Zum Inhalt springen
myLernwerk

Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2

Steuerungen von Fertigungsanlagen

Steuerungen in der Fertigung: Ablauf- und Verknüpfungssteuerung, GRAFCET, Steuerungsbauformen, Not-Halt, IT-Schutzziele und Prozessfähigkeit.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Fertigungsanlagen werden von Steuerungen geführt. Eine Verknüpfungssteuerung bildet die Ausgänge direkt aus logischen Verknüpfungen der Eingänge. Eine Ablaufsteuerung arbeitet Schritt für Schritt; der nächste Schritt wird erst aktiv, wenn die Übergangsbedingung erfüllt ist, meist eine Rückmeldung eines Sensors. Dargestellt wird sie als GRAFCET nach DIN EN 60848 mit Anfangsschritt im Doppelrahmen, Transitionen und Aktionen. Je nach Anlage kommen Kompaktsteuerungen, modulare SPS mit dezentraler Peripherie oder PC-basierte Steuerungen zum Einsatz.

Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt, Schutztüren und Lichtvorhänge laufen über Sicherheitsrelais oder Sicherheitssteuerungen und wirken auch dann, wenn das Standardprogramm fehlerhaft ist. Not-Halt arbeitet in Stoppkategorie 0 oder 1, Abschaltsignale werden über Öffner ausgewertet, und nach dem Rücksetzen läuft die Anlage erst nach bewusster Quittierung an. Den Abstand eines Lichtvorhangs zur Gefahrstelle bestimmt die Nachlaufzeit der Maschine. Vernetzte Steuerungen müssen außerdem Verfügbarkeit, Integrität, Vertraulichkeit und Authentizität sichern.

Programmänderungen werden mit vor- und nachgelagerten Bereichen abgestimmt, vorher gesichert, offline getestet und danach dokumentiert. Bei Störungen zeigt der Online-Status, auf welche Weiterschaltbedingung die Kette wartet. Die Qualität eines Prozesses beschreibt der Prozessfähigkeitsindex: Er setzt den Abstand des Mittelwerts zur nächsten Toleranzgrenze ins Verhältnis zur dreifachen Standardabweichung. Taktzeiten sinken, wenn unabhängige Schritte parallel ablaufen.

Das solltest du dir merken

  • Ablaufsteuerung schaltet nur bei erfüllter Transition weiter.
  • Not-Halt nur in Stoppkategorie 0 oder 1 und nie allein über das Standardprogramm.
  • Lichtvorhang: S = K · T + C, T enthält alle Reaktions- und Nachlaufzeiten.
  • Vor jeder Programmänderung sichern, danach Sicherheitsfunktionen erneut prüfen.
  • Cpk nimmt den kleineren Abstand zur Toleranzgrenze, Cp die ganze Toleranz.

Formeln

Mindestabstand einer Schutzeinrichtung
Annäherungsgeschwindigkeit, Nachlaufzeit des Gesamtsystems, Zuschlag aus dem Auflösungsvermögen
Prozessfähigkeitsindex
Mittelwert, Standardabweichung, und Toleranzgrenzen

Typische Fehler in der Prüfung

  • Verknüpfungs- und Ablaufsteuerung verwechselt.
  • Beim Lichtvorhang nur die Ansprechzeit statt der ganzen Nachlaufzeit eingesetzt.
  • Für Cpk die ganze Toleranz durch sechs Sigma geteilt.
  • Eine gespeicherte Aktion gesetzt, aber nie zurückgesetzt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Bleibt eine Schrittkette stehen, schau zuerst, auf welche Weiterschaltbedingung sie wartet, und prüfe dann genau dieses Signal im Online-Status. Not-Halt läuft nie nur über das Standardprogramm. Beim Lichtvorhang zählen alle Zeiten: Ansprechzeit, Steuerung und Nachlauf der Maschine, zusammen in Sekunden mal 2000 mm/s, dazu der Zuschlag C aus dem Auflösungsvermögen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Steuerungen von Fertigungsanlagen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Geräte und Systeme (2003 i. d. F. 2018), Lernfeld 10; DIN EN 60848, DIN EN 60204-1, DIN EN ISO 13855. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.