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Berufsporträt

Elektroniker/-in, Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik

Als Elektronikerin oder Elektroniker der Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik arbeitest du im Elektrohandwerk und automatisierst Anlagen für deine Kundschaft. Du baust Schaltschränke, programmierst Steuerungen, bindest Antriebe, Sensoren und Netzwerke ein und nimmst alles beim Kunden in Betrieb. Typische Aufträge kommen aus Gewerbe, Mittelstand und Kommunen, etwa für Pumpwerke, Lüftungsanlagen, Förderbänder oder Tore. Der ähnliche IHK-Beruf Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik wird dagegen meist in Industriebetrieben gelernt.

Ausbildung
3,5 Jahre, dual
Zuständig
Handwerkskammer
Vergütung
800 € bis 1.390 €
im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr

Was du im Beruf machst

  1. 01Lösungen mit dem Kunden planenDu klärst im Gespräch, was eine Anlage leisten soll, bewertest den Bestand, vergleichst Lösungen nach Technik, Kosten und Energiebedarf und dokumentierst deinen Vorschlag.
  2. 02Schaltschränke bauen und installierenDu bestückst und verdrahtest Schaltschränke, installierst Sensoren, Aktoren, Antriebe und Melde- und Überwachungstechnik und verlegst Datennetze.
  3. 03Steuerungen programmierenDu erstellst und änderst Steuerprogramme, parametrierst Umrichter und Regler und richtest Bedienoberflächen und Visualisierungen ein.
  4. 04In Betrieb nehmen und übergebenDu prüfst Schnittstellen und Sicherheitsfunktionen, nimmst Anlagen in Betrieb, optimierst sie im Testlauf, erstellst Abnahmeprotokolle und weist die Kundschaft ein.
  5. 05Prüfen und Instand haltenDu führst Wiederholungsprüfungen durch, wartest Anlagen, spielst neue Firmware und Software auf und tauschst defekte Baugruppen.
  6. 06Störungen findenDu grenzt Fehler im Gespräch mit dem Kunden ein, suchst sie systematisch mit Messgeräten und Diagnosesoftware und dokumentierst, was du behoben hast.

Wo du arbeitest

  • Betriebe des Elektro- und informationstechnischen Handwerks
  • Schaltanlagen- und Steuerungsbau
  • Wasserversorgung, Abwasserpumpwerke und Kläranlagen von Kommunen
  • Mittelständische Industrie- und Gewerbebetriebe
  • Lüftungs-, Heizungs- und Gebäudeleittechnik
  • Fördertechnik, Tor- und Antriebstechnik
  • Service und Instandhaltung beim Kunden vor Ort

Was du mitbringen solltest

  • Mathematik, z. B. um Messwerte umzurechnen oder Leitungen zu bemessen
  • Physik, z. B. um Antriebe, Sensoren und Regelkreise zu verstehen
  • Informatik, z. B. um Steuerungen zu programmieren und Netzwerke einzurichten
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein beim Prüfen von Schutzmaßnahmen und Sicherheitsfunktionen
  • Freude am Kontakt mit Kunden, denn du erklärst und übergibst deine Arbeit selbst
  • Systematisches Denken und Geduld bei der Fehlersuche

Ausbildung und Prüfung

3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2.

Ablauf
Duale Ausbildung im Handwerksbetrieb und in der Berufsschule, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Der Beruf Elektroniker/-in hat zwei Fachrichtungen; du lernst in der Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik. Die Grundlagen sind für beide Fachrichtungen gleich; danach geht es bei dir um Steuerungen, Antriebe und Netzwerke, in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik dagegen um Gebäudeinstallation, Energieanlagen und Gebäudesystemtechnik.
Zugang
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welchen Abschluss ein Betrieb erwartet, legt er selbst fest; häufig wird ein mittlerer Schulabschluss erwartet.
Verkürzen
Mit Abitur, Fachhochschulreife oder einer passenden Vorbildung kann die Ausbildungszeit auf Antrag bei der Handwerkskammer verkürzt werden. Bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Gesellenprüfung möglich.

So zählt die Prüfung

Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote

Gesellenprüfung Teil 130 %

  • Arbeitsaufgabe mit situativem Fachgespräch15 %
  • Schriftliche Aufgabenstellungen15 %

Gesellenprüfung Teil 270 %

  • Kundenauftrag36 %
  • Systementwurf12 %
  • Funktions- und Systemanalyse12 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Prüfung realistisch übenPrüfungsbereiche, Zeiten und Bewertung wie in der echten Prüfung.

Was du verdienst

Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

  • 1. Jahr800 bis 1.140 €
  • 2. Jahr854 bis 1.190 €
  • 3. Jahr977 bis 1.290 €
  • 4. Jahr1.014 bis 1.390 €

Beispielhafte Vergütung brutto im Monat (Handwerk) laut BERUFENET, Stand 03.08.2026. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland, Branche und Tarifvertrag.

Deine Chancen nach der Ausbildung

Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.

  1. Ausbildung abgeschlossen: Gesellenbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
  2. Spezialisierung

    Spezialisierung auf Antriebe, Netzwerke oder Gebäudeleittechnik

    Mit Lehrgängen der Kammern und Verbände vertiefst du dich etwa in Antriebs- und Umrichtertechnik, industrielle Netzwerke und Informationssicherheit oder Gebäudeleittechnik.

  3. MeisterDQR 6, wie Bachelor

    Elektrotechnikermeister/-in (HWK)

    Als Meisterin oder Meister leitest du Projekte und Teams, bildest Lehrlinge aus und kannst einen eigenen Betrieb führen. Zusätzlich darfst du die Bezeichnung Bachelor Professional führen.

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  4. TechnikerDQR 6, wie Bachelor

    Staatlich geprüfte/r Techniker/-in Elektrotechnik, z. B. Schwerpunkt Automatisierung

    An einer Fachschule bildest du dich in zwei Jahren Vollzeit oder entsprechend länger in Teilzeit weiter und übernimmst Aufgaben in Planung, Projektleitung und Inbetriebnahme.

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  5. Aufstieg

    Betriebswirt/-in im Handwerk

    Die Fortbildung vertieft Unternehmensführung, Personal und Marketing, etwa für die Leitung oder Übernahme eines Elektrobetriebs, meist nach der Meisterprüfung.

  6. Studium

    Studium, z. B. Elektrotechnik oder Automatisierungstechnik

    Mit Meisterbrief darfst du in allen Bundesländern auch ohne Abitur studieren. Mit Fachhochschulreife oder Abitur steht dir das Studium ohnehin offen, auch dual neben dem Beruf.

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  7. Selbstständig

    Eigener Elektrobetrieb

    Das Elektrotechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig. Für einen eigenen Betrieb brauchst du die Eintragung in die Handwerksrolle, in der Regel mit dem Meisterbrief.

  8. Aufstieg

    Förderung mit dem Aufstiegs-BAföG

    Meisterkurs, Technikerschule und andere Fortbildungen kannst du mit dem Aufstiegs-BAföG finanziell fördern lassen, teils als Zuschuss und teils als Darlehen.

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Handwerkskammer und weitere Infos