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Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2

Kundenauftrag, Angebot und Projektablauf

Kundenauftrag im Elektrohandwerk: Angebot, Stundenverrechnungssatz, Kalkulation, Nachträge, Abnahme und Gewährleistung nach BGB und VOB/B.

21 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Kundenauftrag läuft in Phasen ab: Anfrage und Beratung, Aufnahme vor Ort, Planung, Angebot, Auftrag, Ausführung, Prüfung, Abnahme mit Übergabe und Rechnung. Ein vollständiges Angebot nennt Auftraggeber und Auftragnehmer, Datum und Bindefrist, die Leistungen als Positionen mit Menge, Einheit, Einzel- und Gesamtpreis, den Nettobetrag, die Umsatzsteuer und den Bruttobetrag sowie Zahlungs- und Ausführungsbedingungen.

Für die Kalkulation brauchst du den Stundenverrechnungssatz. Er entsteht aus dem Stundenlohn, auf den die Lohngemeinkosten aufgeschlagen werden, und danach dem Zuschlag für Wagnis und Gewinn. Material wird mit seinem Zuschlag kalkuliert, am Ende kommt die Umsatzsteuer von 19 % hinzu. Abgerechnet wird nach Aufmaß, also nach den tatsächlich verbauten Mengen, bei Pauschalverträgen zum vereinbarten Festpreis.

Wünscht der Kunde während der Arbeiten zusätzliche Leistungen, ist das ein Nachtrag. Du klärst Umfang und Preis vorher und hältst ihn schriftlich fest, bevor du ihn ausführst. Mit der Abnahme bestätigt der Kunde, dass das Werk im Wesentlichen vertragsgemäß ist. Damit beginnt die Verjährungsfrist für Mängelansprüche, die Vergütung wird fällig und die Gefahr geht auf den Kunden über. Bei Bauwerken gilt nach BGB eine Frist von fünf Jahren, bei vereinbarter VOB/B ohne eigene Frist vier Jahre.

Auf größeren Baustellen stimmst du dich mit anderen Gewerken ab, etwa über Bauzeitenplan und Baubesprechungen; Leitungen müssen zum Beispiel vor dem Putz und dem Estrich liegen.

Das solltest du dir merken

  • Stundenverrechnungssatz gleich Lohn plus Lohngemeinkosten plus Wagnis und Gewinn.
  • Zuschläge werden nacheinander auf das jeweilige Zwischenergebnis gerechnet.
  • Nachträge vor der Ausführung schriftlich vereinbaren.
  • Mit der Abnahme beginnt die Verjährung, die Vergütung wird fällig.
  • Mängelansprüche bei Bauwerken nach BGB fünf Jahre, nach VOB/B vier Jahre.

Formeln

Stundenverrechnungssatz
Stundenlohn in €, Lohngemeinkostenzuschlag und Zuschlag für Wagnis und Gewinn als Dezimalzahl
Bruttopreis
Nettopreis in €, 19 % Umsatzsteuer

Typische Fehler in der Prüfung

  • Alle Zuschläge addiert und einmal auf den Lohn gerechnet, statt nacheinander.
  • Umsatzsteuer schon im Nettobetrag enthalten oder ganz vergessen.
  • Zusatzleistungen ohne schriftlichen Nachtrag ausgeführt.
  • Verjährungsfristen nach BGB und VOB/B vertauscht.

Tipps aus der Werkstatt

  • Angebotspreis Schritt für Schritt: Material plus Stunden mal Stundensatz ergibt den Nettopreis, darauf die Umsatzsteuer. Rechne die Steuer immer auf die Summe, nicht auf einen Teil, und runde erst am Ende.
  • Ein Auftrag läuft immer in derselben Logik: Anfrage, Besichtigung, Angebot, Auftrag, Ausführung, Prüfung, Übergabe, Rechnung. Ins Angebot gehören Leistung, Preis, Bindefrist, Zahlungs- und Lieferbedingungen; BIM bedeutet, dass alle Gewerke an einem digitalen Gebäudemodell planen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

21 Aufgaben zu „Kundenauftrag, Angebot und Projektablauf“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 12 EGT; BGB §§ 631 ff.; VOB/B. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.