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Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2

Elektrische Sicherheitsprüfung von Geräten

Elektrische Sicherheitsprüfung von Geräten nach DIN EN 50678 und 50699: Schutzklassen, Messverfahren, Grenzwerte und Prüfpersonal erklärt.

16 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Geräte prüfst du nach einer Instandsetzung nach DIN EN 50678 (VDE 0701) und wiederkehrend nach DIN EN 50699 (VDE 0702). Die Reihenfolge ist Sichtprüfung, Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Schutzleiter- oder Berührungsstrom, Funktionsprüfung und Dokumentation. Prüfen darf eine Elektrofachkraft; eine elektrotechnisch unterwiesene Person nur unter Leitung und Aufsicht und mit geeigneten Prüfgeräten nach DIN EN 61557.

Die Schutzklasse bestimmt die Prüfschritte. Schutzklasse I hat einen Schutzleiter, hier misst du den Schutzleiterwiderstand mit Prüfstrom vom Stecker zu jedem berührbaren leitfähigen Teil. Schutzklasse II ist schutzisoliert, erkennbar am Symbol aus zwei ineinanderliegenden Quadraten; der Schutzleiter fehlt, also entfällt dieser Schritt und der Berührungsstrom wird gemessen.

Für den Isolationswiderstand misst du mit Gleichspannung. Mindestwerte sind bei Schutzklasse I, bei Schutzklasse I mit eingeschalteten Heizelementen und bei Schutzklasse II. Den Schutzleiterstrom kannst du direkt, mit dem Differenzstromverfahren oder mit dem Ersatzableitstromverfahren messen. Beim Differenzstromverfahren misst eine Zange den Unterschied zwischen hin- und zurückfließendem Strom; was fehlt, fließt über den Schutzleiter ab. Das Ersatzableitstromverfahren arbeitet ohne Netzspannung am Gerät und eignet sich nicht für Geräte, deren Schaltung erst im Betrieb wirkt.

Das solltest du dir merken

  • Erst Sichtprüfung, dann messen, zum Schluss Funktion und Protokoll.
  • Zwei ineinanderliegende Quadrate bedeuten Schutzklasse II, keine Schutzleiterprüfung.
  • Schutzleiterwiderstand höchstens 0,3 Ω für die ersten 5 m Leitung.
  • Isolationswiderstand mit 500 V DC messen.
  • Der Differenzstrom ist der Unterschied zwischen Außen- und Neutralleiterstrom.

Formeln

Schutzleiterwiderstand
in Ω, Spannungsfall zwischen Schutzkontakt und Gehäuse in V, Prüfstrom in A
Differenzstrom
Differenzstrom in A, Strom im Außenleiter, Strom im Neutralleiter

Typische Fehler in der Prüfung

  • Den Grenzwert für Schutzklasse II auf ein Gerät mit Heizelement der Schutzklasse I angewendet.
  • Differenzstrom in A angegeben, obwohl der Grenzwert in mA vorliegt.
  • Ersatzableitstrom bei Geräten mit netzabhängig schaltender Elektronik verwendet.
  • Prüfung von einer unterwiesenen Person ohne Aufsicht einer Elektrofachkraft durchführen lassen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Grenzwerte, die du auswendig kennen solltest: Schutzleiterwiderstand höchstens 0,3 Ohm (bis 5 m Leitung), Isolationswiderstand mindestens 1 Megaohm bei Schutzklasse I und 2 Megaohm bei Schutzklasse II, gemessen mit 500 V Gleichspannung.
  • Zwei ineinander liegende Quadrate bedeuten Schutzklasse II: kein Schutzleiter, also keine Schutzleiterprüfung, dafür Berührungsstrom und höherer Isolationswiderstand. Widerstand aus Prüfstrom und Spannungsfall: R = U / I, nicht umgekehrt.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

16 Aufgaben zu „Elektrische Sicherheitsprüfung von Geräten“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Geräte und Systeme 18.12.2020, Lernfeld 11; DIN EN 50678 (VDE 0701), DIN EN 50699 (VDE 0702), DIN EN 61557. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.