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Lernfeld 1 · Prüfung Teil 1

Werkstoffe, Halbzeuge und Bezeichnungen

Werkstoffe im SHK-Handwerk: Kupfer, Stahl, Edelstahl, Rotguss und Kunststoffe, ihre Kurzzeichen, Eigenschaften und die Fließregel.

15 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

In der Haustechnik begegnen dir vor allem Kupfer, unlegierter und verzinkter Stahl, nichtrostender Stahl (Edelstahl), Rotguss und Messing sowie Kunststoffe wie PE-X, PP und Mehrschichtverbundrohre. Rohre, Bleche, Profile und Stangen sind Halbzeuge: vorgefertigte Formen, aus denen du Bauteile herstellst. Rohre bezeichnest du mit Außendurchmesser mal Wanddicke, zum Beispiel 22 × 1.

Die Kurzzeichen verraten viel. Bei Baustahl wie S235JR steht S für Stahlbau und 235 für die Mindeststreckgrenze in N/mm². Bei Werkstoffnummern wie 1.4401 steht die erste 1 für Stahl, die Stahlgruppennummer 44 dahinter für eine Gruppe der nichtrostenden Stähle. Installationskupfer heißt Cu-DHP, ein mit Phosphor desoxidiertes Kupfer, das sich gut löten und pressen lässt.

Für die Trinkwasserinstallation zählt vor allem die Korrosion. Mischst du Werkstoffe, gilt die Fließregel: Kupfer darf in Fließrichtung nicht vor verzinktem Stahl liegen, weil gelöste Kupferionen am Zink Lochkorrosion auslösen. Ob ein Werkstoff zum Wasser passt, entscheidet die Wasseranalyse des Versorgers, nicht die Gewohnheit. Rotguss und entzinkungsbeständiges Messing sind für Armaturen und Fittings üblich, weil sie im Trinkwasser beständig sind.

Das solltest du dir merken

  • Halbzeuge sind vorgefertigte Formen wie Rohre, Bleche und Profile; Rohre gibst du als Außendurchmesser × Wanddicke an.
  • Die Zahl in S235JR ist die Mindeststreckgrenze in N/mm².
  • Fließregel im Trinkwasser, kein Kupfer vor verzinktem Stahl in Fließrichtung.
  • Die Wasserbeschaffenheit laut Analyse entscheidet, ob ein Rohrwerkstoff geeignet ist.
  • Härte, Festigkeit und Dehnung sind mechanische Eigenschaften, Korrosionsbeständigkeit ist eine chemische.

Typische Fehler in der Prüfung

  • Die Zahl in S235 als Zugfestigkeit statt als Mindeststreckgrenze gelesen.
  • Fließregel umgedreht, also Kupfer vor verzinktem Stahl als unbedenklich angesehen.
  • Physikalische, chemische und mechanische Eigenschaften verwechselt, etwa Wärmeleitfähigkeit als mechanische Eigenschaft eingeordnet.

Tipps aus der Werkstatt

  • Stahlkurznamen: S235JR, die Zahl ist die Mindeststreckgrenze in N/mm² (S = Stahlbau, E = Maschinenbau). Bei C45 nennt die Zahl den Kohlenstoffgehalt in Hundertstel Prozent, also 0,45 %. Kupferrohr 22 × 1 = Außendurchmesser × Wandstärke, Innendurchmesser 20 mm.
  • Fließregel: unedel vor edel in Fließrichtung, also verzinkter Stahl vor Kupfer, nie umgekehrt. Rotguss für Fittings, weil er kaum entzinkt. Kunststoffrohre dehnen sich etwa zehnmal stärker als Stahl, deshalb Fixpunkte und Dehnungsausgleich einplanen; PE wird geschweißt, PVC-U geklebt.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Werkstoffe, Halbzeuge und Bezeichnungen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 1; DIN EN 10027 Bezeichnung von Stählen; DIN EN 806 und DIN 1988 (Werkstoffwahl). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.