Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Lüftungsarten und Lüftungskonzept
Lüftungsarten und Lüftungskonzept nach DIN 1946-6: freie und ventilatorgestützte Lüftung, Lüftungsstufen, Luftarten und Feuerstätten.
Darum geht es
Bei der freien Lüftung bewegt sich die Luft ohne Ventilator, etwa durch Fenster, Undichtheiten oder Schächte, angetrieben von Wind und Temperaturunterschieden. Bei der ventilatorgestützten Lüftung fördert ein Ventilator die Luft. Eine reine Abluftanlage saugt in Bad, Küche und WC ab; die Außenluft strömt über Außenluftdurchlässe in Wohn- und Schlafräume nach. Eine Zu- und Abluftanlage bläst Zuluft in die Wohnräume und saugt Abluft in den Ablufträumen ab, meist mit Wärmerückgewinnung. Überströmöffnungen in den Innentüren lassen die Luft von den Zuluft- zu den Ablufträumen strömen.
Die Luft hat je nach Ort einen eigenen Namen. Außenluft wird angesaugt, Zuluft strömt in den Raum, Abluft wird abgesaugt, und Fortluft wird nach draußen abgegeben. Dezentrale Einzelraumgeräte sitzen in der Außenwand und brauchen kein Kanalnetz, dafür aber mehrere Geräte.
DIN 1946-6 verlangt ein Lüftungskonzept, wenn eine Wohnung neu gebaut oder wesentlich abgedichtet wird, zum Beispiel beim Austausch eines großen Teils der Fenster. Geprüft wird, ob die Lüftung zum Feuchteschutz ohne Zutun der Bewohner sichergestellt ist. Die Norm kennt vier Stufen, Lüftung zum Feuchteschutz, reduzierte Lüftung, Nennlüftung und Intensivlüftung. Steht in der Wohnung eine raumluftabhängige Feuerstätte, darf die Lüftungsanlage keinen gefährlichen Unterdruck erzeugen; dafür sind Sicherheitseinrichtungen nötig.
Das solltest du dir merken
- Reihenfolge der Luftarten Außenluft, Zuluft, Abluft, Fortluft.
- Zuluft in Wohn- und Schlafräume, Abluft aus Küche, Bad und WC.
- Lüftung zum Feuchteschutz muss nutzerunabhängig funktionieren.
- Raumluftabhängige Feuerstätte und Abluftanlage nur mit Sicherheitseinrichtung gemeinsam betreiben.
Formeln
- Volumenstrom aus Luftwechsel
- Volumenstrom in m³/h, Luftwechsel in 1/h, Raum- oder Wohnungsvolumen in m³
Typische Fehler in der Prüfung
- Zuluft und Abluft in den Räumen vertauscht.
- Abluft und Fortluft gleichgesetzt.
- Überströmöffnungen vergessen, sodass die Luft nicht durch die Wohnung strömen kann.
- Den Kaminofen beim Einbau eines Abluftventilators nicht beachtet.
Tipps aus der Werkstatt
- Die vier Luftarten im Luftweg: Außenluft (AUL) → Filter → Wärmeübertrager → Zuluft (ZUL) in Wohn- und Schlafräume, Überströmung durch den Flur, Abluft (ABL) aus Bad, WC, Küche → Wärmeübertrager → Fortluft (FOL). Frei = Wind und Thermik, ventilatorgestützt = mit Motor.
- Vier Lüftungsstufen aufsteigend: Feuchteschutz (nutzerunabhängig, muss immer gehen), reduzierte Lüftung, Nennlüftung (Auslegungsfall), Intensivlüftung (etwa 30 % mehr). Volumenstrom V̇ = n · V, mit n = 0,3 h⁻¹ und 240 m³ sind das 72 m³/h.
- Abluftventilator plus raumluftabhängige Feuerstätte = Kohlenmonoxidgefahr durch Unterdruck. Verriegelung, Differenzdruckwächter oder raumluftunabhängiger Ofen sind Pflicht. Ohne Überströmöffnungen (Türspalt etwa 1 cm) bricht der Volumenstrom bei geschlossener Tür ein.
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18 Aufgaben zu „Lüftungsarten und Lüftungskonzept“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 13; DIN 1946-6 Lüftung von Wohnungen. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.