Lernfeld 7 · Prüfung Teil 2
Ablaufsteuerungen, Pflichtenheft und Inbetriebnahme
Ablaufsteuerungen mit GRAFCET, Lastenheft und Pflichtenheft, Betriebsarten und Inbetriebnahme verständlich für die Prüfung erklärt.
Darum geht es
Eine Ablaufsteuerung arbeitet Schritt für Schritt. In GRAFCET nach DIN EN 60848 besteht sie aus Schritten, Transitionen und Aktionen. Der Initialschritt hat einen doppelten Rahmen und ist beim Start aktiv. Eine Transition schaltet weiter, wenn der vorangehende Schritt aktiv ist und ihre Bedingung erfüllt ist. Dann wird der nächste Schritt aktiv und der vorherige inaktiv.
Bei einer alternativen Verzweigung wird genau einer von mehreren Wegen durchlaufen, je nachdem welche Bedingung zuerst erfüllt ist. Bei einer parallelen Verzweigung, gezeichnet mit Doppelstrich, starten mehrere Teilabläufe gleichzeitig. Am Ende der Parallelverzweigung geht es erst weiter, wenn alle Teilabläufe ihren letzten Schritt erreicht haben.
Vor dem Programmieren steht die Planung. Im Lastenheft beschreibt der Auftraggeber, was die Anlage leisten soll. Im Pflichtenheft beschreibt der Auftragnehmer, wie er das umsetzt. Anlagen haben meist mehrere Betriebsarten: Automatik für den normalen Ablauf, Hand oder Einrichten für einzelne Bewegungen und Tippen, bei dem eine Bewegung nur so lange läuft, wie der Taster gedrückt ist.
Bei der Inbetriebnahme prüfst du zuerst Verdrahtung und Signale, dann Einzelbewegungen im Handbetrieb und erst danach den Automatikablauf.
Das solltest du dir merken
- Initialschritt hat einen doppelten Rahmen.
- Eine Transition schaltet nur bei aktivem Vorgängerschritt und erfüllter Bedingung.
- Parallelverzweigung mit Doppelstrich, alle Zweige laufen gleichzeitig.
- Lastenheft vom Auftraggeber (was), Pflichtenheft vom Auftragnehmer (wie).
Typische Fehler in der Prüfung
- Alternative und parallele Verzweigung verwechselt.
- Lastenheft und Pflichtenheft vertauscht.
- Tippbetrieb mit Selbsthaltung beschrieben; beim Tippen läuft die Bewegung nur, solange der Taster gedrückt ist.
Tipps aus der Werkstatt
- TON verzögert das Einschalten, TOF das Ausschalten (Lüfternachlauf), TP erzeugt einen Impuls fester Länge und ist nicht nachtriggerbar. Zähler reagieren auf Flanken, nicht auf Pegel: Q wird 1, sobald CV ≥ PV. Zeit je Zyklus nur in Vielfachen der Zykluszeit, deshalb aufrunden.
- Doppellinie = Parallelverzweigung (alle Zweige laufen gleichzeitig, Zusammenführung wartet auf alle). Einfache Linie mit je einer Transition pro Zweig = Alternativverzweigung (nur ein Zweig). Vor dem Automatikstart: Grundstellung, Kette auf Initialschritt, Störungen quittiert, Schutztüren zu.
- Im GRAFCET wechseln sich Schritt und Transition immer ab, nie zwei Schritte oder zwei Transitionen direkt hintereinander. Weitergeschaltet wird nur, wenn der vorherige Schritt aktiv ist und die Transitionsbedingung erfüllt ist, beides zusammen. Der Anfangsschritt ist der mit dem doppelten Rahmen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
23 Aufgaben zu „Ablaufsteuerungen, Pflichtenheft und Inbetriebnahme“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (KMK), Lernfeld 7; DIN EN 60848 (GRAFCET), DIN 69901-5. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.