Berufsporträt
Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Als Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sorgst du dafür, dass Gebäude mit Trinkwasser, Wärme und frischer Luft versorgt werden. Du montierst Bäder, Heizungen, Lüftungs- und Klimaanlagen, nimmst sie in Betrieb und hältst sie instand. Mit dem Umstieg auf Wärmepumpen, Solarthermie und andere erneuerbare Energien bist du direkt an der Wärmewende im Gebäudebestand beteiligt.
- Ausbildung
- 3,5 Jahre, dual
- Zuständig
- Handwerkskammer
- Vergütung
- 724 € bis 1.440 €
- im Monat, tariflich, je nach Ausbildungsjahr
Was du im Beruf machst
- 01Anlagen montierenDu verlegst Rohrleitungen und Kanäle und montierst Ver- und Entsorgungsanlagen, Heizkessel, Wärmepumpen, Lüftungsgeräte und Sanitärobjekte.
- 02Elektrisch anschließen und regelnDu stellst elektrische Anschlüsse her und installierst, prüfst und stellst Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen ein.
- 03In Betrieb nehmen und übergebenDu nimmst Anlagen in Betrieb, prüfst ihre Funktion, übergibst sie an die Kundschaft und erklärst die Bedienung.
- 04Warten und instand setzenDu prüfst, optimierst, wartest und reparierst bestehende Anlagen und führst Hygienemaßnahmen an Trinkwasser- und Lüftungssystemen durch.
- 05Kunden beratenDu berätst Kundinnen und Kunden zu Produkten und Lösungen und berücksichtigst dabei Technik, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz.
- 06Dämmen und schützenDu setzt Dämm-, Dicht- und Schutzmaßnahmen um, etwa für Wärme-, Brand-, Schall- und Korrosionsschutz.
Wo du arbeitest
- Betriebe des Installateur- und Heizungsbauerhandwerks
- Kundendienst und Wartung beim Kunden vor Ort
- Neubau und Modernisierung von Wohngebäuden
- Gewerbe- und Industriegebäude, Krankenhäuser, Schulen
- Haustechnik und Gebäudemanagement in Industrie und Wohnungswirtschaft
- Energieversorger und Stadtwerke
- Hersteller von Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik
Was du mitbringen solltest
- Mathematik, z. B. um den Leitungsbedarf einer Heizungsanlage zu berechnen
- Physik, z. B. um das Verhalten von Flüssigkeiten zu verstehen
- Werken/Technik, z. B. für Metallbearbeitung und Verbindungstechniken
- Deutsch, z. B. um Kundinnen und Kunden über Produkte zu informieren
- Handwerkliches Geschick, etwa beim Biegen von Kupferrohren
- Schwindelfreiheit und gute körperliche Verfassung für Leitern, Gerüste und schwere Anlagenteile
- Technisches Verständnis, Sorgfalt und Teamfähigkeit
Ausbildung und Prüfung
3,5 Jahre im Betrieb und in der Berufsschule, Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2.
- Ablauf
- Duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, dazu überbetriebliche Lehrgänge im Handwerk. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Sie ist überwiegend im Handwerk angesiedelt, wird aber auch in Industrie und Handel angeboten. Die Gesellenprüfung bzw. Abschlussprüfung ist gestreckt und besteht aus Teil 1 und Teil 2.
- Zugang
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Laut BIBB-Berufsbildungsstatistik 2024 hatten von den neuen Auszubildenden 45 Prozent einen mittleren Schulabschluss, 38 Prozent den ersten Schulabschluss und 12 Prozent die Hochschul- oder Fachhochschulreife.
- Verkürzen
- Mit Abitur, Fachhochschulreife oder Vorkenntnissen kann die Ausbildung auf Antrag bei der Kammer verkürzt werden (§ 8 BBiG, § 27c HwO). Bei guten Leistungen ist auch eine vorzeitige Zulassung zur Prüfung möglich.
- Einsatzgebiete laut Verordnung
- Sanitärtechnik · Heizungstechnik · Lüftungs- und Klimatechnik · Erneuerbare Energien und Umwelttechnik
So zählt die Prüfung
Anteil der Prüfungsbereiche an der Gesamtnote
Gesellenprüfung Teil 130 %
- Arbeitsaufgabe mit situativem Fachgespräch15 %
- Versorgungstechnik, schriftliche Aufgaben15 %
Gesellenprüfung Teil 270 %
- Kundenauftrag35 %
- Arbeitsplanung15 %
- Systemanalyse und Instandhaltung10 %
- Wirtschafts- und Sozialkunde10 %
Was du verdienst
Tarifliche Werte aus amtlichen Quellen. Ohne Tarifbindung kann es weniger sein, mindestens aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung.
