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Berufsporträt

Anlagenmechaniker/-in

Als Anlagenmechaniker oder Anlagenmechanikerin baust du Rohrleitungen, Behälter und Apparate für Industrieanlagen, etwa in Chemie, Energie, Lebensmittel- oder Wasserwirtschaft. Du fertigst Bauteile aus Rohren und Blechen, schweißt sie, montierst sie zu Anlagen, prüfst sie auf Druck und Dichtheit, nimmst sie in Betrieb und hältst sie instand.

Ausbildung
3,5 Jahre, dual
Zuständig
Industrie- und Handelskammer
Vergütung
1.243 € bis 1.563 €
im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr

Was du im Beruf machst

  1. 01Rohrleitungs- und Behälterteile fertigenDu liest Isometrien und Zeichnungen, schneidest Rohre und Bleche zu, formst sie um und bereitest Nähte vor, auch für Abzweige, Reduzierungen und Behälterböden.
  2. 02Schweißen und fügenDu heftest und schweißt Rohre, Flansche und Behälterteile nach Schweißanweisung, etwa WIG, MAG oder mit der Stabelektrode, und verbindest Bauteile mit Flanschen und Verschraubungen.
  3. 03Anlagen montierenDu transportierst und hebst Bauteile sicher, setzt Halterungen, baust Armaturen, Pumpen und Apparate ein und bindest neue Leitungen in bestehende Anlagen ein.
  4. 04Prüfen und in Betrieb nehmenDu prüfst Maße und Schweißnähte, machst Druck- und Dichtheitsprüfungen, nimmst Anlagenteile in Betrieb und dokumentierst die Ergebnisse in Prüf- und Abnahmeprotokollen.
  5. 05Instand halten und ändernDu wartest und inspizierst Anlagen, findest Schäden wie Korrosion oder Leckagen, setzt Teile instand und baust Anlagen nach neuen Anforderungen um.

Wo du arbeitest

  • Anlagenbau und Rohrleitungsbau
  • Apparate- und Behälterbau
  • Chemische und pharmazeutische Industrie
  • Energieversorgung und Kraftwerke
  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Wasser- und Abwassertechnik
  • Werkstätten und Montage auf Baustellen beim Kunden

Was du mitbringen solltest

  • Mathematik, z. B. um Zuschnittlängen, Abwicklungen, Drücke und Kräfte zu berechnen
  • Physik, z. B. um Strömung, Druck und Wärmedehnung in Anlagen zu verstehen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen, etwa beim Lesen von Isometrien und Abwicklungen
  • Handwerkliches Geschick und Sorgfalt, etwa beim Schweißen und beim Prüfen auf Dichtheit
  • Körperliche Belastbarkeit und Sicherheitsbewusstsein für Montage an Anlagen und auf Baustellen

Ausbildung und Prüfung

3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2.

Ablauf
Duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, Dauer 3,5 Jahre. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt 40 %, Teil 2 am Ende der Ausbildung zählt 60 %. Anlagenmechaniker/-in gehört zu den industriellen Metallberufen mit gemeinsamer Verordnung; die ersten vier Lernfelder der Berufsschule sind für diese Berufe gleich.
Zugang
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe legen eigene Anforderungen fest, häufig wird ein mittlerer Schulabschluss oder ein guter Hauptschulabschluss erwartet.
Verkürzen
Mit Abitur, Fachhochschulreife oder einer passenden Vorbildung kann die Ausbildung auf gemeinsamen Antrag von dir und deinem Betrieb verkürzt werden (§ 8 BBiG); bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung möglich.
Einsatzgebiete laut Verordnung
Anlagenbau · Apparate- und Behälterbau · Instandhaltung · Rohrsystemtechnik · Schweißtechnik

So zählt die Prüfung

Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote

Abschlussprüfung Teil 140 %

  • Komplexe Arbeitsaufgabe20 %
  • Schriftliche Aufgabenstellungen20 %

Abschlussprüfung Teil 260 %

  • Arbeitsauftrag30 %
  • Auftrags- und Funktionsanalyse12 %
  • Fertigungstechnik12 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde6 %
Prüfung realistisch übenPrüfungsbereiche, Zeiten und Bewertung wie in der echten Prüfung.

Was du verdienst

Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.

  • 1. Jahr1.243 bis 1.373 €
  • 2. Jahr1.298 bis 1.408 €
  • 3. Jahr1.379 bis 1.489 €
  • 4. Jahr1.461 bis 1.563 €

Beispielhafte Vergütung brutto im Monat in der Industrie laut BERUFENET, Stand 01.09.2026. In der technischen Gebäudeausrüstung nennt BERUFENET 830 bis 1.140 € im ersten und 1.020 bis 1.440 € im vierten Jahr. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland.

Deine Chancen nach der Ausbildung

Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.

  1. Ausbildung abgeschlossen: Facharbeiterbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
  2. Spezialisierung

    Zusatzqualifikationen der Ausbildungsordnung

    Schon während der Ausbildung kannst du optionale Zusatzqualifikationen ablegen: Systemintegration, Prozessintegration, IT-gestützte Anlagenänderung oder Additive Fertigungsverfahren. Geprüft wird jeweils in einem fallbezogenen Fachgespräch.

  3. Spezialisierung

    Schweißfachmann/Schweißfachfrau

    Mit einer Weiterbildung zur Schweißfachkraft übernimmst du Aufgaben der Schweißaufsicht im Rohrleitungs- und Behälterbau: Schweißanweisungen, Prüfung von Schweißern und Nähten, Dokumentation für Druckgeräte.

  4. MeisterDQR 6, wie Bachelor

    Geprüfte/r Industriemeister/-in Fachrichtung Metall (IHK)

    Du führst Teams in Fertigung, Montage und Instandhaltung, planst Abläufe und Kosten und bildest selbst aus. Der Abschluss ist bundesweit geregelt und baut auf der Ausbildung und Berufspraxis auf.

  5. TechnikerDQR 6, wie Bachelor

    Staatlich geprüfte/r Techniker/-in, z. B. Maschinentechnik

    An einer Fachschule lernst du mindestens zwei Jahre in Vollzeit oder länger in Teilzeit, um Anlagen zu planen, zu berechnen und Projekte zu leiten. Voraussetzung sind die Ausbildung und Berufspraxis.

  6. Studium

    Studium Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder Energietechnik

    Mit Fachhochschulreife oder Abitur kannst du studieren, auch dual neben dem Beruf. Mit einem Meister- oder Technikerabschluss erhältst du in der Regel einen allgemeinen Hochschulzugang, auch ohne Abitur.

  7. Aufstieg

    Aufstiegs-BAföG

    Für anerkannte Fortbildungsabschlüsse wie Meister oder Techniker kannst du staatliche Förderung nach dem Aufstiegs-BAföG beantragen.

    Mehr dazu

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