Berufsporträt
Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik
Als Elektronikerin oder Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik sorgst du dafür, dass Strom sicher in Gebäude kommt und dort verteilt, gesteuert und genutzt wird. Du installierst Leitungen und Verteiler, vernetzt Gebäudetechnik und nimmst Anlagen zur Energieerzeugung in Betrieb. Mit Photovoltaik, Wärmepumpen, Ladestationen und vernetzten Gebäuden wächst das Aufgabenfeld des Elektrohandwerks.
- Ausbildung
- 3,5 Jahre, dual
- Zuständig
- Handwerkskammer
- Vergütung
- 800 € bis 1.390 €
- im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr
Was du im Beruf machst
- 01Elektrische Anlagen installierenDu verlegst Leitungen und Kabel, setzt Verteiler, Schalter und Steckdosen und schließt Geräte und Anlagen in Wohn- und Zweckbauten an.
- 02Gebäudesystemtechnik einrichtenDu baust und programmierst vernetzte Systeme für Licht, Jalousien, Heizung und Zutritt und richtest Netzwerke und Kommunikationsanlagen ein.
- 03Energieanlagen in Betrieb nehmenDu nimmst Energiewandlungssysteme wie Photovoltaikanlagen mit Speicher in Betrieb und bindest sie an das Gebäude und das Netz an.
- 04Antennen- und Breitbandanlagen aufbauenDu installierst Antennen-, Satelliten- und Breitbandanlagen und sorgst dafür, dass Signale in allen Räumen ankommen.
- 05Prüfen und MessenDu misst elektrische Werte, prüfst Schutzmaßnahmen und führst Wiederholungsprüfungen durch, damit Anlagen und Geräte sicher bleiben.
- 06Fehler suchen und Anlagen instand haltenDu findest Störungen systematisch, tauschst defekte Teile, passt Anlagen an neue Anforderungen an und dokumentierst deine Arbeit für die Kundschaft.
Wo du arbeitest
- Betriebe des Elektro- und informationstechnischen Handwerks
- Baustellen im Neubau und in der Sanierung
- Privathaushalte, Büros, Schulen und Gewerbebauten
- Anlagen zur Energieverteilung und Energieerzeugung
- Technische Gebäudeausrüster
- Immobilienwirtschaft und Hausverwaltungen
- Kommunale Betriebe
Was du mitbringen solltest
- Mathematik, z. B. um den Materialbedarf zu berechnen
- Physik, z. B. für das Verlegen von Energie- und Hochfrequenzkabeln
- Werken/Technik, z. B. für die Installation von Beleuchtungssystemen
- Informatik, z. B. für die Programmierung von Automatisierungssystemen
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein beim Prüfen von Sicherheitsfunktionen
- Geschicklichkeit, Umsicht und technisches Verständnis bei Arbeiten an stromführenden Teilen
Ausbildung und Prüfung
3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2.
- Ablauf
- Duale Ausbildung im Handwerksbetrieb und in der Berufsschule, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Der Beruf Elektroniker/-in hat zwei Fachrichtungen; du lernst in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik. Im ersten Jahr können Berufsschulklassen gemeinsam mit anderen Elektroberufen lernen.
- Zugang
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss ein.
- Verkürzen
- Mit Abitur, Fachhochschulreife oder einer passenden Vorbildung kann die Ausbildungszeit auf Antrag bei der Handwerkskammer verkürzt werden. Bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Gesellenprüfung möglich.
So zählt die Prüfung
Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote
Gesellenprüfung Teil 130 %
- Arbeitsaufgabe mit situativem Fachgespräch15 %
- Schriftliche Aufgabenstellungen15 %
Gesellenprüfung Teil 270 %
- Kundenauftrag36 %
- Systementwurf12 %
- Funktions- und Systemanalyse12 %
- Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Was du verdienst
Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
- 1. Jahr800 bis 1.140 €
- 2. Jahr854 bis 1.190 €
- 3. Jahr977 bis 1.290 €
- 4. Jahr1.014 bis 1.390 €
Beispielhafte tarifliche Vergütung brutto im Monat (Handwerk) laut BERUFENET, Stand 03.08.2026. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland, Branche und Tarifvertrag.
