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Lernfeld 7 · Prüfung Teil 2

Rohrverbindungstechniken und Formstücke

Rohrverbindungen im Anlagenbau: Flansche nach DIN EN 1092-1, Dichtflächen, Stumpfnähte, Formieren, Schneidring und Formstücke.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Rohrleitungen werden lösbar oder unlösbar verbunden. Unlösbar sind vor allem Stumpfnähte, die im Anlagenbau meist mit WIG (Prozess 141) für die Wurzel und mit Lichtbogenhand- oder MAG-Schweißen für Füll- und Decklagen entstehen. Die Rohrenden werden angefast, metallisch blank gereinigt, mit Wurzelspalt fluchtend gespannt und geheftet. Bei nichtrostendem Stahl wird die Wurzelseite mit Formiergas geschützt, sonst entstehen Anlauffarben, an denen die Korrosionsbeständigkeit verloren geht. Schweißer brauchen eine Prüfung nach ISO 9606-1, das Verfahren eine Schweißanweisung (WPS).

Lösbar sind Flansch-, Verschraubungs- und Kupplungsverbindungen. DIN EN 1092-1 beschreibt Flansche mit Typnummer (etwa 01 Plattenflansch, 05 Blindflansch, 11 Vorschweißflansch), Nennweite, Druckstufe PN und Dichtflächenform: A ebene Fläche, B1 Dichtleiste, C und D Feder und Nut, E und F Vorsprung und Rücksprung. Die Dichtung muss zu Druck, Temperatur und Medium passen. Die Schrauben werden über Kreuz in mehreren Stufen auf das vorgegebene Moment angezogen; einmal gepresste Dichtungen werden nicht wiederverwendet. Schneidringverschraubungen verbinden kleine Rohre in Mess- und Hydraulikleitungen.

Formstücke nach DIN EN 10253 sind Bögen, Reduzierungen, T-Stücke und Kappen. Der Bogen der Bauart 3D hat einen Biegeradius von etwa dem 1,5-Fachen der Nennweite in Millimetern, bei DN 100 laut Maßtabelle 152 mm; die genauen Baumaße nimmt man immer aus der Tabelle der Norm. Exzentrische Reduzierungen setzt man vor Pumpen mit der geraden Seite oben ein, damit sich keine Luft sammelt. Treffen unterschiedliche Metalle in einem leitfähigen Medium zusammen, verhindert ein Isolierflanschsatz Kontaktkorrosion.

Das solltest du dir merken

  • Flanschschrauben über Kreuz und in Stufen anziehen, nie reihum mit vollem Moment.
  • Eine gepresste Flachdichtung wird nach dem Öffnen immer ersetzt.
  • Nichtrostenden Stahl an der Wurzelseite formieren, sonst leidet die Korrosionsbeständigkeit.
  • Dichtflächen C und D sowie E und F gehören immer paarweise zusammen.
  • Exzentrische Reduzierung vor der Pumpe mit der geraden Seite nach oben.

Formeln

Lichtbogenbrennzeit einer Rundnaht
Brennzeit in min, Zahl der Lagen, Rohraußendurchmesser in mm, Schweißgeschwindigkeit in mm/min
Schutzgasverbrauch
Gasmenge in l, Brennzeit in min, eingestellte Gasmenge in l/min

Typische Fehler in der Prüfung

  • Flanschschrauben einseitig angezogen; der Flansch kippt und die Dichtung wird ungleich gepresst.
  • Achsversatz mit den Schrauben zusammengezogen; die Verbindung wird unter Last undicht.
  • Edelstahl ohne Formieren geschweißt; die verfärbte Wurzel korrodiert im Betrieb.
  • Dichtfläche mit radialen Riefen eingebaut; quer verlaufende Kratzer bilden einen Leckweg.

Tipps aus der Werkstatt

  • Flansche über Kreuz in drei Stufen anziehen, gepresste Dichtungen nie wiederverwenden. Merkhilfe Dichtflächen nach DIN EN 1092-1: A eben, B1 Dichtleiste, C/D Feder und Nut, E/F Vorsprung und Rücksprung. Edelstahl an der Wurzelseite formieren.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Rohrverbindungstechniken und Formstücke“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 7 (Verbinden von Anlagenteilen); DIN EN 1092-1, DIN EN 10253, DIN EN ISO 4063. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.