Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Energie- und Stofffluss, Pumpen und Verdichter
Pumpen und Verdichter einbinden: Bauarten, Kennlinien und Betriebspunkt, Kavitation, Förderhöhe, Wellenleistung und Strömungsgeschwindigkeit.
Darum geht es
In verfahrenstechnischen Anlagen fließen Stoffe und Energie durch Rohrleitungen, Apparate und Maschinen. Ein Blockschaltbild oder Energieflussbild zeigt, wo Stoffe hinein- und hinausgehen und wo Energie zugeführt oder als Wärme abgegeben wird. Für den Transport von Flüssigkeiten sind Pumpen zuständig: Kreiselpumpen für große Mengen dünnflüssiger Medien, Verdrängerpumpen wie Zahnrad-, Exzenterschnecken- oder Membranpumpen für zähe Stoffe, hohe Drücke oder genaues Dosieren. Gase und Druckluft fördern Verdichter, etwa Kolben-, Schrauben- oder Turboverdichter; der größte Teil ihrer Antriebsenergie wird zu Wärme, die sich zurückgewinnen lässt.
Bei der Kreiselpumpe fällt die Förderhöhe mit steigendem Förderstrom. Die Anlagenkennlinie beginnt bei der statischen Förderhöhe (Höhen- und Druckunterschied) und steigt mit dem Quadrat des Förderstroms, weil die Strömungsverluste so wachsen. Der Schnittpunkt beider Kurven ist der Betriebspunkt. Drosseln macht die Anlagenkennlinie steiler, eine Drehzahlregelung verschiebt dagegen die Pumpenkennlinie und spart Energie. Sinkt der Druck am Laufradeintritt unter den Dampfdruck, entsteht Kavitation: Dampfblasen fallen im Laufrad zusammen, die Pumpe knattert, Förderhöhe und Laufrad leiden.
Beim Einbinden einer Pumpe zählen Förderstrom, Förderhöhe, Medium und Temperatur sowie die Zulaufbedingungen. Rohrleitungen werden spannungsfrei angeschlossen, die Kupplung wird ausgerichtet, die Pumpe vor dem ersten Lauf gefüllt und entlüftet. Die Strömungsgeschwindigkeit folgt aus der Kontinuitätsgleichung; Wasser fließt in Druckleitungen meist mit etwa 1 bis 3 m/s, in Saugleitungen langsamer.
Das solltest du dir merken
- Der Betriebspunkt liegt im Schnittpunkt von Pumpen- und Anlagenkennlinie.
- Drosselorgane gehören in die Druckleitung, nie in die Saugleitung einer Kreiselpumpe.
- Kavitation verhindert man mit Zulaufhöhe, kurzer weiter Saugleitung und kühlem Medium.
- Verdrängerpumpen brauchen ein Überströmventil, weil sie gegen eine geschlossene Leitung den Druck immer weiter steigern.
- Volumenstrom vor dem Rechnen in m³/s umrechnen, durch 3600 bei m³/h.
Formeln
- Wellenleistung einer Pumpe
- Leistung in W, Dichte in kg/m³, m/s², Volumenstrom in m³/s, Förderhöhe in m, Wirkungsgrad
- Förderhöhe aus der Druckerhöhung
- Förderhöhe in m, Druckerhöhung in Pa, Dichte in kg/m³, Fallbeschleunigung in m/s²
- Kontinuitätsgleichung
- Volumenstrom in m³/s, Querschnitt in m², Geschwindigkeit in m/s, Innendurchmesser in m
Typische Fehler in der Prüfung
- Volumenstrom in m³/h eingesetzt; die Leistung wird 3600-mal zu groß.
- Mit dem Wirkungsgrad multipliziert statt dividiert; die Wellenleistung ist immer größer als die hydraulische Leistung.
- Für die Geschwindigkeit den Außendurchmesser oder die Nennweite statt des Innendurchmessers genommen.
- Die Pumpe vor dem Füllen kurz zur Drehrichtungsprüfung trocken laufen lassen.
Tipps aus der Werkstatt
- Pumpenleistung: m³/h erst durch 3600 teilen, dann P = ρ · g · V̇ · H und zum Schluss durch η teilen, nie malnehmen. Knattert eine Kreiselpumpe, zuerst die Saugseite prüfen: Saugkorb, Zulaufhöhe, Temperatur. Gedrosselt wird nur auf der Druckseite.
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15 Aufgaben zu „Energie- und Stofffluss, Pumpen und Verdichter“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 11 (Integrieren anlagenspezifischer Teilsysteme). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.