- 1. Jahr724 bis 1.140 €
- 2. Jahr854 bis 1.240 €
- 3. Jahr977 bis 1.340 €
- 4. Jahr1.014 bis 1.440 €
Beispielhafte tarifliche Vergütung brutto im Monat (Handwerk) laut BERUFENET, Stand 01.09.2026. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland, Branche und Tarifvertrag.
Deine Chancen nach der Ausbildung
Weiterbildung, Aufstieg und Studium: Mit Berufserfahrung stehen dir viele Wege offen, oft auch ohne Abitur.
- Ausbildung abgeschlossen: Gesellenbrief, DQR-Niveau 4. Ab hier stehen dir diese Wege offen.
- Spezialisierung
SHK-Kundendiensttechniker/-in (ZVSHK)
Bundeseinheitliche Fortbildung des Fachverbands mit 240 Unterrichtseinheiten für Gesellinnen und Gesellen mit in der Regel zwei Jahren Berufspraxis. Du arbeitest danach selbstständig beim Kunden, berätst und vertrittst deinen Betrieb.
Mehr dazu - Spezialisierung
Gebäudeenergieberater/-in (HWK)
Lehrgang der Handwerkskammern zu Gebäudehülle, Heiz- und Lüftungstechnik, Energieausweisen und Förderprogrammen. Er richtet sich vor allem an Meisterinnen und Meister aus Bau- und Ausbauhandwerken sowie der Gebäudetechnik.
Mehr dazu - MeisterDQR 6, wie Bachelor
Installateur- und Heizungsbauermeister/-in
Mit der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer darfst du einen Betrieb leiten und selbst ausbilden. Zusätzlich darfst du die Bezeichnung Bachelor Professional führen.
Mehr dazu - Techniker
Staatlich geprüfte/r Techniker/-in Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik
Fachschulweiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend, je nach Bundesland auch mit dem Schwerpunkt Versorgungstechnik. Danach planst und berechnest du Anlagen, etwa in Planungsbüros, bei Herstellern oder in der Bauleitung.
- Studium
Studium Gebäude- und Versorgungstechnik
An Hochschulen kannst du zum Beispiel Versorgungstechnik oder Gebäudetechnik studieren, auch dual. Mit Meisterbrief darfst du in allen Bundesländern ohne Abitur studieren.
Mehr dazu - Selbstständig
Eigener SHK-Betrieb
Das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk ist zulassungspflichtig. Für einen eigenen Betrieb brauchst du in der Regel den Meisterbrief und die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer.
- Aufstieg
Aufstiegs-BAföG
Lehrgangs- und Prüfungskosten für Meister- und Technikerweiterbildungen werden vom Staat gefördert, teils als Zuschuss und teils als Darlehen.
Mehr dazu
Handwerkskammer und weitere Infos
Zuständig ist meist die Handwerkskammer, bei Ausbildung in der Industrie die IHK. Die Kammer trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät über Ausbildungsberater und richtet die Prüfungsausschüsse für die Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2 ein; oft nimmt die Innung die Prüfung ab. Nach bestandener Prüfung erhältst du den Gesellenbrief. Deine zuständige Handwerkskammer findest du über die Karte des ZDH.
- BASteckbrief im BERUFENET Tätigkeiten, Ausbildung, Vergütung und Weiterbildung, von der Bundesagentur für Arbeit.
- BIBBBeruf im Überblick beim BIBB Verordnung, Rahmenlehrplan, Zeugniserläuterung und Daten zum Beruf.
- BIBBAusbildungsverordnung SHKAMAusbV (PDF) Inhalte der Ausbildung, Einsatzgebiete und Prüfungsregeln im Wortlaut.
- KMKRahmenlehrplan der KMK (Downloadbereich) Lernfelder der Berufsschule, Rahmenlehrplan vom 29.01.2016.
- VerbandZentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Ausbildung und Weiterbildung im SHK-Handwerk.
- VerbandZeit zu starten, Berufsinfo des ZVSHK Der Beruf aus Sicht des Handwerks, mit Praktikum und Wegen nach der Ausbildung.
- HWKDeutschlandkarte der Handwerkskammern (ZDH) Finde die Handwerkskammer in deiner Region.