Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Hausanschluss und Zähleranlage
Hausanschluss und Zählerschrank nach VDE-AR-N 4100: HAK, SLS, Zählerplatz, Netzsysteme, Leistungsbedarf und Spannungsfall der Hauptleitung.
Darum geht es
Der Hausanschluss verbindet das Gebäude mit dem Verteilnetz. Der Hausanschlusskasten (HAK) gehört dem Netzbetreiber und ist plombiert; öffnen darf ihn nur der Netzbetreiber oder ein von ihm beauftragter Betrieb. Danach beginnt die Kundenanlage mit der Hauptleitung zum Zählerschrank. Das Netz kommt meist als TN-C-System mit PEN-Leiter ins Haus; spätestens im Zählerschrank wird der PEN in Schutzleiter und Neutralleiter aufgeteilt, danach dürfen beide nicht wieder verbunden werden.
Der Zählerschrank nach VDE-AR-N 4100 gliedert sich in Bereiche: den unteren Anschlussraum mit dem selektiven Hauptleitungsschutzschalter (SLS), das Zählerfeld, den oberen Anschlussraum mit dem Anschlusspunkt Zählerplatz (APZ) und den Raum für Zusatzanwendungen, etwa Kommunikationstechnik eines intelligenten Messsystems. Der SLS schützt die Hauptleitung und schaltet selektiv: Bei einem Kurzschluss in der Kundenanlage löst zuerst der nachgeschaltete Schutz aus, nicht die Hausanschlusssicherung.
Für die Bemessung schätzt du den Leistungsbedarf aus der Summe der Anschlusswerte und einem Gleichzeitigkeitsfaktor und rechnest daraus den Strom. Der Spannungsfall der Hauptleitung ist eng begrenzt, bei Anlagen bis 100 kVA auf 0,5 %. Werden Wärmepumpe, Wallbox, PV und Speicher nachgerüstet, reicht ein alter Zählerschrank oft nicht mehr, weil Zählerplätze, Raum für Steuertechnik oder eine ausreichende Absicherung fehlen.
Ein intelligentes Messsystem besteht aus einer modernen Messeinrichtung und einem Smart-Meter-Gateway, das die Messwerte sicher übermittelt und Steuerbefehle des Netzbetreibers weitergeben kann.
Das solltest du dir merken
- Der HAK gehört dem Netzbetreiber und bleibt plombiert.
- Nach der Aufteilung des PEN dürfen PE und N nicht wieder verbunden werden.
- Der SLS schützt die Hauptleitung und arbeitet selektiv zum nachgeordneten Schutz.
- Leistungsbedarf gleich Summe der Anschlusswerte mal Gleichzeitigkeitsfaktor.
- Intelligentes Messsystem gleich moderne Messeinrichtung plus Smart-Meter-Gateway.
Formeln
- Leistungsbedarf
- Gleichzeitigkeitsfaktor, Summe der Anschlusswerte in kW
- Strom aus dem Leistungsbedarf
- Außenleiterspannung 400 V, Leistungsfaktor
- Spannungsfall bei Drehstrom
- einfache Länge in m, Strom in A, Leitfähigkeit, Querschnitt in ; relativ
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Gleichzeitigkeitsfaktor vergessen und mit der vollen Summe der Anschlusswerte bemessen.
- Bei Drehstrom den Faktor 2 statt für die Leitungslänge eingesetzt.
- PE und N nach der Aufteilung im Unterverteiler wieder gebrückt.
- Angenommen, der Kunde dürfe den HAK selbst öffnen.
Tipps aus der Werkstatt
- Zieh dir die Eigentumsgrenze klar: Bis zum Hausanschlusskasten gehört die Anlage dem Netzbetreiber und wird plombiert, ab dem Zählerschrank verantwortet der Kunde. Arbeiten am HAK meldest du an und machst sie nur mit Freigabe.
- Der SLS vor dem Zähler ist selektiv: Er lässt die nachgeschalteten Automaten zuerst auslösen und schützt Zähler und Hauptleitung. Wer Wallbox, Wärmepumpe und PV nachrüstet, braucht fast immer Platz für Zähler, Steuerung und Überspannungsschutz, daher der neue Zählerschrank.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
15 Aufgaben zu „Hausanschluss und Zähleranlage“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 11 EGT; VDE-AR-N 4100; DIN 18012; Messstellenbetriebsgesetz. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.