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Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2

Regelkreise einstellen

Regelkreis, P-, PI- und PID-Regler, Sprungantwort und Zweipunktregler verständlich erklärt, mit Formeln und typischen Prüfungsfehlern.

16 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Im Regelkreis misst ein Sensor die Regelgröße und vergleicht sie mit der Führungsgröße . Die Differenz heißt Regeldifferenz. Der Regler bildet daraus die Stellgröße , die über das Stellglied auf die Strecke wirkt. Störgrößen wirken von außen auf die Strecke und werden vom Regler ausgeglichen.

Ein P-Regler verstärkt die Regeldifferenz mit . Er reagiert schnell, lässt aber bei Strecken mit Ausgleich eine bleibende Regeldifferenz zurück. Der I-Anteil summiert die Regeldifferenz über die Zeit und beseitigt sie vollständig, macht den Kreis aber langsamer und schwingfreudiger. Der D-Anteil reagiert auf die Änderungsgeschwindigkeit und dämpft, verstärkt aber auch Messrauschen. Bei verrauschten Signalen wie Durchfluss nimmt man darum oft einen PI-Regler.

Zum Einstellen nimmst du die Sprungantwort der Strecke auf. Aus der Wendetangente liest du die Verzugszeit und die Ausgleichszeit ab. Je größer das Verhältnis , desto leichter ist die Strecke zu regeln; aus beiden Zeiten liefern Einstellregeln Startwerte für die Reglerparameter. Schwingt der Kreis dauerhaft, ist die Verstärkung zu hoch oder die Nachstellzeit zu kurz.

Zweipunktregler schalten nur Ein und Aus. Die Schalthysterese bestimmt, wie oft geschaltet wird: Eine größere Hysterese schont das Schütz, lässt die Temperatur aber stärker schwanken.

Das solltest du dir merken

  • Regeldifferenz ist Führungsgröße minus Regelgröße.
  • Nur ein I-Anteil beseitigt die bleibende Regeldifferenz.
  • Der D-Anteil verstärkt Rauschen, bei unruhigen Messwerten lässt du ihn weg.
  • Dauerschwingen beseitigst du durch kleinere Verstärkung oder längere Nachstellzeit.
  • Größere Hysterese heißt seltener schalten, aber größere Schwankung.

Formeln

Regeldifferenz
Regeldifferenz, Führungsgröße (Sollwert), Regelgröße (Istwert), gleiche Einheit
P-Regler
Stellgröße (zum Beispiel in %), Proportionalbeiwert (zum Beispiel in %/K), Regeldifferenz
Regelbarkeit
Ausgleichszeit, Verzugszeit aus der Wendetangente; je größer der Quotient, desto besser regelbar

Typische Fehler in der Prüfung

  • Regeldifferenz mit falschem Vorzeichen als gebildet.
  • Behauptet, ein höheres beseitige die bleibende Regeldifferenz vollständig.
  • Verzugszeit und Ausgleichszeit an der Sprungantwort vertauscht.
  • Bei häufigem Schalten eines Zweipunktreglers die Hysterese verkleinert statt vergrößert.

Tipps aus der Werkstatt

  • Vier Buchstaben für den Regelkreis: w ist die Führungsgröße (Soll), x die Regelgröße (Ist), e = w − x die Regeldifferenz und y die Stellgröße zum Stellglied. Beim P-Regler ist y einfach Verstärkung mal e.
  • P-Anteil reagiert schnell, lässt aber eine bleibende Abweichung; der I-Anteil summiert die Abweichung auf und beseitigt sie; der D-Anteil dämpft schnelle Änderungen. Schwingt der Kreis dauerhaft, ist die Verstärkung zu hoch: Kp verkleinern, nicht noch mehr I.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

16 Aufgaben zu „Regelkreise einstellen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik 18.12.2020, Lernfeld 10; DIN IEC 60050-351 (Regelungstechnik, Begriffe). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.