Deine Chancen nach der Ausbildung
Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.
- Ausbildung abgeschlossen: Gesellenbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
- Spezialisierung
Spezialisierung auf Photovoltaik, Elektromobilität oder Smart Home
Mit Lehrgängen der Kammern, Verbände und Hersteller vertiefst du dich in Themen wie Solaranlagen und Speicher, Ladeinfrastruktur oder vernetzte Gebäudetechnik.
- MeisterDQR 6, wie Bachelor
Elektrotechnikermeister/-in (HWK)
Als Meisterin oder Meister leitest du Projekte und Teams, bildest Lehrlinge aus und kannst einen eigenen Betrieb führen. Zusätzlich darfst du die Bezeichnung Bachelor Professional führen.
Mehr dazu - Aufstieg
Gebäudeenergieberater/-in (HWK)
Du untersuchst Gebäude, entwickelst Konzepte zum Energiesparen und stellst Energieausweise aus. Zur Prüfung wird in der Regel zugelassen, wer die Meisterprüfung in einem passenden Handwerk bestanden hat.
- Aufstieg
Fachmann/Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung (HwO)
Die Fortbildung vermittelt kaufmännisches Wissen für die Führung eines Handwerksbetriebs, etwa Kalkulation, Buchhaltung und Recht.
- TechnikerDQR 6, wie Bachelor
Staatlich geprüfte/r Techniker/-in Fachrichtung Elektrotechnik
An einer Fachschule bildest du dich in zwei Jahren Vollzeit oder entsprechend länger in Teilzeit weiter und übernimmst Aufgaben in Planung, Projektleitung und Technik.
Mehr dazu - Studium
Studium, z. B. Elektrotechnik oder Gebäudetechnik
Mit Meisterbrief darfst du in allen Bundesländern auch ohne Abitur studieren. Mit Fachhochschulreife oder Abitur steht dir das Studium ohnehin offen, auch dual neben dem Beruf.
Mehr dazu - Selbstständig
Eigener Elektrobetrieb
Das Elektrotechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig. Für einen eigenen Betrieb brauchst du die Eintragung in die Handwerksrolle, in der Regel mit dem Meisterbrief.
- Aufstieg
Förderung mit dem Aufstiegs-BAföG
Meisterkurs, Technikerschule und andere Fortbildungen kannst du mit dem Aufstiegs-BAföG finanziell fördern lassen, teils als Zuschuss und teils als Darlehen.
Mehr dazu
Handwerkskammer und weitere Infos
Zuständig ist die Handwerkskammer. Sie trägt deinen Ausbildungsvertrag in die Lehrlingsrolle ein, berät Betriebe und Auszubildende über ihre Ausbildungsberater und überwacht die Ausbildung. Die Gesellenprüfung nimmt ein Prüfungsausschuss der Kammer oder einer von ihr ermächtigten Innung ab. Nach bestandener Prüfung erhältst du den Gesellenbrief. Die für dich zuständige Kammer findest du über die Übersicht des ZDH.
- BASteckbrief im BERUFENET Tätigkeiten, Ausbildung, Vergütung und Weiterbildung, von der Bundesagentur für Arbeit.
- BIBBBerufsprofil beim BIBB Steckbrief mit Verordnung, Rahmenlehrplan, Zeugniserläuterung und Weiterbildungen.
- BundVerordnung im Volltext (ElekAusbV) Die geltende Ausbildungsordnung mit Ausbildungsrahmenplan.
- KMKRahmenlehrplan der KMK (2020) Die Lernfelder der Berufsschule für Elektroniker/-innen.
- HWKHandwerkskammern in Deutschland (ZDH) Karte und Adressen aller Handwerkskammern, damit du deine zuständige Kammer findest.
- VerbandE-Zubis, die Ausbildungsseite des Elektrohandwerks Infos des ZVEH zu den Elektroberufen im Handwerk und eine Suche nach Ausbildungsplätzen.
- VerbandZentralverband des Elektrohandwerks (ZVEH) Der Bundesverband der elektro- und informationstechnischen Handwerke.
- BundAufstiegs-BAföG Förderung für Meisterkurs, Technikerschule und andere Fortbildungen.