prüfung
- Beim nichtinvertierenden Verstärker die 1 in der Verstärkungsformel vergessen.
- Eine Ausgangsspannung oberhalb der Versorgungsspannung als Ergebnis stehen gelassen.
- Bei der Grenzfrequenz den Faktor 2π vergessen oder Kilo und Nano falsch umgerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Beim Operationsverstärker hilft eine Faustprobe: Nichtinvertierend ist die Verstärkung immer mindestens 1, also 1 plus R2 durch R1. Invertierend ist es nur R2 durch R1 mit Minuszeichen. Und kein Ergebnis darf über der Versorgungsspannung liegen, sonst begrenzt der Ausgang.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Schaltungsanalyse und Schaltungsentwurf“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Geräte und Systeme (2003 i. d. F. 2018), Lernfeld 6 (Elektronische Baugruppen von Geräten konzipieren, herstellen und prüfen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.