Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Kostenkalkulation und Wirtschaftlichkeit
Kosten und Wirtschaftlichkeit in Automatisierungsprojekten: Einzel- und Gemeinkosten, Deckungsbeitrag, Amortisation, Kostenvergleich.
Darum geht es
In der Kalkulation trennst du Einzelkosten und Gemeinkosten. Einzelkosten lassen sich einem Auftrag direkt zuordnen, etwa Material, Fertigungslohn oder Fremdleistungen eines Zulieferers. Gemeinkosten fallen für den ganzen Betrieb an, zum Beispiel Miete, Verwaltung oder Werkstattausstattung, und werden über Zuschläge verteilt.
Der Deckungsbeitrag ist der Erlös abzüglich der variablen Kosten. Solange er positiv ist, trägt ein Auftrag etwas zu den Fixkosten bei, auch wenn der Preis unter dem üblichen Angebotspreis liegt. Dauerhaft muss die Summe der Deckungsbeiträge aber die Fixkosten decken.
Für Investitionen gibt es statische Verfahren. Die Kostenvergleichsrechnung vergleicht die jährlichen Kosten zweier Lösungen, einschließlich Abschreibung und Zinsen auf das durchschnittlich gebundene Kapital, das ist meist die halbe Anschaffung. Die Gewinnvergleichsrechnung berücksichtigt zusätzlich die Erlöse, die Rentabilitätsrechnung setzt den Gewinn ins Verhältnis zum Kapital. Die Amortisationsrechnung zeigt, nach wie vielen Jahren die Investition durch Einsparungen zurückgeflossen ist.
Bei Motoren lohnt der Blick auf die Energiekosten. Ein höherer Wirkungsgrad senkt die aufgenommene Leistung, und über viele Betriebsstunden übersteigt die Einsparung oft den Mehrpreis.
Das solltest du dir merken
- Einzelkosten direkt zuordenbar, Gemeinkosten über Zuschläge verteilt.
- Fremdleistungen eines Zulieferers für einen Auftrag sind Einzelkosten.
- Deckungsbeitrag ist Erlös minus variable Kosten.
- Durchschnittlich gebundenes Kapital ist meist die halbe Anschaffung.
- Aufgenommene Leistung ist abgegebene Leistung geteilt durch den Wirkungsgrad.
Formeln
- Amortisationszeit
- in Jahren, Investition in €, jährlicher Rückfluss oder jährliche Einsparung in €
- Deckungsbeitrag
- Deckungsbeitrag, Erlös, variable Kosten, jeweils in €
- Kalkulatorische Zinsen
- Zinsen pro Jahr in €, Anschaffungswert in €, Zinssatz als Dezimalzahl
- Aufgenommene Leistung
- elektrische Leistung, Wellenleistung, beide in kW, Wirkungsgrad als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Fremdleistungen als Gemeinkosten eingeordnet.
- Deckungsbeitrag mit dem Gewinn gleichgesetzt.
- Zinsen auf die volle statt auf die halbe Anschaffung gerechnet.
- Beim Motorvergleich die Wellenleistung mit dem Wirkungsgrad multipliziert statt dividiert.
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Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
Probier es aus
ZufallszahlenFür den Umbau einer Förderanlage kalkulieren Sie ein Angebot. Die Materialkosten (Steuerung, Antriebe, Schaltschrank) betragen . Für Montage und Inbetriebnahme sind zu einem Verrechnungssatz von angesetzt. Auf die Summe aus Material- und Lohnkosten schlägt der Betrieb Gemeinkosten und auf die Selbstkosten Gewinn auf. Berechnen Sie den Angebotspreis ohne Umsatzsteuer. Runden Sie auf zwei Nachkommastellen.
Tipps aus der Werkstatt
- Amortisationszeit ist Investition geteilt durch jährliche Einsparung, Ergebnis in Jahren. Bei Energieaufgaben erst die Jahresenergie in kWh rechnen (Leistung mal Stunden), dann den eingesparten Anteil und erst zum Schluss mit dem Preis multiplizieren.
- Kostenarten sauber trennen: Material, Personal (Lohn), Fremdleistung (externer Betrieb), Gemeinkosten. Bei Lebenszykluskosten zählen neben dem Kaufpreis Energieverbrauch, Wartung, Ersatzteile und Entsorgung über die gesamte Nutzungsdauer.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Kostenkalkulation und Wirtschaftlichkeit“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik 18.12.2020, Lernfeld 12; Grundlagen der Kosten- und Investitionsrechnung. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.