Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Gefahrenmeldeanlagen, Blitz- und Überspannungsschutz
Brandmelde- und Einbruchmeldeanlagen, äußerer und innerer Blitzschutz sowie Überspannungsschutz für Betriebe verständlich erklärt.
Darum geht es
Gefahrenmeldeanlagen erkennen Gefahren früh und alarmieren. Eine Brandmeldeanlage arbeitet mit automatischen Meldern und Handfeuermeldern. Optische Rauchmelder erkennen Rauch nach dem Streulichtprinzip, Wärmemelder reagieren auf eine Höchsttemperatur oder einen schnellen Temperaturanstieg, Flammenmelder auf die Strahlung offener Flammen. Bei Aufschaltung auf die Feuerwehr wird der Alarm automatisch weitergeleitet. Am Feuerwehrzugang sitzen Feuerwehr-Bedienfeld, Anzeigetableau und Schlüsseldepot, damit die Einsatzkräfte die Anlage bedienen und den Brandort finden.
Einbruchmeldeanlagen überwachen Öffnungen mit Magnetkontakten, Scheiben mit Glasbruchmeldern und Räume mit Bewegungsmeldern. Sie werden scharf und unscharf geschaltet und melden Sabotage.
Der äußere Blitzschutz nach DIN EN 62305 besteht aus Fangeinrichtung, Ableitungen und Erdungsanlage. Die Blitzschutzklasse I bis IV bestimmt unter anderem den Abstand der Ableitungen; daraus ergibt sich mit dem Umfang des Gebäudes ihre Zahl. Dachaufbauten wie Klimageräte schützt du mit Fangstangen und hältst den Trennungsabstand ein.
Der innere Blitzschutz verbindet alle leitfähigen Systeme im Blitzschutz-Potenzialausgleich und setzt Überspannungsschutzgeräte gestaffelt ein. Typ 1 leitet Blitzteilströme am Gebäudeeintritt ab und ist bei äußerem Blitzschutz nötig, Typ 2 sitzt in Unterverteilungen, Typ 3 schützt Endgeräte in deren Nähe.
Das solltest du dir merken
- Optische Rauchmelder arbeiten nach dem Streulichtprinzip.
- Äußerer Blitzschutz besteht aus Fangeinrichtung, Ableitung und Erdung.
- Zahl der Ableitungen ergibt sich aus Umfang und Ableitungsabstand der Blitzschutzklasse.
- Überspannungsschutz gestaffelt mit Typ 1, Typ 2 und Typ 3.
Formeln
- Zahl der Ableitungen
- Umfang des Gebäudes in m, Abstand der Ableitungen nach Blitzschutzklasse in m; Ergebnis aufrunden
Typische Fehler in der Prüfung
- Typ 2 an den Gebäudeeintritt gesetzt, obwohl ein äußerer Blitzschutz Typ 1 verlangt.
- Ableitungszahl abgerundet.
- Brandmelderarten verwechselt, etwa den Wärmemelder für einen Streulichtmelder gehalten.
Tipps aus der Werkstatt
- Brandmelder unterscheidest du nach der Brandkenngröße: Rauch (optisch mit Streulicht oder Ionisation), Wärme (Maximal- oder Differenzial), Flamme (UV/IR). Wähle den Melder nach dem erwarteten Brandverlauf und der Umgebung, in staubigen Räumen zum Beispiel keinen Streulichtmelder.
- Blitzschutzklassen laufen gegen die Intuition: Klasse I ist die höchste Anforderung mit dem größten Schutz, Klasse IV die niedrigste. Überspannungsschutz ist gestuft: Typ 1 am Gebäudeeintritt, Typ 2 in der Verteilung, Typ 3 nahe am Gerät. Aktive Leiter kommen über Ableiter in den Blitzschutz-Potentialausgleich, nie direkt.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Gefahrenmeldeanlagen, Blitz- und Überspannungsschutz“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Betriebstechnik (KMK), Lernfeld 9; DIN EN 62305, DIN VDE 0100-443/-534, DIN 14675, DIN VDE 0833. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.